Großröhrsdorf: Rittergut Bretnig

Rittergut Bretnig

Am Klinkenplatz 9
01900 Großröhrsdorf OT Bretnig

Historisches

Aus einer Lehnurkunde geht her­vor, dass in Bretnig ein Vorwerk vor­han­den war. Im 16. Jahrhundert, kon­kret 1580, wurde es als Rittergut bezeichnet.

Nach 1945

In jenem Jahr brannte das Herrenhaus nie­der, seine Reste wur­den abgetragen.

Heutige Nutzung

An der Stelle des frü­he­ren Herrenhauses befin­det sich der Neubau des Gemeindeamtes.

Radibor: Wasserburg & Schloss Radibor

Wasserburg & Schloss Radibor

Am Schloß 3
02627 Radibor

Historisches

Der 1407 erwähnte Rittersitz, die ursprüng­li­che Wasserburg, erlebte zahl­rei­che Besitzerwechsel. Seit 1489 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Plaunitz, die es 1589 an die Familie von Haugwitz ver­kaufte. Diese ver­äu­ßer­ten Radibor 1605 an die Familie von Minkwitz. Die Ersterwähnung als Rittergut datiert auf das Jahr 1635. 1707 erwarb die Familie von Schack Radibor und ließ ab 1709 das Schloss errich­ten. Der Baron von Ried erwarb es 1765. Nach meh­re­ren wei­te­ren Besitzerwechseln kam Schloss Radibor schließ­lich 1854 an die Grafenfamilie von Einsiedel.

Nach 1945

Der letzte Besitzer Alfred Freiherr von Welck wurde 1945 ent­eig­net. 1946 wurde eine sor­bi­sche Schule im Schloss ein­ge­rich­tet, wel­ches vor­mals von Wassergräben umge­ben war.

Nachwendezeit

Pläne, eine Bildungseinrichtung im Schloss unter­zu­brin­gen, wur­den aufgeschoben.

Heutige Nutzung

Seit 2010 befin­det sich Schloss Radibor in Privatbesitz und wird schritt­weise saniert.

Bodendenkmalschutz

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg ist über­baut. Lediglich ein Graben exis­tiert noch von ihr. Das Burgareal nörd­lich des Ritterguts wurde als Bodendenkmal 1971 unter Schutz gestellt.

Ralbitz-​Rosenthal: Wasserburg & Rittergut Schönau

Wasserburg & Rittergut/​Klostergut Schönau

Reichenstraße 6
01920 Ralbitz-​Rosenthal OT Schönau

Historisches

Erstmals schrift­lich erwähnt wurde Schönau im Jahre 1311, der Ritter Konrad von Theltowe wurde als Herr auf Schönau auf­ge­führt. Damals bestand offen­bar bereits die Wasserburg, auf wel­che das spä­tere, 1667 erwähnte Rittergut zurück ging. Nach ihm erbte sein Sohn Tammo das Rittergut. Bis 1667 ist nichts über wei­tere Besitzverhältnisse bekannt. Bis 1745 war die Familie von Luttitz Eigentümer, unter ihr ent­stand um 1710 das Herrenhaus. Ihr folg­ten bis 1770 Wolf Dietrich von Hühnerkopf und bis 1771 Peter Christian von Puttkammer.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Herrenhaus Schönau um einen Seitenflügel erwei­tert. Weitere Besitzer waren bis 1805 Gottlob August Hering, bis 1818 Johann Christoph Gotthelf von Hornuf, bis 1826 Christian Wilhelm Pilz und bis 1837 Ernst Ferdinand von Loeben. Im Jahre 1837 erwarb das Kloster St. Marienstern das Rittergut, es wurde seit­dem als Klostergut bezeich­net. Das Herrenhaus wurde von einem Gutsverwalter bewohnt, das Kloster erfreute sich haupt­sätz­lich an den gro­ßen land­wirt­schaft­li­chen Flächen.

Nach 1945

Obwohl das Rittergut über 100 Hektar groß war, fiel es als kirch­li­cher Besitz nicht unter die Bodenreform. Auf den Ländereien wurde wei­ter­hin Landwirtschaft betrieben.

Nachwendezeit

Der Landwirtschatsbetrieb wurde ein­ge­stellt und die Landwirtschaftsflächen ander­wei­tig verpachtet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht leer.

Bodendenkmalschutz

Die eins­tige Burg wurde durch das Herrenhaus voll­stän­dig über­baut. Der Graben wurde ein­ge­eb­net und ist ober­fläch­lich nicht mehr erkenn­bar. Schutz für die Wasserburg als Bodendenkmal besteht seit 1935, auf­ge­frischt wurde die­ser Ende 1956.

Bautzen: Gut Stiebitz

Gut Stiebitz

Neukircher Straße 10
02625 Bautzen OT Stiebitz

Historisches

Stiebitz konnte 1242 als Herrensitz unter Martinus de Stewicz nach­ge­wie­sen wer­den. Aus dem Herrensitz ging ein Gut her­vor, wel­ches jedoch weder als Vorwerk noch als Rittergut Erwähnung fand. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam das Gut an die Familie Zieschang. William Busch erwarb es 1917. Bis 1922 ließ er umfang­rei­che Um- und Ausbauten am 1853 errich­te­ten Herrenhaus vor­neh­men. 1924 ließ er zudem einen Pavillon bauen, in wel­chem er Küken hielt. 1931 starb William Busch. Das Gut gelangte an Paul Gustav Emil Hultsch und spä­ter an eine Erbengemeinschaft.

Nach 1945

Das Gut und sein letz­ter Besitzer wur­den nicht ent­eig­net, das Gut Stiebitz wurde 1954 den­noch in ein volks­ei­ge­nes Gut umge­wan­delt. Das Herrenhaus wurde zu Wohnzwecken genutzt.

Nachwendezeit

1990 wurde die Enteignung rück­gän­gig gemacht. Die Erben waren nur an den Ländereien inter­es­siert, nicht an den Gebäuden. Das Herrenhaus wurde nach und nach leer­ge­zo­gen und ver­kam zur Ruine. Zwei Nebengebäude wur­den nach 1997 abge­ris­sen. 2007 erfolgte der Verkauf des Gutsgrundstücks an ein Unternehmen. Das Herrenhaus wurde Anfang 2013 abgebrochen.

Heutige Nutzung

Die 2016 noch rui­nöse Fasanerie wurde umfas­send saniert und wird heute bewohnt. Eine Fotoaufnahme ist nur aus eini­ger Entfernung möglich.

Weißenberg: Rittergut Weicha

Rittergut Weicha

Hauptstraße 23 (Herrenhaus)
Hauptstraße 29 (Wirtschaftsgebäude)
02627 Weißenberg OT Weicha

Historisches

In Weicha exis­tierte bereits 1241 ein Herrensitz unter Reinhardus de Wichow(e). Er wurde 1485 als Rittersitz und 1563 als Rittergut bezeich­net. Im 17. Jahrhundert befand sich das Rittergut im Besitz von Hans von Gersdorff. Um 1700 erfolgte der Bau des Herrenhauses unter Anna Helena von Nimptsch. Ihre Tochter erbte den Besitz 1712. Weitere Besitzer waren im 18. Jahrhundert die Familie von Broizen und ab 1804 die Familie von Heynitz. Wichard von Heynitz wurde auf­grund sei­ner geis­ti­gen Behinderung 1941 auf dem Pirnaer Sonnenstein ermor­dert. Die Nationalsozialisten lös­ten das Rittergut Weicha auf und teil­ten den Grund und Boden an Bauern auf.

Nach 1945

Benno von Heynitz, der Bruder von Wichard von Heynitz, wurde 1947 als vor­geb­lich feind­li­cher Agent ver­haf­tet und bis 1956 inhaf­tiert. Nach Kriegsende wurde im Herrenhaus ein Alten- und Pflegeheim eingerichtet.

Nachwendezeit

Das Pflegeheim zog 2003 aus dem Herrenhaus aus.

Heutige Nutzung

Heute dient das Herrenhaus als Begegnungszentrum des Weichaer Herrenhaus e. V.

Wachau: Rittergut Lomnitz

Rittergut Lomnitz

Lomnitzer Hauptstraße 35
01454 Wachau OT Lomnitz

Historisches

Der 1313 unter Tymo de Lomenitz miles erwähnte Herrensitz diente um 1554 den Herren von Schönfeld als Vorwerk. Die Grundherrschaft wurde noch 1606 vom Rittergut Wachau aus­ge­übt, spä­tes­tens seit 1696 war Lomnitz ein eigen­stän­di­ges Rittergut. 1631 erwarb Johann Georg von Oppel das Gut und ver­kaufte es 1679 an die Familie von Boblik. Nach min­des­tens zwei wei­te­ren Besitzerwechseln kam das Rittergut gegen Ende des 19. Jahrhunderts an die Familie Leuthold. Als letz­ter Besitzer ist Dr. Lahmann bekannt. Das Herrenhaus wurde in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhudnerts erbaut.

Nach 1945

Die Enteignung erfolgte im Oktober 1945. Das Rittergut Lomnitz war das erste Anwesen sei­ner Art, auf dem in Sachsen die Bodenreform voll­zo­gen wurde. Nach Kriegsende wurde das Herrenhaus des Rittergutes über­wie­gend zu Wohnzwecken genutzt.

Heutige Nutzung

Das Rittergut mit Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude, Scheune und Mauertürmchen ist sanie­rungs­be­dürf­tig und steht unge­nutzt leer. Das Areal wurde vor lan­ger Zeit ver­kauft. Ein geplan­tes Nutzungskonzept aus dem Jahr 2015 sieht Wohnungen im Herrenhaus und den Abriss von Wirtschaftsgebäude und Scheune vor, an deren Stelle Reihenhäuser errich­tet wer­den sol­len. Bis Stand November 2020 wurde mit dem Bau nicht begon­nen. Der Park ver­wil­dert zusehends.

Burkau: Rittergut Oberburkau

Rittergut Oberburkau

Hauptstraße 64
01906 Burkau

Historisches

1414 bestand in Burkau ein Rittersitz. Aus die­sem ent­wi­ckel­ten sich zwei Vorwerke, die 1627 als sol­che erwähnt und spä­ter zu Rittergütern erho­ben wur­den. Im 19. Jahrhundert gab es eine wei­tere Teilung: 1858 wur­den die Rittergüter Kleinburkau, Niederburkau und Oberburkau.

1676 kaufte Johann Ernst von Staupitz die bei­den Vorwerke Oberburkau und Niederburkau. Er ver­machte 1710 sei­nem Sohn Gottlob Ernst Oberburkau, wel­cher es an den Kammerjunker Freiherr von Braun und Wartenberg ver­äu­ßerte. Das Herrenhaus wurde in der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts umge­baut. Der Ursprungsbau stammt ver­mut­lich aus dem 18. Jahrhundert.

Nach 1945

1945 erfolgte keine Enteignung, da das Rittergut zu klein war als um unter die Bodenreform zu fallen.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus des Ritterguts Oberburkau wurde von pri­vat nach Erbgang umfas­send saniert.

Heutige Nutzung

Das Ensemble des Ritterguts dient Wohnzwecken.
(Fotos: März 2026)

Radibor: Rittergut Teicha

Rittergut Teicha

Teicha Nr. 1
02627 Radibor OT Teicha

Historisches

Das Rittergut wurde 1600 schrift­lich als Einzelgut erwähnt und gehörte zum Rittergut in Milkel. Als Besitzer sind 1901 Adolf Graf Einsiedel, 1910 die Landesbank Berlin und ab 1914 Karl Otto Theodor Graf von Hohnstein bekannt.

Heutige Nutzung

Das Wohnhaus des Ritterguts wird auch heute als Wohnhaus genutzt und befin­det sich in Privatbesitz.