Krauschwitz: Jagdschloss Podrosche

Jagdschloss Podrosche

Bundeswehrgelände
gegen­über Daubitzer Straße
02957 Krauschwitz OT Podrosche

Historisches

Das Jagdschloss Podrosche wurde zu Beginn der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ver­mut­lich um 1860, für den Besitzer Friedrich Prinz der Niederlande erbaut. Es gelangte danach an Traugott Hermann Graf von Arnim-​Muskau, der es 1897 an Ludwig Graf von Strachwitz veräußerte.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung der Grafenfamilie von Strachwitz. Die Sowjets leg­ten auf aus­ge­dehn­ten Flächen den Truppenübungsplatz an. Er wurde durch die NVA und nach­fol­gend von der Bundeswehr genutzt.

Heutige Nutzung

Das kleine Schloss befin­det sich heute auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes und wird durch die Bundeswehr für Übungen genutzt, was man dem klei­nen Schlösschen auch ansieht. Es kann von daher nicht öffent­lich besich­tigt werden.

Krauschwitz: Vorwerk Podrosche

Vorwerk Podrosche

02957 Krauschwitz OT Podrosche

Historisches

1552 wurde ein Vorwerk urkund­lich erwähnt. Dieses wurde 1897 im Zusammenhang mit einem Verkauf als Rittergut bezeichnet.

Heutige Nutzung

Vom Vorwerk ist heute nichts mehr erhalten.

Kreba-​Neudorf: Schloss Kreba

Schloss Kreba

Am Sportplatz 2
02906 Kreba-​Neudorf OT Kreba

Historisches

Das Rittergut ent­stand 1519 in Folge einer Erbteilung der Familie von Gersdorff. Etwa ein Jahrhundert spä­ter gelangte es an die Familie von Bischofswerder. 1787 erbte Eleonore Henriette von Ponickau das Rittergut Kreba von ihrem Sohn. Sie war in ers­ter Ehe mit Nikolaus Willibald von Gersdorff ver­mählt, in zwei­ter Ehe mit Johann Georg Friedrich Graf von Einsiedel. Durch die­sen Erbgang gelangte Schloss Kreba an die Grafenfamilie von Einsiedel.

Das Schloss selbst wurde bereits um 1750 erbaut und unter von Einsiedelschem Einfluss 1806 umge­baut. Alexander Graf von Einsiedel sind die Orangerie und die Anlage des eng­li­schen Landschaftsparks in den 1850er und 1860er Jahren zu ver­dan­ken.  Die Grafen von Einsiedel ver­kauf­ten Kreba 1913 an Hartmann Freiherr von Schlotheim. Er ver­kaufte Schloss Kreba in Folge sei­nes ver­spiel­ten Vermögens 1936. Drei Jahre spä­ter über­nahm die Gemeinde das Schloss und rich­tete eine Schule darin ein. Der eins­tige See wurde zuge­schüt­tet, im Park eine Turnhalle errichtet.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird noch immer als Grundschule genutzt.

Königshain: Schlosskomplex Königshain

Wasserburg & Schlosskomplex Königshain
Steinstock, Altes & Neues Schloss

Dorfstraße 27–32
02829 Königshain

Historisches

Königshain könnte bereits im Jahre 1305 ein Herrensitz gewe­sen sein. Ursprungsbau des Schlosskomplexes war eine Wasserburg, wel­che spä­ter durch den Steinstock und das Alte Schloss über­baut wurde. Der soge­nannte Steinstock wurde spä­tes­tens im 14. Jahrhundert errich­tet und diente dem Gutsbesitzer als ers­tes Wohnquartier. Das ehe­ma­lige böh­mi­sche Lehngut wurde 1367 von König Wenzel an die Brüder von Gersdorff ver­kauft, die es bis 1456 besa­ßen und dann an den Ratsmann Bartholomäus Hirschberg ver­äu­ßer­ten. Der Familienbesitz wurde 1504 an die Familie Frenzel ver­kauft, die am Steinstock, ver­mut­lich um 1570, Umbauten tätigte.

Bereits 1556 wurde das Alte Schloss durch die Familie Frenzel errich­tet. Es brannte 1668 ab. Zu die­sem Zeitpunkt befand es sich bereits acht Jahre in den Händen der Familie von Schachmann, die das Alte Schloss wie­der her­stell­ten. Es han­delte sich damals um ein Wasserschloss, die Gräben wur­den aller­dings zu einem spä­te­ren Zeitpunkt tro­cken gelegt.

Unter der Familie von Schachmann wurde schließ­lich auch das Neue Schloss von 1764 bis 1766 erbaut. Nachdem Carl Adolph Gottlob von Schachmann ver­stor­ben war, kam der Schlosskomplex mit­samt Rittergut über des­sen zweite Ehefrau 1798 an deren Neffen Carl Heinrich Ludwig von Heynitz. Im Besitz der Familie Heynitz befand sich der Schlosskomplex Königshain schließ­lich bis 1945. 1930 hatte Dietrich von Heynitz den Grundbesitz geerbt.

Nach 1945

Nach der Enteignung von Dietrich von Heynitz, der nach baut­zen ins gefäng­nis ver­schleppt wurde, wurde der Schlosskomplex zunächst durch die Rote Armee genutzt. Später wur­den im Alten Schloss Wohnungen ein­ge­rich­tet, das Neue Schloss diente als Kindergarten und wurde dazu ent­spre­chend umgebaut.

Nachwendezeit

Die Gemeinde Königshain setzte sich nach dem Ende der DDR für den Erhalt der her­un­ter­ge­kom­me­nen Schlossanlage ein. Ab 1997 fan­den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am Neuen Schloss statt. Die Sanierungsarbeiten am Komplex konn­ten 2006 abge­schlos­sen werden.

Heutige Nutzung

Es fin­den Kunstausstellungen statt, außer­dem wird der Saal des Steinstocks für klei­nere Veranstaltungen genutzt. Zusätzlich gibt es ein Apothekenmuseum und eine Ausstellung mit his­to­ri­schen Kutschen.

Kreba-​Neudorf: Vorwerk Tschernske

Vorwerk Tschernske

Dorfstraße 6
02906 Kreba-​Neudorf OT Tschernske

Historisches

Das Vorwerk wurde 1607 erwähnt. Es brannte 1634 ab und wurde 1885 erneut als Vorwerk erwähnt. Die Gebäude wur­den vor 1850 errichtet.

Heutige Nutzung

Erhalten sind zwei denk­mal­ge­schützte Wirtschaftsgebäude.

Herrnhut: Schloss Herrnhut

Schloss Herrnhut

Zinzendorfplatz
02747 Herrnhut

Historisches

Das Herrnhuter Schloss dürfte einer der weni­gen Schlossbauten sein, wel­cher für eine kirch­li­che Einrichtung errich­tet wurde. Die Herrnhuter Brüdergemeinde wurde 1722 unter Nikolaus Ludwig Graf von Zinsendorf gegrün­det und erst 1749 als Freikirche aner­kannt. Das Herrenhaus für die Brüderunität wurde von 1725 bis 1727 im Fachwerkstil errich­tet. Es erhielt 1748 Seitenflügel. Nachdem das ursprüng­li­che Herrenhaus bau­fäl­lig gewor­den war, wurde es 1781 abge­bro­chen und an glei­cher Stelle ein grö­ße­rer Neubau aus­ge­führt. Im Schloss befan­den sich Gemeindeeinrichtungen der Brüderunität.

Nach 1945

Im Mai 1945 erlitt das Schloss starke Brandbeschädigungen. Der Wiederaufbau zog sich bis ins Jahr 1977 hin­ein. Danach fand ein Förderzentrum für geis­tig behin­derte Kinder und Jugendliche darin Platz.

Heutige Nutzung

Heute wird Schloss Herrnhut nach wie vor von der Christlichen Brüderunität als Förderzentrum genutzt.

Hohendubrau: Rittergut Dauban

Rittergut Dauban

Zur Försterei 19
02906 Hohendubrau OT Dauban

Historisches

Das Rittergut wurde 1627 erst­mals urkund­lich erwähnt. Es exis­tierte jedoch bereits vor­her ein Gut, wel­ches bei der Teilung der Herrschaft Baruth exakt 100 Jahre zuvor an Georg von Gersdorff kam. 1610 gelangte das Gut an den Rat zu Bautzen. Es folg­ten knapp zwei Dutzend wei­tere Besitzerwechsel, bevor das Rittergut 1808 an Ferdinand Graf und Edler Herr zur Lippe-​Biesterfeld-​Weißenfeld kam. Das Herrenhaus wurde 1878  für Gustav Graf zur Lippe erbaut. Er selbst bewohnte es jedoch nicht, son­dern es ent­hielt die Wohnung des Försters. Aus die­sem Grund ist das Herrenhaus des Ritterguts Dauban auch als Forsthaus bekannt.

Nach 1945

1945 wurde Dorothea von Schönburg-​Waldenburg, Witwe von Ferdinand Prinz zur Lippe, ent­eig­net. Im Herrenhaus blieb die Forstverwaltung wei­ter­hin ansässig.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird wei­ter­hin von den Försterfamilien bewohnt und befin­det sich im Besitz des Bundesforstamtes Muskauer Heide.

Hähnichen: Schloss Spree

Schloss Spree

Rothenburger Straße 10–11
02923 Hähnichen OT Spree

Historisches

Das ehe­ma­lige Wasserschloss wurde erst­mals als Rittergut 1380 erwähnt. Zwischen 1682 und 1772 befand sich Schloss Spree im Besitz der Adelsfamilie von Gablenz. Es brannte 1712 unter sei­nem Besitzer Hieronymus Christoph von Gablenz ab und wurde erst 1749 neu auf­ge­baut. Christoph Friedrich von Gablenz ver­kaufte das Anwesen 1772 an den eng­li­schen Adligen Thomas Rode. Ihm folgte Johann Andreas Sprecher von Bernegg als Besitzer. 1813 erwarb Johann Gottfried Wünsche das Schloss. Seine Familie ver­kaufte es 1858 an Clemens August Bruno Graf von Mengersen. 1907 kam es in den Besitz von Friedrich von Martin. Er ver­machte Schloss Spree sei­ner Tochter Margarete von Kirbach. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte der Anbau des Turms.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung, im Schloss Spree wur­den dar­auf­hin Wohnungen ein­ge­rich­tet. Zwischen 1984 und 1986 wurde eine voll­stän­dige Rekonstruktion vorgenommen.

Heutige Nutzung

Die teil­weise Nutzung als Wohnraum dau­ert an. Schloss Spree wurde Anfang Dezember 2012 versteigert.

Hohendubrau: Rittergut Großradisch

Rittergut Großradisch

Kollmer Straße 5a
02906 Hohendubrau OT Großradisch

Historisches

Das 1615 erwähnte Rittergut befand sich bis 1729 im Besitz von Franz Adolf von Nostitz und ver­blieb bis nach 1785 in Familienbesitz. Von 1870 bis 1886 gehörte es der Familie von Heynitz und nach­fol­gend bis 1898 der Rosa von Zezschwitz. Nach mehr­fa­chen Besitzerwechseln erwarb 1921 die Schlesische Landgesellschaft mbH das Rittergut. Ihr gehörte es bis 1926 und ihr folg­ten wenigs­tens drei wei­tere Eigentümer.

Nach 1945

Der letzte Besitzer wurde 1945 ent­eig­net. Das frü­here Herrenhaus wurde 1988 abge­ris­sen. An sei­nem Standort wurde ein Feuerwehrgerätehaus errichtet.

Hähnichen: Rittergut Quolsdorf

Rittergut Quolsdorf

Am Gutshof 3
02923 Hähnichen OT Quolsdorf

Historisches

Erstmals erwähnt wurde das Rittergut 1588. Bis 1695 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Nostitz, die es an Rudolph Freiherr von Gersdorff ver­kaufte. Dessen gleich­na­mi­ger Sohn erbte das Rittergut und ver­kaufte es 1702 es an Hans Haubold von Schönberg. 1711 wech­selte der Grundbesitz an Johann Friedrich II. von der Sahla. Bereits vier jahre spä­ter über­nahm Ludolf Albrecht hein­rich von Ingenhaeff das Rittergut Quolsdorf. Das Baujahr des Herrenhauses nach heu­ti­gem Aussehen wird auf den Zeitraum um 1780 datiert.

Nach 1945

Der letzte Besitzer, Erich von Milkau, wurde 1945 ent­eig­net. Er starb kurz dar­auf. Im Herrenhaus wur­den Flüchtlinge ein­quar­tiert, außer­dem wur­den Kindergarten und Poststelle ein­ge­rich­tet. Zwischen 1950 und 1970 fan­den Umbauten statt.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde nach und nach leer­ge­zo­gen. Sanierungsarbeiten blie­ben aus.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Quolsdorf fand 2020 einen neuen Eigentümer.