Vorwerk Schwarzdorf
01744 Dippoldiswalde
Historisches
1445 wurde ein Vorwerk erwähnt. 1624 wurde es als wüst bezeichnet, nachdem es in den Hussitenkriegen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zerstört worden war.
Schlösser, Burgen und Rittergüter im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
01744 Dippoldiswalde
1445 wurde ein Vorwerk erwähnt. 1624 wurde es als wüst bezeichnet, nachdem es in den Hussitenkriegen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zerstört worden war.
Köttewitz 8
01809 Dohna OT Köttewitz
Köttewitz war ein Rittergut mit selbstständigem Gutsbezirk. Es wurde erstmals 1288 erwähnt. 1403 war ein Allodium bekannt, 1497 ein Vorwerk und seit 1551 ein Rittergut. Ehemalige Besitzer waren unter anderem die Familie von Carlowitz, die Familie von Bünau und die Familie von Buchner. 1870 ist die königliche Familie als Besitzer verzeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Rittergut Köttewitz in bürgerlichen Besitz. Das Herrenhaus wurde im 17. Jahrhundert errichtet und 1939 umgebaut.
Das Herrenhaus konnte nach Kriegsende vor dem Abriss bewahrt werden, indem es ab 1947 als TBC-Heim genutzt wurde. 1967 wurde es in ein Pflegeheim umgewandelt.
Das Altenheim wurde 1992 von der Volkssolidarität übernommen. Im Jahr 2002 erfolgte ein weiterer Umbau des Herrenhauses.
Das Herrenhaus wird als Pflegeheim genutzt und verfügt über moderne Anbauten. Rückwärtig befindet sich ein kleiner Park.
Reinberger Dorfstraße 15
01744 Dippoldiswalde OT Reinberg
Das Vorwerk Reinberg gehörte zum Rittergut Oberhäslich, welches 1710 geteilt wurde. Der Kurfürst August veräußerte auf Befehl das Rittergut und spätere Freigut Oberhäslich aus Kostengründen an Privatbesitzer. 1724 gelangte Peter von Suhm in den Besitz der Ländereien. Das Vorwerk entstand vermutlich innerhalb der folgenden vier Jahre, in denen er mehrere Gebäude auf seinem Besitz errichten ließ.
Das Vorwerk Reinberg besteht aus drei Gebäuden in Form eines Dreiseitenhofs und ist der älteste Gebäudekomplex von Reinberg. Leerstand besteht bereits seit mehreren Jahrzehnten.
Das Vorwerk befindet sich in einem äußerst desolaten Zustand und es besteht weitere Einsturzgefahr. Das Grundstück ist nicht eingezäunt, sollte aus Sicherheitsgründen jedoch nicht betreten werden. Bei allen Gebäuden sind die Dächer komplett eingestürzt. Auch das Grundstück wird nicht mehr gepflegt.
Ein erneuter Besuch vor Ort im Herbst 2024 zeigt deutlich, dass das Vorwerk komplett verloren ist. Ein Wiederaufbau, aber auch ein Verkauf sind offenbar nicht vorgesehen.
(Stand: Oktober 2024)
Tronitz Nr. 1
01809 Dohna OT Tronitz
Das Vorwerk in Tronitz wurde erstmals 1753 nachgewiesen und unterstand dem Rittergut Röhrsdorf. Bei den Gebäuden des früheren Vorwerkes handelt es sich um das größte Gehöft im Ort.
Die Gebäude sind teils saniert, teils sanierungsbedürftig. Das Vorwerks wird überwiegend bewohnt.
Kleinborthener Straße 10 (Neues Schloss)
Kleinborthener Straße 12 (Altes Schloss)
01809 Dohna OT Borthen
Eine einzelne Quelle benennt für Borthen einen herrensitz bereits im Jahre 1181. Zwischen 1445 und 1522 befand sich der Herrensitz Borthen im Besitz der Familie von Lange. Hans Christoph von Bernstein erwarb 1522 das Rittergut Borthen und lies 1543 das Alte Schloss erbauen. Bis 1630 befand es sich in Familienbesitz und wurde dann an Christoph von Loß verkauft.
1668 erhielt Rudolf von Neitschütz das Borthener Rittergut. Von ihm erbte 1691 seine Frau Eleonore von Neitschütz den Grundbesitz. Sie heiratete in zweiter Ehe Abraham von Schönberg, unter welchem um 1700 das Neue Schloss erneuert wurde. Dieses ging auf einen Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert wurde außerdem das kleine Lusthäuschen erbaut, welches in die Umfassungsmauer feldseitig integriert ist. 1816 erwarb Friedrich Sebastian Leberecht Graf von Wallwitz das Rittergut Borthen mit seinen beiden Schlössern. Die Grafenfamilie von Wallwitz behielt das Rittergut bis 1945 in ihrem Familienbesitz.
Nach der Enteignung wurde das Neue Schloss zunächst durch den Demokratischen Frauenbund Deutschlands als Schule genutzt. Später war es Sitz landwirtschaftlicher Betriebe. Das Rittergut selbst wurde aufgeteilt. Park, Brennerei, Schäferei und Schmiede erhielten jeweils neue Eigentümer. Die Landwirtschaftsflächen wurden durch die LPG genutzt, aus der 1978 das volkseigene Gut Obstproduktion Borthen hervorging. Die meisten Wirtschaftsgebäude wurden nach 1945 abgetragen. 1987 wurde mit der Sanierung des Neuen Schlosses begonnen.
1990 ist die Sanierung für die damals geplante Wohnhausnutzung eingestellt worden. 1999 wurde das Gelände an die heutigen Besitzer verkauft.
Die ursprünglich geplante Sanierung zu Wohnzwecken wurde bislang nicht umgesetzt. Beide Schlösser stehen leer.
Am Schloss 1
01744 Dippoldiswalde OT Reichstädt
Bereits um 1336 existierte ein Herrensitz, der sich in den Händen der Herren von Reichenstadt befand. 1445 war ein Rittersitz bezeugt. Dieser wurde 1503 von Sigismund von Maltitz erworben. 1535 wurde erst der Ostflügel, später ein zweiter Flügel des Schlosses unter Heinrich von Maltitz erbaut. 1569 wurde das Schloss an den sächsischen Kurfürsten August verkauft, der es als Jagdschloss nutzte. Unter Heinrich von Taube, seit 1639 Besitzer des Ritterguts Reichstädt, wurden die 1632 verursachten Kriegsschäden ausgebessert. 1696 ist urkundlich erstmals ein Rittergut sicher nachweisbar.
Als weiterer Besitzer wird die Familie von Nostitz genannt. Gottlob von Nostitz veräußerte das Schloss Reichstädt 1717 an seine Schwester Charlotte Christiane von Nostitz, welche mit Caspar Abraham von Schönberg verheiratet war, wodurch Schloss und Rittergut Reichstädt in den Besitz der Familie von Schönberg gelangten. Unter Adam Rudolph von Schönberg wurde das Schloss ab 1765 bis 1776 zu einer Vierflügelanlage ausgebaut. Er starb 1795 und vererbte seinen Grundbesitz an seinen Neffen. 1918 übernahm Hans von Schönberg Schloss Reichstädt. Er gründete aufgrund seiner Kinderlosigkeit eine Familienstiftung, in welche er das Schloss einbrachte. Während des Zweiten Weltkrieges diente Schloss Reichstädt als Auslagerungsort für Kunstschätze.
Ende Oktober 1945 wurden Hans und Margarete von Schönberg im Rahmen der Bodenreform enteignet. Nachfolgend diente das Schloss bis 1990 als Schule, Kindergarten und Kulturhaus. Teile des Rittergutes wurden abgerissen, das originale Mobiliar entfernt.
1993 wurde Schloss Reichstädt zum Verkauf angeboten. Fünf Jahre später erwarb eine Nachkommin der letzten Besitzer das Schloss. Nach und nach wurde Schloss Reichstädt saniert.
Einzelne Räumlichkeiten können für Veranstaltungen angemietet werden.
(Stand: Oktober 2024)
Kohlbergstraße 21
01833 Dürrröhrsdorf-Dittersbach OT Wünschendorf
Das Vorwerk war um 1610 benannt. Es wurde neu gebildet, was darauf schließen lässt, dass es bereits in früherer Zeit ein Vorwerk in Wünschendorf gab, welches jedoch wieder aufgegeben worden war. Das neue Vorwerk unterstand dem Schönfelder Rittergut.
Das Vorwerk ist umfassend saniert und wird bewohnt.
Am Markt 10
01809 Dohna
Hierbei handelt es sich um ein auch als Lutherhaus bezeichnetes Gut der Burggrafen, welches 1513 in ein Freigut umgewandelt wurde. Zwischen 1549 und 1594 gehörte es Clemens von Bora, Martin Luthers Schwager. Zwischen 1573 und 1593 war Luthers Sohn Mitbesitzer des Freigutes. Zwischen 1810 und 1818 befand es sich im Besitz von Moritz Haubold von Schönberg.
Das Freigut stand einige Jahre leer. Zwischen 2013 und 2015 wurde es saniert und wird nun als Rathaus genutzt.
Kirchplatz 8
01744 Dippoldiswalde
Im 12. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Burganlage als markgräflicher Amtssitz und zum Schutz des Bergbaus errichtet. 1266 wurde ein Ritter von Clomen urkundlich erwähnt. Ihm folgten die Ritter auf Bilin und die Dohnaer Burggrafen als Besitzer. 1289 kam die Burg in den Besitz des böhmischen Königs Wenzel, 1300 ging sie an Friedrich den Kleinen über. Zwischen 1358 und 1363 wurden die Burg und die Stadt unter Markgraf Friedrich dem Strengen mit Mauern, Türmen und Gräben befestigt. Im Jahr 1429 brannte die Burg aus, nachdem die Hussiten die Stadt in Brand gesetzt hatten.
Erst 1485 erfolgten unter Herzog Albrecht Instandsetzungsarbeiten sowohl an der Burg als auch an der Stadtbefestigung. Zwischen 1500 und 1550, seit 1503 im Besitz von Heinrich von Maltitz, wurde die Burg zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Kurfürst August kam 1568 in den Besitz des Schlosses Dippoldiswalde und veranlasste ab dem folgenden Jahr den Bau des Südflügels, der bis 1572 fertiggestellt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Schloss und Stadt erneut geplündert und in Brand gesteckt. Erneuerungsarbeiten wurden nach 1665 und 1666 ausgeführt. Der Nordflügel wurde 1840 errichtet. Bis 1845 wurden Teile der Stadtmauer abgetragen.
Während der DDR-Zeit befanden sich das Kreisgericht und das Wehrkreiskommando im Schloss.
Schloss Dippoldiswalde wurde zwischen 1992 und 2000 in drei Bauabschnitten umfangreich rekonstruiert. Im Jahr 2000 wurde es offiziell seiner Bestimmung als Amtsgericht übergeben.
Heute befinden sich im Schloss das Amtsgericht Dippoldiswalde, das Museum Osterzgebirgsgalerie und das Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge. Ein Teil der Stadtmauer ist ebenso noch vorhanden wie ein kleiner Schlosspark.
Pfarrstraße 6
01809 Dohna
Vermutlich wurde die Burg Dohna bereits 919 bis 936 erbaut. Im Jahr 1040 erfolgte die erste Erwähnung der Burg Dohna als Sammlungsort verschiedener Heere, im Jahr 1113 die erste urkundliche Erwähnung des Burggrafen von Dohna (“Erkenbert praefectus de castro Donin”). Anfang des 12. Jahrhunderts gelangte sie in Besitz der Edelfreien von Rötha, die sich Donins nannten. Die Burganlage wurde im 12. Jahrhudnert weiter ausgebaut.
1206 begann ein Streit zwischen den Wettinern, den Bischöfen und den Donins, 1402 folgte die Einnahme der Burg durch den Markgrafen Wilhelm von Meißen und die teilweise Zerstörung der Anlage. Die Burggrafen von Dohna, allen voran Burggraf Jescke, verloren all ihre Gebiete an den Markgrafen von Meißen. Die Burg Dohna wurde nicht mehr genutzt, der Verfall setzte ein. Bis 1619 betrieben Nebenlinien der Donins vergeblich eine Rückgewinnung der Herrschaft. 1804 investierte Heinrich Ludwig von Dohna in den Wiederaufbau der Stammburg und begann mit dem Bau des Rundturmes.
In den Napoleonischen Kriegen wurde die Burganlage allerdings wieder zerstört. 1826 erwarb die Schützengesellschaft den Burgberg und errichtete das Schießhaus, das später als Burgschänke genutzt und 1910 zuletzt umgebaut wurde.
2005 wurde die Burganlage durch den Eckstein-Verein gekauft. Mit der schrittweisen Sanierung soll die Nutzung als Begegnungsstätte möglich werden.
Unterhalb der heutigen Anlage befinden sich noch wenige Reste der ursprünglichen Burg. Diese wurden 1935 und erneut Ende 1959 unter Bodendenkmalschutz gestellt.