Vorwerk Zschopau I + II
Thumer Straße 430
09405 Zschopau
Historisches
1875 wurden zwei Vorwerke erwähnt. Eines der beiden Vorwerke ist auch als Rotes Vorwerk bekannt und existierte bereits im 18. Jahrhundert.
Schlösser, Burgen und Rittergüter im Erzgebirgskreis
Thumer Straße 430
09405 Zschopau
1875 wurden zwei Vorwerke erwähnt. Eines der beiden Vorwerke ist auch als Rotes Vorwerk bekannt und existierte bereits im 18. Jahrhundert.
Gut FörstelElterleiner Straße 2
08352 Raschau-Markersbach OT Langenberg
Das Gut Förstel geht auf ein altes Hammerwerk zurück, welches 1540 unter Kaspar Klinger erbaut wurde. Unter dem nächsten Besitzer, Rudolf von Schmerzing, wurde der Grundbesitz erweitert und das Hammerwerk in den Stand eines Rittergutes erhoben. Nachdem das Rittergut im Dreißigjährigen Krieg 1632 / 1633 große Schäden erlitten hatte, wechselten die Besitzer mehrfach. Benannt sind ab 1646 Hans Ernst von der Mosel, ab 1664 Hannibal von Schmerzing, fünf Jahre später Christian Cronberg, der auf Förstel eine Papiermühle betrieb, ab 1687 die Familie Häßler und ab 1701 die Familie Treutler.
1790 erwarb Johann Querfurth das Rittergut und gestaltete es komplett neu. So entstanden zwischen 1793 bis 1814 mehrere Wirtschaftsgebäude, während das Herrenhaus bereits 1807 fertiggestellt wurde. Die nächsten Besitzer waren ab 1846 Gustav Flemming, ab 1872 Carl Böhm sowie ab 1877 die Brüder Meyer, die im Herrenhaus ein Zimmer zu Unterrichtszwecken zur Verfügung stellten. Zu jenem Zeitpunkt wurde im Rittergut bereits der Förstelgasthof betrieben.
Dr. Willmar Schwabe erwarb Förstel und ließ es zu einem Genesungsheim umbauen, welches 1889 eingeweiht und Bedürftigen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Der Gasthof wurde parallel dazu weiterbetrieben. Zu NS-Zeiten wurde Förstel zum Müttererholungsheim umfunktioniert.
Ab Sommer 1945 wurde das Gut Förstel Zufluchtsstätte für Flüchtlinge. Im darauffolgenden Jahr begann die Umgestaltung zum Altersheim. Die Heimstättenstiftung des Gründers wurde 1959 aufgelöst und das Heim fortan unter dem Namen “Feierabendheim der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft” betrieben. Ein erster Anbau entstand 1976, sechs Jahre später wurden die Wirtschaftsgebäude abgetragen, um Platz für einen weiteren Neubau zu schaffen.
1992 erlangte die Schwabesche Heimstättenstiftung ihre alten Rechte zurück. Das Herrenhaus wurde 1995 komplett umgebaut.
Das Herrenhaus dient heute dem betreuten Wohnen.
09419 Thum OT Herold
In Herold bestand um 1485 ein Gut, aus welchem ein Rittergut hervor ging. Dieses wurde 1551 schriftlich belegt. Möglicherweise bestand bereits im Jahre 1386 ein Herrensitz.
08321 Zschorlau OT Burkhardtsgrün
Nachweisbar sind 1395 ein Ritterhof sowie ab 1592 ein Vorwerk.
Das Vorwerk wurde 1946 / 1947 abgerissen. Es ist nichts mehr vorhanden.
Am Rittergut 15
09488 Thermalbad Wiesenbad OT Wiesa
Wiesa wurde erstmals 1389 als Herrensitz urkundlich im Zusammenhang mit dem Ritter Heiderich von der Wiese erwähnt. Im frühen 16. Jahrhundert entstand das Bad, nachdem zur Jahrhundertwende die erste heilende Quelle entdeckt wurde. Die Erwähnung als Rittergut erfolgte im Jahre 1551. 1604 wurde das Herrenhauses des Ritterguts Wiesa unter Hans-Georg Meusinger von Kollersritt erbaut. Das Bad wurde 1863 vom Rittergut Wiesa getrennt.
Das Herrenhaus wurde 1947 abgerissen.
Um 2003 wurde mit ersten Sanierungsarbeiten für die geplante Nutzung als Jugendherberge begonnen. 2004 wurde das Dach mit einer Dämmung und Schiefereindeckung versehen. Bis 2008 folgten weitere Sanierungsarbeiten. Im Sommer 2019 sollte der immer noch stark sanierungsbedürftige Resthof für 125.000 € versteigert werden. Das erwartete Mindestgebot wurde in der Versteigerung im Winter 2019 auf 80.000 € gesenkt.
Die Wirtschaftsgebäude sind noch vorhanden und stehen leer.
Wolfsgrüner SchlösschenEibenstocker Straße 5
08309 Eibenstock OT Wolfsgrün
Das Wolfgrüner Schlösschen wurde 1904 für die Fabrikantenfamilie Bretschneider erbaut. Es handelt sich nicht um einen Schlossbau im klassischen Sinne. Nach dem Auszug der Familie Bretschneider aus der schlossartigen Villa diente diese bis 1945 als Müttererholungsheim sowie als Deutsches Zentralarchiv für Genealogie.
Das Wolfsgrüner Schlösschen wurde nach Kriegsende als SED-Kreisschule sowie als Ferienheim, das höheren Parteifunktionären und deren Familien vorbehalten war, genutzt.
Zu Beginn der 1990er Jahre wurde das Wolfsgrüner Schlösschen, gelegen auf einer Anhöhe, erworben und aufwendig saniert.
Seit 1994 dient das Schlösschen als Hotel.
(Foto: Oktober 2022)
Burg ScharfensteinSchlossberg 1
09435 Drebach OT Scharfenstein
Um 1250 wurde die Burg Scharfenstein als Wehranlage unter den Herren von Waldenburg errichtet. Ihre erste urkundliche Erwähnung erfuhr sie 1350. Die Herren von Waldenburg besaßen die Burg bis 1439, verpfändeten sie dann an die Herren Senftleben und den Herrn Glasberg und verspielten ihren Besitz, da sie die Pfandschaft nicht einlösten, wodurch die Burg an die Wettiner fiel.
Zu Beginn des Jahres 1492 wurde die Burg Scharfenstein an die Familie von Einsiedel verkauft, die sie bis zum Jahre 1931 besaß. Unter ihr wurden noch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts umfassende Erneuerungsarbeiten an der Burganlage durchgeführt, wobei alte Bausubstanz wie beispielsweise der Bergfried in den Neubau integriert wurde.
1921 wurden durch einen Brand drei Flügel zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1923. Im Jahre 1931 mussten die von Einsiedels die Burg aufgeben und versteigern lassen. Den Zuschlag erhielt der Fabrikant Fritz Eulitz, der die Burg Scharfenstein bis zu seiner Enteignung 1945 besaß. Schon 1942 waren in der Burg Museumsgüter zum Schutz vor den Kriegswirren eingelagert worden.
Die Burg diente ab 1946 der SED-Kreisleitung als Schulungsstätte, wurde ab 1949 als Bergbauvorschule der Wismut AG genutzt, 1950 in ein Kinderheim für schwererziehbare Jungen umgewandelt und von 1967 bis 1993 als Jugendwerkhof und Jugendheim genutzt.
1993 übernahm die Sächsische Schlösserverwaltung die Burg und eröffnete zwei Jahre später ein Weihnachts- und Spielzeugmuseum, eine Gaststätte sowie ein Museum.
In der Burg befindet sich das Museum zur Burggeschichte.
Die ursprüngliche Burganlage mit den erhaltenen Bauteilen sowie dem 12 m breiten und 3 m tiefen Abschnittsgraben im Südosten der Anlage wurde 1969 unter Bodendenkmalschutz gestellt.
Rittergut DrebachVenusberger Straße 8
09435 Drebach
Bevor 1414 ein Verkauf und der Name Nickel Stange erwähnt wurden, existierte bereits ein einfaches Vorwerk in Drebach. Zwischen 1500 und 1645 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie Seidel. Nach einigen Eigentümerwechseln kam das Gut 1771 an Amalie von Schönberg. 1785 wurde es als zwiefaches Rittergut bezeichnet. Der niedere Haupthof an der Kirche umfasste Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude, der Oberhof vorrangig Stallungen. Dieser war um 1800 unbewohnbar. Johanna Amalia von Elterlein besaß das Gut von 1804 bis 1834. Ein Brand zerstörte 1823 das Rittergut, welches bis zum folgenden Jahr wieder aufgebaut wurde. 1834 erwarb der Freiherr von Hausen das Rittergut. 1917 kam Johann Heinrich August Schöning in den Besitz des Ritterguts Drebach und veranlasste Umbauten.
Mit der Bodenreform wurde das Rittergut enteignet und aufgeteilt. Eine Scheune wurde abgerissen, die LPG nutzte das Rittergut. 1980 entstand auf dem Rittergutshof unter Federführung der LPG ein Mehrfamilienhaus.
Das Rittergut Drebach steht leer. Es ist dringend sanierungsbedürftig.
Rittergut VenusbergHerolder Straße 2
09430 Drebach OT Venusberg
Ein Herrensitz hatte vermutlich bereits im 13. Jahrhundert bestanden und wurde 1414 erstmals unter Hans von Wiedebach nachgewiesen. Ein Vorwerk bestand bereits 1486, es wurde 1551 als Rittergut bezeichnet. 1572 verkaufte Georg von Wiedebach das Rittergut an Sebaldus Hünerkopf. Seit 1590 bis 1644 befand sich das Rittergut Venusberg im Besitz der Familie von Stange. Da diese Familie mit dem letzten Besitzer erloschen war, erhielt der Kurfürst das Rittergut übertragen. Er teilte es 1644 den Brüdern David und Rudolph Gödelmann zu. Drei Jahre später erhielt Joachim von Schwan das Rittergut.
Im frühen 18. Jahrhundert wurde das Stallgebäude erbaut. 1731 kam es zur Versteigerung, danach wechselten die Besitzer oft. Das Herrenhaus wurde um 1800 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet, der gründlich in die Jahre gekommen war. Die Sparkasse Greiz verkaufte das Rittergut Venusberg 1909 an Robert Franz Linke. Max Schwarz übernahm das Rittergut 1918.
Max Schwarz wurde 1945 enteignet. Das Rittergut wurde an Neubauern aufgeteilt.
Durch die Aufteilung nach der Enteignung befinden sich die einzelnen Gebäude heute in unterschiedlichem Privatbesitz. Das Herrenhaus wurde saniert und wird bewohnt. Der ehemalige Kuhstall im Erdgeschoss kann für Feiern angemietet werden.
Singersteine | Sommersteine
09481 Elterlein OT Hermannsdorf
Die Hermannsburg war eine mittelalterliche Höhenburg, die sich in den Singer- bzw. Sommersteinen auf einer Felsklippe befand. Der Herrensitz entstand um 1200 unter dem Lokator und Namensgeber Hermann. An der Nordseite befand sich Trockenmauerwerk. Erhalten sind noch Wall- und Grabenreste.
Die Anlage wurde 1980 unter Bodendenkmalschutz gestellt.