Penig: Neues Schloss Penig

Neues Schloss Penig

Schlossstraße 5
09322 Penig

Historisches

Anstelle eines Wirtschaftshofes für das Alte Schloss Penig ent­stand zwi­schen 1556 und 1557 das Vordere Schloss unter den Herren von Schönburg. Es wurde zwi­schen 1787 und 1790 durch den Bau des Neuen Schlosses ersetzt, nach­dem das Vordere Schloss bereits 1711 abge­brannt war.

Für den Schlossumbau wur­den die Bauern zu Frondiensten her­an­ge­zo­gen, was zu Unruhen führte und in den säch­si­schen Bauernaufstand 1790 gip­felte. Bis 1852 diente das Neue Schloss als Amtshaus und wurde 1889 gemein­sam mit dem Alten Schloss von den Herren Flinsch gekauft, die eine Papierfabrik ein­rich­te­ten. Im Volksmund wurde das Schloss auch als “Lumpenschloss” bezeichnet.

Nach 1945

Nach Aufgabe der Papierfabrik diente das Schloss viel­fäl­ti­gen Zwecken.

Nachwendezeit

Die Stadt Penig ließ ab 1992 zunächst die Fassade des Schlosses erneu­ern. Kurz dar­auf  wurde es kom­plett saniert und es ent­stan­den alters­ge­rechte Wohnungen.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird durch Bibliothek, Polizeistation und betreu­tes Wohnen genutzt.

Leisnig: Wallburg Fischendorf

Wallburg Fischendorf

Drei Hübel Berg
04703 Leisnig OT Fischendorf

Historisches

Von der Wallburg aus der Bronzezeit, die spä­ter auch noch von den Slawen genutzt wurde, sind nur noch geringe Wallreste erhal­ten. Die Form war drei­eckig gehal­ten. Erkennbar sind noch eine Außenböschung von etwa 40 m Länge sowie ein Hügel von 8 m Höhe und 25 m Durchmesser. Die Innenfläche der Wallburg maß einst etwa 100 x 80 m. Die Wallburg befin­det sich auf einer Geländezunge rechts der Grimmaer Straße zwi­schen den bei­den Ortslagen von Fischendorf.

Bodendenkmalschutz

Das Areal steht seit 1936 unter Schutz als Bodendenkmal. Der Schutz wurde Ende 1958 erneuert.

Penig: Rittergut Thierbach

Rittergut Thierbach

Peniger Straße 52
09322 Penig OT Thierbach

Historisches

Das Rittergut Thierbach geht auf einen 1277 erwähn­ten Herrensitz von Heinricus dic­tus de Thyrbach zurück. 1393 bestand ein Vorwerk, 1551 ein Rittergut. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Schönburg mit dem Rittergut Thierbach belehnt. Im 17. Jahrhundert wurde das Herrenhaus erbaut. Das Rittergut gehörte ab dem 18. Jahrhundert den Familien von Kötteritz, Müller und Gräser. Von 1869 bis 1908 befand sich das Riottergut im Besitz der Familie Pfefferkorn. Bruno Wunderlich erwarb das Rittergut Thierbach 1925.

Nach 1945

Mit Durchführung der Bodenreform wur­den die Rittergutsbesitzer ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde dar­auf­hin in ein Wohnhaus umgewandelt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird wei­ter­hin als Mietshaus genutzt. Durch den Rittergutsgarten ver­lau­fen heute Bahngleise.

Leubsdorf: Vorwerk Schellenberg

Vorwerk Schellenberg

09573 Leubsdorf OT Schellenberg

Historisches

Das Vorwerk Schellenberg wurde erst­mals 1445 unter dem Namen Dorfschellemberg beur­kun­det. Weitere Informationen sind spär­lich, was zu der Annahme ver­lei­tet, dass das Vorwerk nicht lange bestand.

Das Vorwerk Schellenberg ist nicht mit dem Vorgängerbau der nahe gele­ge­nen Augustusburg, der Burg Schellenberg, iden­tisch. Um Verwechslungen zu ver­mei­den, wurde der Leubsdorfer Ortsteil schon um 1378 Aldin-​Schelnberg bezie­hungs­weise Aldynschelnberg und ab Mitte des 15. Jahrhunderts Dorf Schellenberg, in unter­schied­li­cher Schreibweise, genannt. Erst 1919 erfolgte die Umbenennung in Schellenberg.

Leisnig: Burg Mildenstein

Burg Mildenstein

Burglehn 6
04703 Leisnig

Historisches

Eine erste Burg wurde 931 bis 933 durch König Heinrich I. erbaut und 1046 urkund­lich als bur­ch­war­dum erwähnt. 1081 erfolgte der Bau der ers­ten Steinburg. Zwei Jahre spä­ter kam die Burg an den Grafen Wiprecht von Groitzsch. Er hatte sie als Hochzeitsgeschenk für seine Gemahlin Ludmilla von Böhmen erwor­ben. Die erste Nennung als cas­tel­lum datiert auf das Jahr 1084. Diese Anlage wurde 1104 durch Markgraf Heinrich von Meißen zer­stört. Mit dem Wiederaufbau wurde im fol­gen­den Jahr begonnen.

1143 ist ein Herrensitz unter Heinricus de Liznik ver­zeich­net. 1147 über­nahm Friedrich III. von Schwaben, wel­cher spä­ter als Friedrich Barbarossa berühmt wurde, den Leisniger Burgbezirk mit­samt dem bestehen­dem castrum. Damit besaß er auch zeit­wei­lig die Burg Mildenstein. Nach mehr­ma­li­gem Besitzerwechsel wurde 1158 in Leisnig ein Burggraf benannt. Für 1172 ist ein Herrensitz unter Otto und Thiemo de Lisnik vermerkt.

Die Burggrafschaft endete 1365, als die Markgrafen Friedrich III., Balthasar und Wilhelm I. die Burg Mildenstein ein­nah­men, wor­auf­hin die damals ansäs­sige Burggrafenfamilie die Burg ver­las­sen musste. Leisnig ver­blieb im Besitz der Markgrafen von Meißen und der Kurfürsten von Sachsen.

Im 14. und 15. Jahrhundert diente die Burg Mildenstein als Aufenthaltsort und Witwensitz, ver­lor danach jedoch an Bedeutung. Die Burg wurde nun nur noch als Verwaltungssitz mit Gericht und Gefängnis genutzt.

Die Burg Mildenstein wurde zwi­schen 1550 und 1560 neu erbaut, wobei der Rundturm bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt und die Burgkapelle zwi­schen 1081 und 1084 erbaut wurde. Das Pagenhaus stammt aus der Zeit um 1390 und wurde auf den Überresten der vor­ma­li­gen Hinterburg errich­tet. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das soge­nannte Herrenhaus erbaut. 1708 bis 1723 erfolgte der Umbau zum Kurfürstlichen Amtsgericht mit Gefängnis. 1875 wurde der im 17. und 18. Jahrhundert zurück­ge­baute Bergfried als Aussichtsturm ein­ge­weiht. Bereits 1890 begann die museale Nutzung der Burg. Im Vorderschloss ent­stan­den 1910 meh­rere Ausstellungsräume.

Nach 1945

Mit Kriegsende über­nahm die Stadt Leisnig die Burg und rich­tete darin 1952 ein Kreismuseum sowie Wohnungen ein, womit die Nutzung als Gericht endete. 1964 wurde auf dem Burggelände ein Heimattiergarten ange­legt. Zwischen 1981 und 1984 fan­den Restaurierungsarbeiten statt.

Nachwendezeit

1990 wurde der Heimattierpark geschlos­sen. Die Burg Mildenstein wurde ab 1991 auf­wen­dig saniert. Anfang 2008 wur­den Szenen des Hollywood-​Films “The Countess” auf Burg Mildenstein gedreht.

Heutige Nutzung

Burg Mildenstein wird als Museum genutzt und ist für seine bei­den Riesenstiefel bekannt. Der erste Riesenstiefel war mit einer Höhe von 3,70 m der bis 1996 größte Stulpenstiefel der Welt. 1996 wurde ein zwei­tes Exemplar ange­fer­tigt, wel­ches statt­li­che 4,90 m misst.

Bodendenkmalschutz

Die Ursprungsburg wurde 1936 und erneut 1958 unter Bodendenkmalschutz gestellt.

Lunzenau: Allodialgut Berthelsdorf

Allodialgut Berthelsdorf

Zur Amtsmannskluft 1
09328 Lunzenau OT Berthelsdorf

Historisches

In Berthelsdorf bestand 1508 ein Vorwerk, wel­ches 1551 zum Rittergut erho­ben wurde. Im 18. Jahrhundert war erneut ein Vorwerk akten­kun­dig, wel­ches 1875 als Allodialgut Erwähnung fand.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde nach 1945 abge­ris­sen. An sei­ner Stelle befin­den sich heute meh­rere Garagen.

Heutige Nutzung

Erhalten ist noch ein Wirtschaftsgebäude, wel­ches Wohnzwecken dient.

Lichtenberg: Vorwerk Müdisdorf

Vorwerk Müdisdorf

09638 Lichtenberg OT Müdisdorf

Historisches

Bei dem 1567 urkund­lich erfass­ten Vorwerk Müdisdorf soll es sich um ein von jeher unbe­bau­tes Vorwerk gehan­delt haben. Es gab offen­bar ledig­lich land­wirt­schaft­li­che Flächen.

Lichtenau: Vorwerk Niederlichtenau

Vorwerk Niederlichtenau

Kirchgasse 1a
09244 Lichtenau OT Niederlichtenau

Historisches

Das Vorwerk Niederlichtenau wurde 1562 erwähnt und bestand noch im 18. Jahrhundert. Das Wohnhaus wurde im 19. Jahrhundert erbaut.

Heutige Nutzung

Das sanie­rungs­be­dürf­tige Wohnhaus diente zuletzt Wohnzwecken.

Leisnig: Rittergut Gorschmitz

Rittergut Gorschmitz

Gorschmitz 1
04703 Leisnig OT Gorschmitz

Historisches

Die erste Nennung von Gorschmitz als Herrensitz erfolgte 1278 unter Jacobus de Cortzemiz. 1290 erfolgte die Erwähnung als Erbgut des Klosters Buch. Die Besitzer wech­sel­ten mehr­fach, unter ande­rem besa­ßen ab 1504 Ambrosius Pesseler und ab 1628 Matthes Braun das Rittergut Gorschmitz. 1684 kaufte an Georg Hoffmann, der durch Glücksspiel zu Geld gekom­men war. Er baute das zu die­sem Zeitpunkt aus­ge­brannte und rui­nöse Rittergut wie­der auf. Nach sei­nem Tod 1699 wech­sel­ten die Besitzer erneut mehrfach.

Nach Friedrich Seyfried kam das Rittergut 1764 an die Familie Petzsch, die das Rittergut nun­mehr über meh­rere Generationen bis 1901 in ihrem Besitz behielt. In jenem Jahr erwarb Hermann Nitzsche den Hof und ver­kaufte ihn nur fünf Jahre spä­ter an Wilhelm Heinrich Schroeder. 1932 ver­machte die­ser das Rittergut Gorschmitz sei­nem Schwiegersohn Wilhelm Krüger, der bis 1945 Besitzer blieb und das Rittergut bewirrtschaftete.

Nach 1945

Wilhelm Krüger wurde 1945 ent­eig­net. 1947 wur­den das Dach sowie zwei Geschosse des Herrenhauses durch die Gemeinde abgetragen.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt, die Wirtschaftsgebäude befin­den sich in sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand.

Lichtenau: Vorwerk Biensdorf

Vorwerk Biensdorf

Biensdorfer Straße 12a/​12b
09244 Lichtenau OT Biensdorf

Historisches

Das 1465 erwähnte “Forwerk Bermisdorf” ist ein Vierseithof und bestand noch im 19. Jahrhundert. Die eins­tige Errichtung des Vorwerks erfolgte ver­mut­lich zum Schutz der Bergleute und ihrer Familien.

Heutige Nutzung

Erhalten sind ein Wohnstallhaus sowie zwei Wirtschaftsgebäude und eine Scheune.