Bahretal: Wasserburg & Schloss Ottendorf

Wasserburg & Schloss Ottendorf

Ottendorf Nr. 45 (Schloss)
Ottendorf Nr. 29, 31, 42, 43 (Wirtschaftsgebäude)
01819 Bahretal OT Ottendorf

Historisches

Ottendorf ver­fügte über eine mit­tel­al­ter­li­che, nicht näher datierte Wasserburg, wel­che sich einst west­lich an den heu­ti­gen Kirchhof anschloss. Ein Vorwerk fand 1400 Erwähnung und wurde zu jener Zeit an Barbara von Sullwitz ver­lie­hen. Eine erneute Belehnung erfolgte 1412 an meh­rere Mitglieder der Familien Karas und von Torgaw.

1445 befand sich das Dorf im Besitz der Familie von Bernstein. Wegen hoher Schulden muss­ten sie das Gut 1582 an ihren ver­schwä­ger­ten Dedo Rauchhaubt ver­kau­fen. Dieser ver­äu­ßerte es bereits ein Jahr spä­ter an Thamme von Sebottendorff zu Rottwerndorff. Drei Jahre spä­ter über­nahm Hans von Lindenau den Besitz, 1598 folgte Rudolf von Bünau. Nach des­sen Tod im Jahre 1661 wur­den als Besitzer nun die Herren von Metzsch und von Kromsdorf als Besitzer genannt.

Die Familie von Carlowitz konnte erst­mals 1681 mit Schloss Ottendorf in Verbindung gebracht wer­den. Das Renaissanceschloss wurde nach 1500 zunächst als Dreiflügelanlage errich­tet. Dadurch wurde die frü­here Wasserburg voll­stän­dig über­baut. Im 17. Jahrhundert wurde ein vier­ter Flügel ange­baut. Im Laufe der Zeit wurde der Wassergraben verfüllt.

Nach 1945

Bis 1945 war die Familie von Carlowitz Eigentümer, nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie ent­eig­net. Nach der Enteignung wurde der ehe­ma­lige Gutskomplex in Neubauernstellen aufgeteilt.

Nachwendezeit

Schloss Ottendorf wurde 1997 an einen Bayern ver­kauft, der Anfang 2001 jedoch zu einer Haftstrafe ver­ur­teilt wurde. Er hatte Schloss Ottendorf für die sym­bo­li­sche 1 DM erwor­ben. Über die aktu­el­len Besitzverhältnisse lie­gen keine gesi­cher­ten Informationen vor.

Heutige Nutzung

Das Schloss und einige Wirtschaftsgebäude sind teils stark sanie­rungs­be­dürf­tig bis rui­nös. Es herrscht über­wie­gend Leerstand vor. Andere Wirtschaftsgebäude wer­den bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Die frü­here Wasserburg steht seit 1972 als Bodendenkmal unter Schutz.

Bad Gottleuba-​Berggießhübel: Schloss Friedrichsthal & Vorwerk Dürrhof

Schloss Friedrichsthal & Vorwerk Dürrhof

Am Schloss 1
01816 Bad Gottleuba-Berggießhübel

Historisches

Das Schloss ging aus einem 1452 erwähn­ten Vorwerk her­vor, wel­ches einst­mals Dürrhof genannt wurde. Das Einzelgut lag wüst, bevor es wie­der­be­lebt wurde.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde unter Johann Ludwig Tüllmann ein Vorgängerbau des Schlosses errich­tet. Er genoss Privilegien von August dem Starken und nutzte diese zum erfolg­rei­chen Ausbau des Kurbetriebs in Berggießhübel. Nach Herrn Tüllmann erwarb Graf Kaisersmark das Gut. Ihm folgte Graf Pötting, der das heu­tige Schloss bauen ließ. Seine Tochter hei­ra­tete 1822 den Freiherren August Friedrich Wilhelm von Leyser und Schloss Friedrichsthal kam in des­sen Besitz. 1897 erwarb der Kommerzienrat und Fabrikant für Küchenmöbel Carl Eschebach Schloss Friedrichsthal. Nach des­sen Tod erwarb 1908 Graf Alexander von Rex Schloss Friedrichsthal. Unter die­sem fan­den zwi­schen 1908 und 1913 Umgestaltungsarbeiten nach heu­ti­gem Aussehen statt. Dabei ent­stan­den auch zwei der Wirtschaftsgebäude.

Nach 1945

Graf Alexander von Rex wurde 1945 ent­eig­net. Er starb nach sei­ner Deportation 1948. Schloss und Rittergut wur­den geplün­dert und anschlie­ßend auf­ge­teilt. Die LPG nutzte das Gut, dazu wur­den einige Gutsgebäude abge­ris­sen. Das Schloss selbst wurde 1949 zu einem Kur- und Bettenhaus umgebaut.

Nachwendezeit

Seit 1993 wurde das Schloss durch eine Fachklinik für psy­cho­so­ma­ti­sche Störungen genutzt und von 1996 bis 1997 saniert. Mitte 2005 schloss das the­ra­peu­ti­sche Zentrum im Schloss und zog in einen Neubau auf dem ehe­ma­li­gen Gutsgelände um. Ein Pächter nutzte das Schloss fortan für wenige Jahre als Hotel.

Heutige Nutzung

Aktuell steht das Schloss leer. Zum Rittergut gehör­ten ehe­mals die Kurhäuser Sächsisches Haus, Meißner Haus, Johann-​Georgen-​Bad, Talfrieden und Im Wiesengrund.

Tharandt: Jagdschloss Grillenburg

Jagdschloss Grillenburg

Hauptstraße 7
01737 Tharandt OT Grillenburg

Historisches

Das Jagdschloss Grillenburg wurde in den 1550er Jahren unter dem Kurfürsten Friedrich August von Sachsen erbaut. Die Ursprünge die­ser Anlage rei­chen jedoch, wie Kellergewölbefunde bestä­ti­gen, bis in das 12. Jahrhundert zurück. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gab es an glei­cher Stelle bereits eine burg­ähn­li­che Gutsanlage. Die in der Mitte des 16. Jahrhunderts ent­stan­dene Schlossanlage bestand sei­ner­zeit aus Fürstenhaus, Jägerhaus, Schösserei und einem Gesindewohnhaus mit­samt Stallungen. Die Sandsteinbrücke über den Gondelteich wurde 1730 durch Pöppelmann geschaffen.

Seit Mitte des 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert war das Schloss Sitz kur­fürst­li­cher bzw. königlich-​sächsischer Forst- und Jagdbehörden. Nach Um- und Erweiterungsbauten im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Komplex durch Brände und Kriege soweit zer­stört, dass nebst des 1828 erfolg­ten Abrisses des Fürstenhauses nur noch die Schösserei und Umfassungsmauern erhal­ten blie­ben. Die Fassade der Schösserei wurde 1855 rekon­stru­iert, als sie zum könig­li­chen Jagdschloss umge­baut wurde.

Das Jagdschloss Grillenburg wurde seit 1918 als Café und Herberge genutzt. 1936 begann der 1945 fer­tig gestellte Umbau zum Sächsischen Jägerhof. Hinter dem Jagdschloss wurde von 1938 bis 1939 auf dem Gewölbefundament das Neue Jägerhaus errich­tet, das nach sei­ner Fertigstellung vom Sächsischen Reichsstatthalter, Ministerpräsidenten und Landesjägermeister Martin Mutschmann genutzt wurde.

Nach 1945

Die Technische Hochschule bzw. Universität Dresden, Fakultät für Fortwirtschaft, nutzte das Jagdschloss Grillenburg seit 1953 und eröff­nete 1966 eine Forstliche und Jagdkundliche Lehrschau. Während der DDR-​Zeit bis 1990 diente das Neue Jägerhaus als Kurheim.

Nachwendezeit

Bis 1993 nutzte die Gemeinde Kurort Hartha das Neue Jägerhaus als Pension. Im Schloss wurde 2004 das Museum des Waldes ein­ge­rich­tet, betrie­ben von der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, die ihren Sitz bis 2009 eben­falls im Schloss hatte. Mitte 2008 fan­den im und am Schloss Grillenburg Sanierungsarbeiten statt. Der Wiedereinzug der Landesstiftung war für 2017 vor­ge­se­hen, erfolgte jedoch nicht. Das Neue Jägerhaus steht eben­falls leer.

Heutige Nutzung

Bis 2023 soll das Jagdschloss in Zusammenarbeit mit der TU Dresden und einem Investor saniert und als Konferenz- und Tagungszentrum zusam­men mit einem Hotelneubau genutzt wer­den. Es ist dafür mit Stand von September 2019 von einem Investitionsvolumen von 36 Millionen Euro die Rede.

Das Jagdschloss Grillenburg liegt nach wie vor im Dornröschenschlaf. Bis August 2021 sind noch keine sicht­ba­ren Sanierungsarbeiten voll­zo­gen worden.

 

Bad Schandau: Burgwarte & Burgruine Schomberg

Burgwarte & Burgruine Schomberg

Schlossberg
01814 Bad Schandau

Historisches – Burgwarte

Die Burgwarte Schomberg wurde ver­mut­lich bereits im frü­hen 13. Jahrhundert errich­tet. Anhand von archäo­lo­gi­schen Untersuchungen mit viel­fäl­ti­gen Funden konnte nicht nur eine Besiedlung des Schlossbergs im 14. Jahrhundert nach­ge­wie­sen wer­den, son­dern auch eine Besatzung mit berit­te­nen Männern.

Die Befestigungsanlage diente als Strom- und Straßenwarte zur Sicherung des Warenverkehrs auf der Elbe sowie auf den länd­li­chen Handelswegen zwi­schen Böhmen, der Mark Meißen und der Lausitz. Die Burgwarte Schomberg gehörte zur Herrschaft Hohnstein und unter­stand somit der berühmt-​berüchtigten Adelsfamilie der Berken von der Duba. Brandspuren an den Überresten der Wehranlage deu­ten auf eine Zerstörung in den Hussitenkriegen zwi­schen 1419 und 1436 hin.

Von der eins­ti­gen Gebäudesubstanz der Burgwarte Schomberg ist auf­grund der dama­li­gen Holzbauweise heute nichts mehr vor­han­den. Das gesamte Burgareal war durch Mauern und Palisaden sowie einen dop­pel­ten Wall gesi­chert. Erhalten sind noch einige wenige Mauerreste, der dop­pelte Burgwall, ein Gürtelgraben und ein Halsgraben. Die teils gemau­erte und teils in den Felsen gehauene runde Zisterne wurde zwi­schen 1938 und 1941 frei­ge­legt. Mittlerweile ist sie wie­der verschüttet.

Historisches – Burgruine

Die künst­li­che Burgruine wurde in der Zeit der Romantik gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf dem frü­he­ren Burggelände errich­tet. In den Bau wur­den Mauerreste der ori­gi­na­len Burg inte­griert, zusätz­lich wurde ein Damm auf­ge­schüt­tet, wel­cher mit Stufen ver­se­hen ist. Die Einweihung der Burgruine Schomberg erfolgte 1883.

Heutige Nutzung

Die Burgruine dient heute als Ausflugsziel. Der Ruinenturm ver­fügt über eine Aussichtsplattform, die Aussicht ist auf­grund des bewal­de­ten Hangs eingeschränkt.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage der Burgwarte steht als früh­ge­schicht­li­ches Bodendenkmal seit 1972 unter Schutz.

Rabenau: Freigut Karsdorf

Freigut Karsdorf

01734 Rabenau OT Karsdorf

Historisches

1699 wurde das Weidegut gebaut. 1720 wurde aus meh­re­ren ande­ren Grundstücken das Freigut gebildet.

Heutige Nutzung

Das mit Schilf gedeckte Gut wurde in den 1970er Jahren wegen Baufälligkeit abgebrochen.

Tharandt: Schloss Tharandt

Schloss Tharandt

Maurische Villa
Heinrich-​Cotta-​Straße 17
01737 Tharandt

Historisches

Das Schloss in Tharandt wurde zwi­schen 1858 und 1861 anstelle eines Landhauses unter Ariel Graf von der Recke-​Volmarstein erbaut und 1866 vom pol­ni­schen Grafen und Kammerherrn Jérôme Michael Leszczyc-​Sumiński erwor­ben. Er ließ Umgestaltungsarbeiten vor­neh­men und ver­erbte das Schloss 1898 sei­nem Stiefsohn Baron von Recum. 1936 fan­den erneut Umgestaltungsarbeiten statt, nach­dem das Schloss von einem Brand zer­stört wor­den war.

Der Bogengang ver­fügt über Gestaltungselemente aus der indisch-​islamischen Architektur. Der Zugang zum Schloss, das wahl­weise auch als Maurische Villa bezeich­net wird, erfolgt über eine Brücke in den Turmbau. Das Schloss befin­det sich unter­halb der Burgruine.

Nach 1945

Nach 1945 hatte die Forstfachschule, die spä­tere Forstakademie, ihren Sitz im Schloss.

Nachwendezeit

Ende der 1990er Jahre zog die Forstakademie aus. Seit 1999 stand das Schloss leer. Im Oktober 2001 (andere Quelle: 2002) wurde es in Privatbesitz ver­kauft. Die Stadt Tharandt hatte zuvor selbst Pläne das Schloss vom Freistaat zu erwer­ben und ein Waldmuseum darin einzurichten.

Heutige Nutzung

Nach der Sanierung, die in Teilschritten bis 2014 been­det sein sollte, soll das Schloss für pri­vate als auch für öffent­li­che Zwecke genutzt wer­den. Die Eigentümer bewoh­nen die Maurische Villa.
(Fotos: Oktober 2024)

Bahretal: Rittergut Gersdorf

Rittergut Gersdorf

Gutspark
01819 Bahretal OT Gersdorf

Historisches

Nach dem Ende der Dohnaischen Fehde 1402 wur­den als Besitzer zwei adlige Familien bekannt, die Familie von Körbitz als Besitzer des Vorwerks, wel­ches spä­ter zum Rittergut erho­ben wurde, sowie die Familie von Wurgwitz als Besitzer des Niedervorwerks. 1445 wurde das Vorwerk urkund­lich erwähnt und 1696 als Rittergut bezeichnet.

Es fiel 1473 durch Verkauf an die Herren von Rottwerndorff. 1578 besaß die Familie von Bünau das gesamte Dorf Gersdorf. 1639 wurde es an den Herrn von Kahlen ver­kauft, 1657 gehörte es Bernhard Adolph von Metzsch. 1734 befand es sich im Besitz des Grafen Moritz von Sachsen und gelangte 1752 in Besitz der Familie von Leyser.

Nach Klara Auguste von Ponikau wurde der Generalleutnant von Leyser 1784 Besitzer und ist noch 1840 nach­weis­bar. Er ließ das Rittergut aus­bauen und die Gersdorfer Ruine als künst­li­chen Ruinenbau errich­ten. Ein Brand zer­störte Teile des Rittergutes im Jahr 1888.

Nach 1945

1955 brannte der Turm des Ritterguts ab.

Heutige Nutzung

Das Rittergut wird bewohnt. Zum Rittergut gehört ein Teich sowie im ehe­ma­li­gen weit­läu­fi­gen Park die Gersdorfer Ruine. Diese befin­det sich etwa 1,5 km ent­fernt im Cottaer Busch nörd­lich des öst­li­chen Dorfbereichs.

Rabenau: Freigut Obernaundorf

Freigut Obernaundorf

Poisenwaldstraße 42–44
01734 Rabenau OT Obernaundorf

Historisches

Das Freigut wurde, nach­dem der Ort im Dreißigjährigen Krieg voll­kom­men ver­wüs­tet wurde, 1664 erbaut. Das Gut bestand aus meh­re­ren Gebäuden, von denen die vier Drescherhäuser mitt­ler­weile nicht mehr vor­han­den sind. Die 1680 errich­tete Windmühle wurde bereits 1790 wie­der abgetragen.

Als Besitzer sind bis 1879 die Familie Voigt, bis 1886 die Familie Amke, bis 1893 die Familie Ringke sowie bis 1895 der Baron Drutschler von Falkenstein bekannt. Der Nachfolgebesitzer, die Familie Keilling, behielt das Freigut nur drei Jahre in Besitz. Im glei­chen Jahr, 1898, wurde es durch Brandstiftung zer­stört und nach­fol­gend im Stadtstil wie­der auf­ge­baut. Ottomar Dürschen war bis 1906 Besitzer und ver­machte das Freigut nach­fol­gend an sei­nen Pflegesohn Richard Hermann Schaarschmidt, der es in Familienbesitz behielt.

Heutige Nutzung

Das Freigut befin­det sich in Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken und als Pferdestall genutzt.
(Foto: 04/​2025)

Bad Gottleuba: Burg Wüstes Schloss

Burg Wüstes Schloss

Berg Wachstein
01816 Bad Gottleuba

Historisches

Südöstlich von Bad Gottleuba befand sich einst das Dorf Erdmannsdorf, wel­ches 1379 erst­mals urkund­li­che Erwähnung fand. Der Ort exis­tierte heute nicht mehr, da er im Hussitenkrieg 1429 unter­ge­gan­gen ist. Zu die­sem Dorf gehörte eine Burg, die “Wüstes Schloss” von den Einwohnern genannt wurde. Sie befand sich am Berg Wachstein. Ein Geograf erwähnte 1850 noch Reste der Umwallung.

Rabenau: Freigut & Altes Herrenhaus Oelsa

Freigut Oelsa

Zum Götzenbusch 1
01734 Rabenau OT Oelsa

Altes Herrenhaus

Erich-​Weinert-​Straße 1
01734 Rabenau OT Oelsa

Historisches

Erstmals erwähnt wurde das Vorwerk Oelsa 1526, obgleich es bereits frü­her ent­stan­den sein und zur Burg Rabenau gehört haben soll. Für die Burgherren erfüllte das Vorwerk Versorgungs- und Verteidigungszwecke. Um 1626 gehörte das seit zwei Jahren Kleinoelsa genannte Vorwerk Rudolf von Bünau, vier Jahre spä­ter befand es sich im Besitz von George Seiffert. Nach einem Brand im Jahre 1639 ent­stand das Freigut. Teile der Freigut-​Ländereien wur­den an neu ange­sie­delte Kleinbauern zur Bewirtschaftung abge­ge­ben. Ursula Margarethe von Grünrode wurde 1694 als Besitzerin genannt. Vermutlich unter ihr erfolgte eine Aufwertung zum Rittergut, als wel­ches das Freigut zwei Jahre spä­ter bezeich­net wurde.

Im 18. und 19. Jahrhundert wech­selte der Besitz viel­fach den Eigentümer. Nachwiesen wur­den 1700 General Major Gottfried Grawert, 1740 Georg Christoph Dinglinger, 1757 David Gottlob Lehmann, 1765 Johann Georg Wolf, 1805 Friedrich Wilhelm Behrisch, 1813 Johann Gottfried Jähnigen, 1819 Gotthelf Leberecht Schlegel, 1823 Karl Ludwig Hock, 1839 Heinrich Julius Heuchler, 1853 Friedrich August Vogel und Erben und 1883 Friedrich Arthur Hamann. Im Jahre 1898 wurde das Freigut abge­bro­chen und an glei­cher Stelle neu errichtet.

1906 brannte der Freigutshof nie­der. Im glei­chen Jahr erfolgte an ande­rer, heu­ti­ger Stelle der Wiederaufbau. 1907 wurde Emil Theodor Merbitz als Besitzer auf­ge­führt, ab 1928 Emil Otto Karl Zielke. Das alte Herrenhaus des abge­brann­ten Freigutes wurde 1923 (andere Quelle: 1919) von Oskar Hermann Wolf erwor­ben und in ein vil­len­ar­ti­ges Gutshaus umgebaut.

Nach 1945

Emil Zielke wurde 1945 ent­eig­net. 1948 erfolgte die Umwandlung des Freiguts in ein Volksgut, wel­ches durch die LPG und spä­ter zu Wohnzwecken genutzt wurde.

Oskar Wolf wurde 1945 ver­haf­tet und ver­schleppt. Im Alten Herrenhaus wurde 1950 ein Heim für Waisenkinder ein­ge­rich­tet. Ab 1951 erfolgte eine Nutzung als Finanzfachschule. Das Herrenhaus diente ab 1958 zudem als Außenstelle der Bezirksparteischule der SED Dresden. 1975 wurde es umgebaut.

Nachwendezeit

Das Freigut wurde in den frü­hen 2000er Jahren leer­ge­zo­gen. Durch einen Brand im Jahr 2004 im Freigut (auch Zielkes Gut genannt) wur­den Teile des Dachstuhles sowie das Stallgebäude erheb­lich beschä­digt. Das Freigut stand zu die­sem Zeitpunkt bereits leer.

Von 1990 bis 2003 wurde im Alten Herrenhaus ein Alten- und Pflegeheim betrie­ben. Seit 2004 befin­det sich das Alte Herrenhaus in Privatbesitz.

Heutige Nutzung

Freigut: Am 11. Juni 2017 brannte die Scheune bis auf die Mauern nie­der. Der ver­fal­lene Dreiseitenhof befin­det sich seit Sommer 2017 wie­der in Privatbesitz. Die Scheune soll abge­ris­sen und durch einen Wohnneubau ersetzt wer­den. Der Stall soll künf­tig Unternehmenssitz werden.
Altes Herrenhaus: Leerstand seit fast zwei Jahrzehnten.
(Stand: 10/​2017, Fotos: 12/​2017)