Naunhof: Vorwerk Lindhardt

Vorwerk Lindhardt

Blaufichtenweg 4 (Forsthaus)
04683 Naunhof OT Lindhardt

Historisches

Das Vorwerk wurde erst­mals 1450 und zuletzt 1875 erwähnt. Die Grundherrschaft hatte für meh­rere Jahrhunderte das Rittergut Belgershain übernommen.

Heutige Nutzung

Das zum Vorwerk gehö­rende Forsthaus, erbaut um 1820, weist zwei burg­turm­ähn­li­che Einfahrtspfosten auf.

Naunhof: Herrensitz Erdmannshain

Herrensitz Erdmannshain

04683 Naunhof OT Erdmannshain

Historisches

Der Herrensitz wurde 1272 unter Otto de Ertmarishain erwähnt. 1378 unter­stand Erdmannshain in der Verwaltung dem castrum Naunhof. Bereits 1398 war nur noch von einem Hof die Rede. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Herrensitz bereits damals wie­der auf­ge­löst wurde. 1606 wurde die Grundherrschaft über Erdmannshain vom Rittergut Pomßen ausgeübt.

Neukieritzsch: Schloss Lobstädt

Schloss Lobstädt

Schlossstraße 27
04575 Neukieritzsch OT Lobstädt

Historisches

Das Schloss wurde 1445 erwähnt und in der ers­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Familiensitz der bedeu­ten­den Adelsfamilie von Könneritz erbaut. Im 19. Jahrhundert fan­den Umbauten statt.

Heutige Nutzung

Das Schloss ist stark sanierungsbedürftig.

Geithain: Herrenhaus Ossa

Herrenhaus Ossa

Siedlung 13 (?)
04653 Geithain OT Ossa

Historisches

Das Rittergut war der Stammsitz der Familie von Ossa, wel­che es ver­mut­lich um 1222 erbauen lie­ßen, und befand sich bis ins 17. Jahrhundert in ihrem Besitz. Dann gehörte es den Familien Naumann, aus dem Winckel, von Wolfersdorff und seit Mitte des 18. Jahrhunderts der Familie von Bastineller. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es neu errichtet.

Heutige Nutzung

Eine Schule und das Gemeindeamt sind heute im Herrenhaus untergebracht.

Markkleeberg: Vorwerk Auenhain

Vorwerk Auenhain

Am Feriendorf
04416 Markkleeberg

Historisches

Das Vorwerk ist nicht mehr exis­tent, da der Ortsteil Auenhain 1976 für den Kohleabbau abge­bag­gert wurde. Erwähnt wurde das Vorwerk 1834 sowie 1875. Heute erin­nert ein Ferienpark am Markkleeberger See an das Vorwerk.

Grimma: Burg & Schloss Mutzschen

Burg & Schloss Mutzschen

Zum Schloss 7
04668 Grimma OT Mutzschen

Historisches

Um 1060 wurde an der Stelle des heu­ti­gen Schlosses erst­mals eine Burgwallanlage erbaut. Seit 1206 war der Schlossberg Herrensitz unter Cunradus de Mutsin. Spätestens 1308 kam die Anlage in den Besitz der Burggrafen von Leising. Um 1400 wech­selte die Burg in den Besitz der Familie von Starschedel. Der Kurfürst August I. von Sachsen erwarb 1556 die Burg und ließ sie umge­stal­ten. Im Zuge des­sen wur­den die Wirtschaftsanlagen in ein Kammergut über­führt. 1622 ver­kaufte Kurfürst Johann Georg I. das Schloss an die Familie Döring.

1681 brannte Schloss Mutzschen kom­plett nie­der, 1703 began­nen die Arbeiten zum Wiederaufbau im Auftrag von August dem Starken. Heinrich von Canitz erwarb Schloss Mutzschen 1740 und ließ zwi­schen 1752 und 1754 Erweiterungs- und Umgestaltungsarbeiten am Schloss vor­neh­men. Im Siebenjährigen Krieg wurde es als Offiziersquartier genutzt. Ab 1847 befand sich Schloss Mutzschen im Besitz des säch­si­schen Gerichtsdirektors Gaudich, der bau­li­che Veränderungen vor­neh­men lies. Besitzer ab 1852 waren die Familien Steinbrück, Kuhfahl, Kleemann, Thränhardt und ab 1901 Emil Naumann, der eine Stiftung ein­rich­tete. Schloss Mutzschen diente wäh­rend des Zweiten Weltkrieges als Einlagerungsort für wert­volle Kunstgegenstände.

Nach 1945

1945 wurde die Dr.-Emil-Naumann-Stiftung ent­eig­net. Ab dem fol­gen­den Jahr wurde das Schloss als Jugendschule und spä­ter als Jugendherberge genutzt. Letztere musste 1999 den Betrieb einstellen.

Heutige Nutzung

Im Torhaus wurde 1959 das heu­tige Stadtmuseum ein­ge­rich­tet. Ende 2007 wurde das leer ste­hende Schloss Mutzschen für 600.000 € an einen Investor ver­kauft. Anfang 2016 erwarb eine US-​amerikanische Investorin Schloss Mutzschen. Ihr Konzept eines Biker-​Resorts umfasst Restaurant, Hotel und Veranstaltungen.

Bodendenkmalschutz

Die ursprüng­li­che Burganlage wurde durch das spä­tere Schloss über­baut und Anfang 1937 als Bodendenkmal geschützt. Erneuert wurde der Schutz 1956. Das Plateau der frü­he­ren Burg misst etwa 80 x 50 m und wird durch einen 17 m tie­fen Halsgraben, der in den Felsen ein­ge­ar­bei­tet ist, vom Vorburggelände abgeriegelt.

Machern: Wasserburg & Schloss Machern

Wasserburg & Schloss Machern

Schlossplatz 1
04827 Machern

Historisches

Bereits um 1324 war ein Herrensitz unter Johannes de Macherye benannt, wel­cher als Wasserburg kon­kre­ti­siert wurde. Seit 1430 ist die Familie von Lindeau auf Machern ansäs­sig gewe­sen. 1566 ent­stand ein Schlossbau unter Wolf von Lindeau, der den Vorgängerbau mit ein­be­zog. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt das Schloss sein heu­ti­ges Aussehen. So wur­den bei­spiels­weise der Treppenturm 1733 auf­ge­stockt, ein Altan ange­baut und Umgestaltungen im Innenbereich vorgenommen.

Ab 1795 bis 1796 erfolgte der Bau der rie­si­gen künst­li­chen Ritterburg im Park, die als Privatmuseum genutzt wor­den war. Bereits 1792 war der Nachbau einer ägyp­ti­schen Pyramide aus­ge­führt wor­den. 1797 folgte noch der Bau des Tempels der Hygieia. Zusätzlich wurde der Park durch eine wei­tere künst­li­che Ruine, die Wilhelmsruhe, eine goti­sche Brücke, des Agnestempel und eine Eremitage ergänzt.

Durch das Grundstück wurde ab 1838 eine Teilstrecke der Eisenbahn gebaut, wodurch es zur Austrocknung der Wasserflächen um das Schloss herum kam. 1802 musste der Graf  von Lindeau sei­nen Besitz aus finan­zi­el­ler Not her­aus ver­kau­fen. Vier Jahre dar­auf erwarb Gottfried Wilhelm Schnetger  das Rittergut mit Schloss Machern. Seine Familie bewirt­schaf­tete das Rittergut bis zur Enteignung.

Nach 1945

Paul Theodor Schnetger wurde 1945 ent­eig­net. Das Rittergut und die Ländereien wur­den auf­ge­teilt. Das Schloss und die Rittergutsgebäude ver­ka­men. Daraufhin kam Schloss Machern in Gemeindeeigentum und ins Schloss zogen Kulturhaus, Gaststätte, Gemeindeamt und Dorfschule sowie Mieter ein. 1950 wurde die “Ritterburg” durch Brand beschä­digt, im Schloss brannte es 1981 im Ostflügel. Zwischen 1989 und 1989 erfolg­ten Rekonstruktionsarbeiten.

Nachwendezeit

1990 begann die auf­wän­dige Sanierung des Schlosskomplexes. Die bereits 1988 begon­nene Sanierung der Burgruine wurde 1995 abgeschlossen.

Heutige Nutzung

Im Kavaliershaus befin­det sich heute ein Hotel. Das Schloss selbst wird für Hochzeiten und ver­schie­dene andere kul­tu­relle Veranstaltungen genutzt. Im Park las­sen sich die vie­len zusätz­li­chen Bauten bewundern.

Bodendenkmalschutz

Die ursprüng­li­che Wasserburg wurde durch das Schloss über­baut. Der Graben wurde tro­cken­ge­legt und ist teil­weise noch erhal­ten. Das Areal der Wasserburg steht seit Ende 1973 als Bodendenkmal unter Schutz.

Markkleeberg: Herrenhaus Wachau

Herrenhaus Wachau

Bauernhofstraße 1 /​ Markkleeberger Straße 60–62
04416 Markkleeberg

Historisches

1377 ver­kauf­ten die Herren von Heinitz Gut und Dorf Wachau an das Nonnenkloster Ilgenthal zu Buch bei Leisnig. 1536 ging es an die Herren von Penig auf Schönburg und um 1551 an den kur­fürst­li­chen Rat Hans von Ponickau auf Pomßen über. Die Stadt Leipzig erwarb das Gut Wachau 1582. Nachfolgend gab es unzäh­lige bür­ger­li­che Besitzerwechsel. Bedeutend war die Familie Kühlewein, die das Rittergut 1584 erwarb und im dar­auf fol­gen­den Jahr das alte Gut erst abrei­ßen und anschlie­ßend neu auf­bauen ließ. Johann Gottlieb Quandt d. Ä. erwarb das Rittergut 1801, wel­ches 1813 als Hauptquartier des fran­zö­si­schen Feldmarschalls Murat diente. 1856 gelangte das Gut in den Besitz der Familie Weinschenk, die es, da sie in Konkurs gera­ten war, 1904 an die Stadt Leipzig ver­kaufte. Das Herrenhaus wurde wäh­rend des Krieges 1942/​1943 zerstört.

Nach 1945

Nach 1945 wurde das Rittergut volks­ei­ge­nes Gut.

Heutige Nutzung

Vom ehe­ma­li­gen Gebäudeensemble sind nur noch ein Stallgebäude sowie das Windmühlentor erhal­ten. Im Park befin­det sich der Sarkophag der Friederike Quandt. Auf dem Gelände des vor­ma­li­gen Rittersguts steht heute der Neubau einer Pension.