Vorwerk Gaudichsroda
04668 Grimma OT Gaudichsroda
Historisches
Das Vorwerk Gaudichsroda bestand 1904.
Schlösser, Burgen und Rittergüter im Landkreis Leipzig
04668 Grimma OT Gaudichsroda
Das Vorwerk Gaudichsroda bestand 1904.
Am Gutshof
04808 Wurzen OT Roitzsch
Im Jahre 1198 war erstmals ein Herrensitz bekannt, der sich von 1334 bis 1380 im Besitz von Heinrich von Retschitz befand. Als weiterer Besitzer ist seit 1429 die Familie von Laussigk verzeichnet, unter der 1441 die Erwähnung als Rittersitz erfolgte. Dieser wurde 1472 an die Bischöfe von Meißen veräußert. 1595 kaufte der sächsische Kurfürst das Gut auf und verkaufte es 1618 an Oswald aus dem Winkel. Im gleichen Jahr erfolgte die Erwähnung als Vorwerk. Ab 1665 wechselten die Besitzer mehrfach. Das Vorwerk und seit 1764 erneute Rittergut gehörte bürgerlichen und adligen Familien.
Letzte maßgebliche Umbauten erfolgten gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn der 1900er Jahre verkaufte Margarete Voigtländer-Tetzner das Rittergut Roitzsch an Wilhelm Doepke, welcher seinerseits wiederum den Hof 1913 an Curt von Zimmermann veräußerte. Dessen Tochter Ruth erbte den Hof. Sie war mit Graf Christian von Schack verehelicht.
1945 erfolgte wie vielerorts die Enteignung und Ruth Gräfin von Schack verlor ihren Rittergutshof. Das Herrenhaus wurde fortan als Kindergarten genutzt, während das Rittergutsgelände an Neubauern vergeben wurde.
Von 1993 bis 1994 erfolgte eine Sanierung des Herrenhauses. Es wurde einige Jahre als Frauen- und Kinderschutzhaus genutzt. 2011 erfolgte der Verkauf an privat. Etwa zur gleichen Zeit stürzte das marode Wirtschaftsgebäude ein.
Das Herrenhaus befindet sich in Privatbesitz und wird bewohnt.
Alter Gutshof 3
04828 Bennewitz OT Leulitz
Das Rittergut wurde erstmals 1696 nachgewiesen. 1740 ging das Rittergut Leulitz von Johann Christoph von Schönfeld an Johann Theodor Koch verkauft. Unter diesem fanden 1773 Umgestaltungsarbeiten am Rittergut statt, wobei auch das Herrenhaus erneuert wurde. Das Rittergut verblieb über drei Generationen im Besitz der Familie Koch und wurde 1860 an Carl Julius Leopold Graf von Hohensthal-Püchau verkauft, obei das Herrenhaus durch den Gutsinspektor bewohnt wurde.
Die Grafenfamilie von Hohenthal-Püchau wurde 1945 enteignet. Ein Teil des Herrenhauses und ein Teil der Rittergutsanlage wurden nach 1945 abgerissen. Der Rest wurde in eine Neubauernstelle umgewandelt.
1997 wurde der Resthof an privat verkauft. In den folgenden zwei Jahren erfolgte die Sanierung. Das Gesindehaus wurde im oberen Bereich abgetragen und neu aufgebaut.
Die restlichen Rittergutsgebäude werden zu Wohnzwecken genutzt. Im Gesindehaus befindet sich eine Ferienwohnung. Erhalten ist außerdem noch ein Eingangsportal.
Dinterplatz
04552 Borna
Vermutlich gab es einen frühmittelalterlichen Wasserburg-Vorgänger des im 12. Jahrhundert erbauten Jahnschlosses. Die Bezeichnung Jahnschloss wurde für die Burg Borna erst später verwendet. Ehemalige Besitzer waren die Herren von der Jane sowie die Grafen von Wettin. Je nach Quellenlage wurde das Schloss 1530 bzw. 1560 abgebrochen.
Das Jahnschloss befand sich am südöstlichen Ortsrand in der Wyhraniederung südwestlich der Kunigundenkirche an der heutigen Stelle der Dinter-Oberschule. Oberflächlich ist nichts mehr erkennbar.
Schutz als Bodendenkmal besteht seit 1936. Im folgenden Jahr wurde der Schutz erweitert und 1958 komplett erneuert.
Dorfstraße 35
04808 Thallwitz OT Nischwitz
Schon im 11. Jahrhundert wurde ein Rittersitz benannt, der 1450 als Rittergut bezeichnet wurde und sich im Besitz der Familie von Nischwitz befand. Das ältere Herrenhaus wurde unter Gustav Carl Freiherr von Rackwitz zwischen 1714 und 1720 erbaut. Zwei Jahre darauf verkaufte er das Rittergut an Friederike Charlotte von Wendt, welche das Rittergut wiederum ihrer Tochter Amalie Sophie von Wallmoden vererbte. Diese war eine Mätresse des englischen Königs George II. Ein Brand im Jahr 1726 hatte das Herrenhaus und einige Gutsgebäude arg in Mitleidenschaft gezogen, jedoch wurden die Wiederaufbauarbeiten zügig vorgenommen.
1743 kaufte Heinrich Graf von Brühl das Rittergut auf und ließ das Herrenhaus bis 1750 zu einer repräsentativen Schlossanlage ausbauen. Dabei wurde das vorher bestehende Herrenhaus in die Anlage mit einbezogen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Schloss Nischwitz 1758 geplündert und schwer beschädigt. Dies erfolgte offenbar aufgrund persönlicher Differenzen zwischen dem Preußenkönig Friedrich II. und dem Grafen von Brühl. Begonnene Wiederaufbauarbeiten wurden 1763 mit dem Tod des Grafen erst einmal wieder eingestellt.
1777 erfolgte der Verkauf an Dr. Philipp Heinrich Lastrop, welcher das Schloss Nischwitz wieder herstellen ließ. Die Familie von Ritzenberg erwarb die Schlossanlage 1817. Unter dieser erfolgten Umbauten im Schloss und die Errichtung eines Tempels als Familiengruft im Schlosspark. Curt Zimmermann erwarb das Anwesen 1889 und übernahm den Landwirtschaftsbetrieb. 1901 wurde er von Kaiser Wilhelm I. in den Adelsstand erhoben.
Hans von Zimmermann wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs enteignet. Als Staatseigentum der DDR diente das Schloss als Alten- und Pflegeheim und wurde nur notdürftig instand gehalten.
Zu Beginn der 1990er Jahre verkaufte die Gemeinde die Anlage an einen privaten Investor, der das Schloss Schritt für Schritt sanierte.
Heute dient das Schloss Repräsentationszwecken wie dem jährlich stattfindenden Kostümfest “Sommerball”. Die Seitenflügel werden zu Wohnzwecken genutzt. Das Rittergut befindet sich in sanierungsbedürftigem Zustand.
04463 Großpösna OT Magdeborn
969 wurde in Magdeborn ein castellum genannt, bei dem es sich offenbar um eine slawische Burganlage gehandelt hat.
Die Wallburg ist heute nicht mehr erhalten, da das Gebiet zwischen 1977 und 1980 der Kohleförderung zum Opfer fiel und abgetragen wurde. Das Areal wurde später geflutet; im See befindet sich seit 2011 eine Inselplattform namens Vineta, die ein der damaligen Magdeborner Kirche nachempfundenes Gebäude trägt.
Rötha OT Geschwitz
Geschwitz wurde 1445 als Rittersitz unter Wittich von Eczelstorff zu Jhesewicz nachgewiesen. Mitte des 15. Jahrhunderts übte das Rittergut Rötha die Grundherrschaft über Geschwitz aus. Der Ort wurde zur Schaffung eines Tagebaus abgebaggert und existiert heute nicht mehr.
Amtshof 2
04808 Wurzen
Eine Burg wurde erstmals 1369 erwähnt. Der Bau des heutigen Schlosses erfolgte zwischen 1491 und 1497 für den Bischof Johann VI. von Saalhausen. Damit gilt Schloss Wurzen als das wohl älteste Schloss in Sachsen. 1508 folgten Erweiterungs- sowie 1519 Erneuerungsbauten. Den Zusatznamen Bischofsburg erhielt das Schloss dadurch, dass bis 1581 die Wurzener Bischöfe im Schloss residierten. In jenem Jahr dankte Bischof Johann IX. von Meißen ab und das Meißner Domkapitel übernahm Schloss Wurzen, um es als Sitz der Stiftsregierung zu nutzen. Bei einem Brand 1631 wurden die beiden Rundtürme zerstört. Ein Turm wurde 1646 wieder aufgebaut, der andere von 1670 bis 1673. 1818 änderte sich die bisherige Nutzung. Das Schloss diente nunmehr als Polizei- und Gerichtsgebäude.
Zu DDR-Zeiten diente Schloss Wurzen als Volkspolizeikreisamt.
Im Jahr 2002 verkaufte die Stadt das Schloss an privat. Das Schloss wurde umfassend saniert.
In Schloss Wurzen befindet sich heute ein erstklassiges Hotel.
Die Burg wurde durch das Schloss überbaut und umfasste ursprünglich zusätzlich den bereich von Dom und Domplatz. Der letzte noch erhaltene Burgrest ist ein noch erkennbarer Graben vor dem Schloss. Seit 1958 besteht Schutz als Bodendenkmal.
Brandiser Straße 20–28
04828 Bennewitz OT Zeititz
Die erste urkundliche Erwähnung von Zeititz erfolgte 1404. Ein Vorwerk wurde 1606 nachgewiesen, 1696 ein Rittergut. Ausführlichere Informationen lassen sich erst ab dem 19. Jahrhundert finden. Bis 1802 befand sich das Rittergut Zeititz im Besitz von Carl Graf von Lindenau. Dieser verkaufte es 1806 an die Leipziger Kaufmannsfamilie Schnetger, die bereits im Besitz des Rittergutes Machern war. Familie Schnetger veräußerte 1892 das Rittergut Zeititz an den Baron Wolf von Arnim. Jener Baron ließ um 1893 eine schlossähnliche Villa errichten und zeichnete mitsamt seinem Nachfolger für das florierende Rittergut sowie in der Umgebung befindliche industrielle Besitzungen – Töpferei, Ton- und Ziegelwerk, Ofenfabrik sowie Braunkohlewerk – verantwortlich.
1904 übernahm zunächst Frau von Arnim-Peres das Rittergut Zeititz, wenig später Hanskarl von Arnim-Peres. Letzterer bewohnte nach 1919 auch Schloss Otterwisch bis zu seinem Tod 1944. Verschuldung zwang ihn 1933 zum Verkauf seiner Besitzungen in Altenbach und Zeititz. Die auch als Jagdschloss bezeichnete Villa ging an den Leipziger Verlag Köhler und Frenzel über. Nach 1940 quartierten sich Offiziere vom SS-Nachtjagdgeschwader darin ein.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Jagdschloss erst als “Waldkurheim” genanntes TBC-Heim und später als Schwangeren-Erholungsheim genutzt.
Zunächst wurde die Schlossvilla für anderthalb Jahre als Asylbewerberheim genutzt. Ein zu hoch angesetzter Verkaufspreis verhinderte, dass ein Verkauf und die Umnutzung als Hotel zustande kamen. Seit 1992 stand das Jagdschloss daher leer.
1998 wurde der Gebäudekomplex privat erworben und aufwendig saniert. Der Eigentümer bewohnt eine der zehn Komfortwohnungen selbst.
04552 Borna OT Bockwitz
Ab 1292 war ein Herrensitz verzeichnet, der ab 1420 als Rittersitz bezeichnet wurde. Zwischendurch lagen Dorf und Rittergut wüst. 1791 war ein Rittergut benannt, welches 1834 als Burglehngut und ab 1858 wieder als Rittergut bezeichnet wurde.
Im Jahr 1988 wurde das Dorf mit seinem Rittergut zugunsten des Tagebaus devastiert.