Dresden: Burgwall Briesnitz

Burgwall Briesnitz

Meißner Landstraße
Ecke Merbitzer Straße
01157 Dresden

Historisches

Bereits um das Jahr 800 bestand ein sla­wi­scher Burgwall, der gegen Ende des 10. Jahrhunderts nach der Gründung der Mark Meißen zum Burgward aus­ge­baut und 1071 urkund­lich erwähnt wurde. 1223 wur­den die Befestigungsanlagen bei Erbstreitigkeiten der Wettiner von den Thüringer Landgrafen zer­stört. Im 19. Jahrhundert wurde der Burgwall im Zuge von Straßenbauarbeiten ein­ge­eb­net. In den 1930er Jahren konn­ten einige Mauerreste wie­der frei­ge­legt werden.

Nachwendezeit & Heutige Nutzung

1991 erfolg­ten erneut Grabungen, die zur Entdeckung von Fundamenten eines Wohnturmes und einer roma­ni­schen Kirche führ­ten. Diese wur­den 1993 in eine kleine Freilichtanlage mit­ten auf dem Fußweg einbezogen.

Bodendenkmal

Ein Wallrest ist noch erkenn­bar. Die Anlage wurde bereits 1966 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Dresden: Wallburg und Vorwerk Burgstädtel

Wallburg & Vorwerk Burgstädtel

Altburgstädtel 18
01157 Dresden

Historisches

Das frü­here Vorwerk Burgstädtel war namens­ge­bend für die Straße Altburgstädtel. Zunächst bestand eine Wallburg, über deren Entstehung und Weiterentwicklung kaum etwas bekannt ist. Ihr Ringwall hat einen Innendurchmesser von etwa 50 m.

Nahe der Wallburg ent­stand im Mittelalter ein Vorwerk, wel­ches 1317 als Herrengut erwähnt wurde, als der Besitzer, der Archidiakon von Nisani, das Gut dem Meißner Dom stif­tete. Die Einwohner von Omsewitz muss­ten für das Vorwerk Frondienste ableis­ten. 1435 wurde die Familie Kundig mit dem Vorwerk belehnt. Ab 1511 gehörte es der Familie Merbitz. In jenem Jahr erfolgte auch die erst­ma­lige Nennung als Burgstädtel. Das Vorwerk wurde nach der Reformation im 16. Jahrhundert aufgelöst.

Bodendenkmalschutz

Die Reste der früh­ge­schicht­li­chen Wehranlage in Hanglage befin­den sich heute auf dem Privatgrundstück unter der oben genann­ten Anschrift und sind nicht zugäng­lich. Das Grundstück ist teils mit einer his­to­ri­schen Bruchsteinmauer umsäumt. Die Wallanlage wurde bereits 1936 und erneut 1960 unter Schutz gestellt und ist durch einen brei­ten Graben abgegrenzt.

Dresden: Herrensitz Kemnitz

Herrensitz Kemnitz

01157 Dresden

Historisches

Im Jahre 1254 erfolgte die urkund­li­che Ersterwähnung von Kemnitz als Ort und Herrensitz und Arnoldus de Kemeniz. Die Meißner Domherren Albrecht und Heinrich von Guben waren spä­ter im Besitz von Kemnitz. Mit dem Herrensitz war offen­bar keine beson­dere Gebäudesubstanz verbunden.

Dresden: Rittergut Leutewitz

Rittergut Leutewitz (Brauerei)

Altleutewitz 13
01157 Dresden

Historisches

Das Leutewitzer Rittergut wurde um 1805 um einige Gebäude erwei­tert, die spä­ter als Brauerei genutzt wur­den. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts besaß die Familie Pietzsch das Rittergut Leutewitz. Danach gab es mehr­fach Besitzerwechsel, bis 1881 der Braumeister August Bernhard Schubert das Gut erwarb und in den fol­gen­den Jahren eine Scheune zur Brauerei umbauen ließ. Die Brauerei bestand bis 1925 und wurde dann ver­mut­lich aus Altersgründen auf­ge­ge­ben. Um 1930 erfolgte der Umbau des Gebäudekomplexes zu Wohnzwecken.

Nachwendezeit

Ab 2003 wur­den die Gebäude saniert und wei­ter­hin zu Wohnzwecken genutzt. Die Gebäude der alten Leutewitzer Brauerei gehen auf einen his­to­ri­schen Dreiseithof zurück, wel­cher um 1805 als Teil des Leutewitzer Rittergutes errich­tet wurde.

Heutige Nutzung

Wohnungen

Dresden: Schloss Lockwitz

Schloss Lockwitz

Altlockwitz 2
01257 Dresden

Historisches

Schloss Lockwitz geht auf ein 1349 erst­mals erwähn­tes Rittergut zurück, wel­ches ab 1402 der Familie Ziegler und spä­ter der Familie von Alnpeck gehörte. Letztere waren ab 1512 allei­nige Besitzer. Das Herrenhaus wurde 1621 von Johann Georg von Osterhausen zum Schloss um- und aus­ge­baut. Gleichzeitig ent­stand die Kirche, deren Turm aus einem Wohnturm des 15. Jahrhunderts her­vor­ging, wel­cher als ältes­ter Teil der heu­ti­gen Schlossanlage gilt.

1756 weilte der preu­ßi­sche König Friedrich II. wäh­rend des Siebenjährigen Krieges auf Schloss Lockwitz. Nach meh­re­ren Besitzerwechseln kam 1768 Friedrich Graf von Dallwitz an den Schlossbesitz, der zwei Jahre dar­auf baro­cke Umgestaltungsarbeiten in Auftrag gab. 1813 befand sich im Schloss ein Lazarett für preu­ßi­sche und rus­si­sche Soldaten. Im glei­chen Jahr erwarb Johann Gottlob Preußer das Grundstück. Das Gut wurde 1840 umge­baut und 1866 an Heinrich Christian Kap-​herr ver­kauft, der es sei­nem Sohn über­ließ. Kurz dar­auf fan­den Umbauarbeiten im Stil des Neoklassizismus statt. Die Familie Kap-​herr nutzte das Schloss bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges pri­vat. Im Speisesaal wurde 1929 ein klei­nes Heimatmuseum eingerichtet.

Nach 1945

Im Rahmen der Bodenreform wurde Schloss Lockwitz 1946 ent­eig­net und die Kap-​herrs nach Rügen depor­tiert. Im Schloss wur­den eine Staatliche Feuerwehrschule und spä­ter eine Betriebsberufsschule für Geodäsie und Karthografie mit­samt Lehrlingswohnheim eingerichtet.

Nachwendezeit

Ab 1990 wurde die Schule als Vermessungsschule des Landesvermessungsamtes bis 2001 fort­ge­führt. 1994 wur­den erste Sanierungsarbeiten durch­ge­führt. Nach der Schließung der Schule stand das Schloss leer. 2007 wurde das Schloss an einen pri­va­ten Investor verkauft.

Heutige Nutzung

Bis 2010 ent­stan­den Eigentumswohnungen im Schloss sowie in den eben­falls sanier­ten Nebengebäuden. Der große Schlosspark ist dadurch inzwi­schen nicht mehr zugänglich.

Dresden: Schloss & Wasserburg Prohlis

Schloss & Wasserburg Prohlis

Johann-​Georg-​Palitzsch-​Straße
01239 Dresden

Historisches

Um 1200 war Prohlis ein Herrensitz. Hier ent­stand ver­mut­lich bereits der erste Burgbau, wel­cher von einem Wassergraben umge­ben war. 1315 über­eig­nete Markgraf Friedrich I. von Meißen das Prohliser Vorwerk an das Dresdner Maternihospital, wel­ches 1463 Hans Henchen als Besitzer unter­stand. Dessen Familie und Nachkommen bewirt­schaf­te­ten den Hof einige Jahrhunderte lang. Sie errich­te­ten im 18. Jahrhundert ein baro­ckes Landhaus. 1868 erwarb Freiherr Johann Christian von Kap-​herr das Gut und ließ neben Um- und Erweiterungsbauten das Schloss errich­ten. Gleichzeitig ent­stand der Schlosspark. Bis 1945 blie­ben Schloss und Park im Besitz der Familie.

Nach 1945

1945 besetz­ten die Sowjets das Schloss. Die Besitzer durf­ten in eini­gen Räumen woh­nen blei­ben. Nachdem ein­quar­tierte Flüchtlinge Teile der Einrichtung geplün­dert hat­ten, ver­pach­tete der letzte Schlossherr Victor von Kapherr das Schloss 1947 an die Kirchgemeinde Leubnitz-​Neuostra, die einen Gemeindesaal ein­rich­tete. Die Nebengebäude wur­den ab 1954 vom VEG Pillnitz als Schweine- und Rindermastanlage genutzt. Sie ver­fie­len und muss­ten 1978 bau­po­li­zei­lich gesperrt wer­den. Mit dem Bau des Neubaugebietes wur­den Teile der Anlage abge­ris­sen. Das Schloss sollte zum Kulturzentrum aus­ge­baut wer­den. Mitte Dezember 1980 kam es ver­mut­lich durch Inszenierung zum Brand und Totalschaden des Schlosses. Versuche zur Rettung des Schlosses schei­ter­ten, es wurde im März 1985 abgerissen.

Heutige Nutzung

Heute erin­nert nur noch eine Infotafel an den frü­he­ren Standort. Gleich dane­ben befin­det sich eine Kirche. Das Parkgelände gehört seit 1990 wie­der den Erben der frü­he­ren Schlossbesitzer.

Bodendenkmal

Die frü­here Wasserburg, die kom­plett über­baut wurde durch das spä­tere Prohliser Schloss, steht unter Schutz.

Dresden: Schloss & Wasserburg Nickern

Wasserburg & Schloss Nickern

Altnickern 36
01239 Dresden

Historisches

Das Schloss geht auf eine Wasserburg des 12. Jahrhunderts zurück und befand sich im Besitz der Ritter von Karas. Später befand sich das Gut im Besitz der ver­mö­gen­den Familie Ziegler. Der Vorgängerbau des heu­ti­gen Schlosses wurde ab 1511 unter den dama­li­gen Besitzern, der Familie Alnpeck, im Renaissancestil umge­baut und erlebte neben zahl­rei­chen Besitzerwechseln auch jede Menge bau­li­che Veränderungen. 1622 wurde das Schloss unter Johann Georg von Osterhausen erwei­tert, der es zwei Jahre zuvor erwor­ben hatte. 1693 erfolg­ten unter Hans von Bose nach bereits zwei­jäh­ri­ger Eigentümerschaft erneute Umbauten. Der Turm wurde 1870 errich­tet. In der zwei­ten Hälfte der 1930er Jahre über­nahm die deut­sche Luftwaffe Teile des Rittergutslandes, um hier eine Flakkaserne zu errichten.

Nach 1945

1945 wurde der letzte Besitzer ent­eig­net. Das Schloss diente nach­fol­gend als Wohnraum und brannte 1960 teil­weise ab. In den 1980er Jahren erfolgte eine Umgestaltung zum Klub- und Kulturhaus, wel­ches bis 2000 von der Interessengemeinschaft Schloss Nickern betrie­ben wurde.

Nachwendezeit

Nach eini­gen Jahren Leerstand und einer 5,6 Millionen € teu­ren Sanierung in den 1990er Jahren ver­kaufte die Stadt Dresden das Schloss 2003 an eine Gastwirtin, die kurze Zeit spä­ter schei­terte. Seit Herbst 2004 hat Schloss Nickern einen neuen pri­va­ten Eigentümer. Der Kaufpreis betrug 270.000 €, wor­auf­hin die Stadt Dresden einen Negativpreis wegen Steuergeldverschwendung erhielt.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird für ver­schie­dene kul­tu­relle Events genutzt und kann für pri­vate Veranstaltungen gemie­tet wer­den. Sanierungsarbeiten sind nach wie vor im Gange.

Bodendenkmalschutz

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg wurde 1972 unter Schutz gestellt. Sie ist durch das heu­tige Schloss Nickern voll­stän­dig über­baut. Die ehe­ma­li­gen Gräben sind verfüllt.

Dresden: Vorwerk & Hungerburg Kauscha

Vorwerk Kauscha
Hungerburg

Am Stausee 3
01239 Dresden

Historisches

Funde las­sen auf eine Wallburg, die so genannte Hungerburg, im spä­ten 11. Jahrhundert schlie­ßen. Als Herrensitz wurde Kauscha jedoch erst um 1350 unter Caspar de Kudisschowe genannt. Ein Vorwerk war erst­mals um 1471 belegt.

Heutige Nutzung

Auf dem Gelände ist seit 1994 ein Kinder- und Jugendbauernhof ansäs­sig. Die Sanierung des Hauptgebäudes ist inzwi­schen erfolgt.

Dresden: Vorwerk Dobritz

Vorwerk Dobritz

Pirnaer Landstraße 38
01237 Dresden

Historisches

Das Herrenhaus sowie das kom­bi­nierte Wohn- und Pferdestallgebäude, am rech­ten Bildrand, wur­den um 1800 erbaut. Das Vorwerk war vor­ma­lig das größte Anwesen in Dobritz. Es ging in den Besitz der Stadt Dresden über und wurde auch als Stadtgut bezeichnet.

Nach 1945

Nach 1945 über­nahm das Volksgut Pillnitz das Objekt als Zweigbetrieb. Einige Jahre lang nutzte ein Reitverein das Gelände.

Heutige Nutzung

Das Vorwerk stand lange Jahre leer und war teil­weise ein­sturz­ge­fähr­det. Die Gebäude wur­den schließ­lich in ver­schie­de­nen Auktionen ver­stei­gert. Auf dem Gelände hin­ter dem Haupthaus des Vorwerks wurde bis 2012 ein Reihenhaus für drei Familien errich­tet. 2015 erfolgte die Sanierung des Herrenhauses, zuvor die des Wirtschaftsgebäudes.

Dresden: Palais im Großen Garten

Palais im Großen Garten

Hauptallee/​Palaisteich
01219 Dresden

Historisches

1676 begann der Ankauf von Feldern, um 1678 im Auftrag des Kurprinzen Johann Georg III. mit dem Palaisbau begin­nen zu kön­nen. Allein die Rohbauarbeiten nach fran­zö­si­schem Vorbild mit ita­lie­ni­schen Einflüssen dau­er­ten fünf Jahre an. 1690 konnte der Innenausbau voll­endet wer­den. Schon ab 1683, mit der Vollendung des Rohbaus, erfolg­ten erste Umgestaltungsarbeiten des Großen Gartens, wobei zwi­schen 1684 und 1694 acht Kavalierhäuschen um das Palais herum gebaut wur­den und ab 1699 der große Zierteich und ein Fasanengehege ent­stan­den. Fünf der Kavalierhäuschen sind bis heute erhalten.

Seit 1694 befand sich das Palais im Besitz von August dem Starken. Unter ihm wur­den pom­pöse Hoffeste im Palais im Großen Garten gefei­ert, dar­un­ter auch die Hochzeit sei­nes Sohnes, Kurprinz Friedrich August, mit der öster­rei­chi­schen Erzherzogin Maria Josepha im Jahre 1719. Im Laufe der 1720er Jahre ging das Interesse für Hoffeste im Palais ste­tig zurück. Zunächst geplante Umbauten am Palais wur­den nicht mehr aus­ge­führt, statt­des­sen kam es zu einer Umnutzung der Räumlichkeiten. Ende 1729 ließ August der Starke seine umfang­rei­che Antikensammlung mit 194 Statuen auf­stel­len. Diese gilt als die erste große Antikensammlung in Deutschland. Diese Sammlung ver­blieb bis 1747 im Palais.  1764 wur­den Teilbereiche des Großen Gartens im eng­li­schen Stil umgestaltet.

Im Siebenjährigen Krieg kam es zu schwe­ren Zerstörungen am Palais. Die Schlacht bei Dresden 1813 hatte erneute Kriegsschäden zur Folge. Kurz dar­auf wurde der Große Garten für die Öffentlichkeit zugäng­lich gemacht. Ab 1828 nutzte eine Gartenbaugesellschaft das Palais als Depot und für gar­ten­bau­li­che Ausstellungen. 1841 bezog der Königlich Sächsische Altertumsverein das Erdgeschoss und stellte darin sakrale Bildwerke aus. Von 1861 bis 1889 wurde der Nachlass von Hofbildhauer Ernst Rietschel im Festsaal des Palais gezeigt. Danach nutzte der Königlich Sächsische Altertumsverein das gesamte Gebäude.

Nach 1945

1945 wurde das Palais durch Bombenangriffe schwer zer­stört. Die Sicherungs- und Aufbauarbeiten began­nen schritt­weise im Jahr 1954 und dau­ern an. Zwischen 1978 und 1984 wurde das Palais im Großen Garten als Atelier für den Wiederaufbau der Semperoper genutzt.

Heutige Nutzung

Im Palais fin­den heute Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Veranstaltungen statt.