Löbau: Rittergut Großdehsa

Rittergut Großdehsa

02708 Löbau

Historisches

Großdehsa wurde 1238 als Herrensitz erst­mals erwähnt. Für 1242 ist Hertwicus de Dyzin als Herren auf Großdehsa bekannt und für 1336 Henricus de Desen. Die Ersterwähnung als Rittergut erfolgte 1564.

Lawalde: Rittergut Lawalde

Rittergut Lawalde

bei Thomas-​Müntzer-​Siedlung 1 /​ Mühlweg 6
02708 Lawalde

Historisches

Bereits im Jahr 1290 wurde Lawalde von Frisco de Lewenwalde zum Herrensitz aus­er­ko­ren. 1423 war Lawalde Sitz eines Ritters. Der Nachweis als Rittergeht geht auf das Jahr 1619 zurück. 1858 war das Rittergut vor­über­ge­hend in die bei­den Rittergüter Niederlawalde und Oberlawalde geteilt. 1875 erfolgte die Nennung als wie­der­ver­ei­nig­tes Rittergut.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde 1945 zer­stört und nach­fol­gend abgetragen.

Heutige Nutzung

Erhalten sind drei mar­kante Pfeiler der ehe­ma­li­gen Zufahrt zum Rittergut.

Lawalde: Rittergut Niederlauba

Rittergut Niederlauba

Löbauer Straße 24
02708 Lawalde OT Lauba

Historisches

Durch eine Herrschaftsteilung ent­stan­den um 1600 die Güter Niederlauba und Oberlauba. Für 1628 ist eine erste schrift­li­che Urkunde über ein Rittergut aus­sa­ge­kräf­tig. Zwei Jahre spä­ter erwarb Carl Heinrich Graf von Hoym beide Güter und ver­ei­nigte sie. Peter August von Schönberg erwarb das Rittergut Lauba 1768 und löste das obere Gut auf. 1782 erfolgte ein Verkauf an Samuel Benjamin Mühle. Unter ihm erfolgte um 1800 der Bau des Herrenhauses, das um 1900 umge­baut wurde. In den 1920er Jahren führ­ten erheb­li­che finan­zi­elle Schwierigkeiten zu einem Verkauf der Ländereien durch Herrn von Hänsch, was die Auflösung des Ritterguts zur Folge hatte. Das Herrenhaus wurde 1937 erneut umgebaut.

Nach 1945

1946 zog eine Bildungseinrichtung für Lehrer ins Herrenhaus ein. 1960 wurde ein Wohnheim für diese Bildungseinrichtung eingerichtet.

Nachwendezeit

Die Wohnheimnutzung wurde auf­ge­ge­ben. Das Herrenhaus wurde einige Zeit als Landgasthof genutzt, wel­cher sich jedoch letzt­lich nicht rentierte.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Niederlauba befin­det sich nach eini­gen Jahren des Leerstands nun in Privatbesitz. Bei den Eigentümern han­delt es sich um eine fin­ni­sche Familie renom­mier­ter Musiker und Künstler. Nach der Sanierung und Restaurierung ist eine Nutzung für künst­le­ri­sche Aktivitäten geplant.
(Stand: April 2021)

Löbau: Vorwerk Fritzkau

Vorwerk Fritzkau

02708 Löbau OT Fritzkau

Historisches

Das 1650 erwähnte Vorwerk befand sich auf einer Halbinsel und geht ver­mut­lich auf eine mit­tel­al­ter­li­che Burganlage zurück. Seit 1679 befand sich das Vorwerk im Besitz der Familie von Gersdorff. 1794 kam es an die Familie von Thielau, 1849 an Maria Paulowna Großherzogin von Sachsen-​Weimar-​Eisenach. 1913 wurde die Familienstiftung auf­ge­löst und die seit 1679 ver­ein­ten Güter Buda, Fritzkau und Kleinradmeritz wur­den getrennt.

Heutige Nutzung

Das Wohnhaus des Vorwerks wird heute als eben sol­ches genutzt.

Kodersdorf: Herrenhaus Särichen

Herrenhaus Särichen

Görlitzer Straße 44
02923 Kodersdorf OT Särichen

Historisches

Als frü­hes­ter Besitzer von Särichen wurde 1390 Helwig de Serchin erwähnt, gefolgt von Lorencz von Zerechin im Jahre 1405. Das Rittergut wurde urkund­lich 1560 genannt, als es von Franz Graf und Freiherr von Thurn an Hans von Temrich ver­kauft wurde. Das Herrenhaus wurde ver­mut­lich 1615 erbaut, als ein Besitzerwechsel inner­halb der Familie Temrich statt­fand. 1642 ging es aus Familienbesitz an Erasmus von Gersdorff über. Im Besitz der Familie von Gersdorff befand sich das Rittergut Särichen noch 1777. Auch die Familien von Nostitz und von Uechtritz besa­ßen das Rittergut Särichen zeitweise.

In der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolg­ten Umbauten am Herrenhaus. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb die Grafenfamilie von Fürstenstein das Rittergut. Sie bewohn­ten es aller­dings nie selbst und setz­ten Gutsverwalter ein. 1928 zwan­gen finan­zi­elle Gründe die Grafen von Fürstenstein das Rittergut an Heinz Meinking zu ver­kau­fen. Er war Pächter des Ritterguts Ödernitz, wel­ches sich eben­falls im Besitz der Grafen von Fürstenstein befand.

Nach 1945

Die Witwe Hildegard Meinking wurde 1945 ent­eig­net. Nachfolgend diente das Herrenhaus der Gemeinde sowie als Wohnraum.

Nachwendezeit

2004 wurde das Herrenhaus an Niederländer ver­kauft. Geplant waren Eigentumswohnungen nach der drin­gend erfor­der­li­chen Sanierung. Ende 2012 wurde die Rückabwicklung des Kaufvertrages bekannt. Im Frühjahr 2016 wurde das leer ste­hende Herrenhaus mit Nebengebäuden erneut verkauft.

Heutige Nutzung

Ende 2019 wurde mit den drin­gend not­wen­di­gen Sanierungsarbeiten begon­nen. Die zukünf­tige Nutzung sieht Wohnraum vor.

Kodersdorf: Schloss Niederrengersdorf

Schloss Niederrengersdorf

Straße der Freundschaft 1
02923 Kodersdorf OT Niederrengersdorf

Historisches

In Niederrengersdorf gab es ver­mut­lich bereits im 13. Jahrhundert einen von Wasser umge­be­nen Rittersitz. Das heu­tige Schloss ent­stand in der zwei­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde nach heu­ti­gem Aussehen um 1800 umge­stal­tet. 1804 wurde Niederrengersdorf von Gottlieb Wilhelm Graf von Bressler gekauft. 1834 wurde das Rittergut ver­stei­gert und kam an eine Bietergemeinschaft. Zunächst erfolgte eine gemein­schaft­li­che Bewirtschaftung, doch 1842 erfolgte schließ­lich die Aufteilung des Landes. Das Schloss Niederrengersdorf selbst erlebte meh­rere Besitzerwechsel und ging per Verkauf 1881 an Edo von Schlicht. 1910 erwarb es Dr. Ulrich Ebermann.

Nach 1945

Dr. Ebermann wurde 1946 ent­eig­net. Das Schloss befand sich schon im letz­ten Kriegsjahr in einem erbärm­li­chen Zustand. 1948 über­nahm die Gemeinde das deso­late Schloss und ließ es sanie­ren, um es künf­tig als Gemeindeamt zu nut­zen. Ebenso wurde es als Jugendclub, Friseur und Arztpraxis genutzt.

Nachwendezeit

Zwischen 1995 und 1999 fan­den erneute Sanierungsarbeiten statt und das Schloss wurde mit der cha­rak­te­ris­ti­schen roten Farbbemalung ver­se­hen, die es bereits in frü­he­ren Zeiten gab.

Heutige Nutzung

Das Schloss dient heute der Gemeindeverwaltung Kodersdorf und zu Wohnzwecken.

Kodersdorf: Altes Schloss & Neues Schloss Oberrengersdorf

Altes Schloss & Neues Schloss Oberrengersdorf

Bergstraße 11 /​ 12 (Altes Schloss)
Bergstraße 19 (Neues Schloss)
02923 Kodersdorf OT Rengersdorf

Historisches

Das Rittergut Oberrengersdorf geht auf ein 1517 gegrün­de­tes Vorwerk, das soge­nannte Schwarze Vorwerk, zurück. Es wurde 1592 zum Rittergut erho­ben und erlebte zahl­rei­che Besitzerwechsel. Doch bereits vor dem 16. Jahrhundert gab es einen Herrensitz in Oberrengersdorf. Als ältes­ter Besitzer ist der 1408 ver­stor­bene Heinz von Gersdorff bekannt. Das Gut ver­blieb in Familienbesitz bis min­des­tens 1539, als es in Nieder- und Oberrengersdorf geteilt wurde.

In den nächs­ten zwei­ein­halb Jahrhunderten wech­sel­ten die Besitzer des Ritterguts mehr­fach, zu denen unter ande­rem die Familie von Salza, die Herren von Schwanitz, die Familie von Arnim und die Familie von Gablenz zähl­ten, bis es 1771 wie­der in die Hände eines Herrn von Gersdorff fiel. Ihm folg­ten die Herren von Wiedebach, die Familie Roscher und Graf Luckner.

Das Alte Schloss wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Unter Adolf Sanio, Rittergutsbesitzer seit 1886, wur­den Umbauten am Alten Schloss vor­ge­nom­men und ein Seitenflügel ange­fügt. 1900 kaufte Julius von Roncador Oberrengersdorf, der das Rittergut zu einem land­wirt­schaft­li­chen Großbetrieb aus­baute und 1900 /​ 1901 das Neue Schloss erbauen ließ. 1924 kam das Rittergut an Dr. Manfred Graf von Ingenheim, der sich gezwun­gen sah das Rittergut 1931 auf­zu­tei­len. Im Neuen Schloss zog 1936 /​ 1937 ein Müttergenesungsheim ein.

Nach 1945

1945 wurde die Familie von Ingenheim ent­eig­net. Im Alten Schloss wurde dar­auf­hin eine Kinderkrippe ein­ge­rich­tet. Weiterhin wurde das Schloss für Wohnzwecke, als Poststelle und Konsum genutzt. Die ehe­mals vor­han­de­nen Türme wur­den 1968 abge­ris­sen. Ins Neue Schloss zogen 1946 eine Grundschule sowie ein Kindergarten.

Nachwendezeit

2004 wurde das Alte Schloss ver­kauft. Die Privatbesitzer wol­len das Schloss soweit wie mög­lich nach Originalvorbild sanie­ren und Mietwohnungen darin einrichten.

Das Neue Schloss steht seit 1992 leer, 1999 wur­den Sicherungsarbeiten vor­ge­nom­men. Das Schloss befin­det sich auf­grund von Alters- und Vandalismusschäden in drin­gend sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand. Verkäufe an pri­vat und ent­spre­chende Sanierungsvorhaben schei­ter­ten mehr­fach. Im Januar 2006 besich­tigte der Schauspieler Nicolas Cage das Neue Schloss, ent­schied sich dann jedoch für Schloss Neidstein in Bayern. Der Verkauf erfolgte schließ­lich an die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Görlitz. Seit 2009 hat das Neue Schloss aber­mals einen neuen Besitzer.

Heutige Nutzung

Die Wirtschaftsgebäude die­nen heute über­wie­gend Wohnzwecken. Für das Alte Schloss sind Wohnungen vor­ge­se­hen, das Neue Schloss wurde inzwi­schen entkernt.

Kodersdorf: Rittergut Kodersdorf

Rittergut Kodersdorf

Straße der Einheit 79
02923 Kodersdorf

Historisches

Das 1609 schrift­lich erfasste Rittergut befand sich lange Zeit im Besitz der Adelsfamilien von Gersdorff und von Nostitz. Im spä­ten 18. Jahrhundert wurde das Herrenhaus errich­tet. Nach 1843 wurde das Rittergut Kodersdorf von Adolph Graf von Fürstenstein gekauft: In den 1920er Jahren musste die Grafenfamilie von Fürstenstein das land­wirt­schaft­lich genutzte Rittergut aus finan­zi­el­len Gründen wie­der ver­kau­fen. Um 1926 kam es an Hermann Schönfelder. Unter ihm eta­blierte sich für das Rittergut Kodersdorf der Beiname Schönfelder-Gut.

Nach 1945

Hermann Schönfelder wurde im Herbst 1946 ent­eig­net. Das Rittergut wurde auf­ge­teilt. Ab 1950 bis 1982 diente das Herrenhaus als Schul- und Kindergartengebäude.

Heutige Nutzung

Seit 1996 wird das Herrenhaus des Rittergutes Kodersdorf durch den Verwaltungsverband genutzt. Die ehe­ma­li­gen Wirtschaftsgebäude wur­den abgetragen.

Kodersdorf: Schloss Wiesa

Schloss Wiesa

An der Gärtnerei 4
02923 Kodersdorf OT Wiesa

Historisches

Erstmals wurde 1398 ein Herrensitz erwähnt, wobei bereits 1390 Peter de Wesin auf Wiesa genannt wurde. 1577 ging der Herrensitz an die Familie von Nostitz kam. Diese behielt Wiesa lange Zeit in Familienbesitz, näm­lich bis Harry von Wiedebach und Nostitz-​Jänkendorf 1945 ent­eig­net wurde. 1590 wurde erst­mals ein Rittergut nach­ge­wie­sen. Das Schloss wurde 1595 errich­tet und mehr­fach umge­baut. So fan­den 1730 Erweiterungsbauarbeiten und 1761 sowie 1772 Umbauten statt. Auch 1873  und 1885 waren umfang­rei­che Bauarbeiten voll­zo­gen wor­den. 1898 /​ 1899 wurde der Ostflügel ange­fügt. Letzte Umbauten am Schloss erfolg­ten 1923. Der Wirtschaftshof ent­stand über­wie­gend im 19. Jahrhundert. Das Inspektorhaus wurde 1774 erbaut und nach Brandbeschädigung 1858 rekon­stru­iert. 1888 wurde eine Familiengruft angelegt.

Nach 1945

Nach der Enteignung 1945 diente das Schloss als Kindergarten, Schule und Wohnhaus. Die gro­ßen Ländereien wur­den durch die LPG bewirtschaftet.

Nachwendezeit

Der Sohn des letz­ten Besitzers sie­delte sich bereits 1990 in Wiesa an und erwarb zunächst Feld- und Waldflächen aus dem frü­he­ren väter­li­chen Besitz zurück. Nach sei­nem Tod kaufte seine Witwe Teile des Rittergutshofes. Sie hat das Inspektorhaus sanie­ren und zu Wohnraum umbauen las­sen. Das Schloss sowie das rest­li­che Rittergut wur­den 2002 an pri­vat verkauft.

Heutige Nutzung

Der Schlosseigentümer bewohnt Schloss Wiesa und lässt es schritt­weise sanie­ren. Die alte Brennerei wird von ihrer Eigentümerin bewohnt, im Inspektorenhaus befin­den sich ein Familienmuseum sowie wei­tere Wohnungen.

Krauschwitz: Vorwerk Skerbersdorf

Vorwerk Skerbersdorf

Lindenstraße 17
02957 Krauschwitz OT Skerbersdorf

Historisches

Das Vorwerk wurde erst­mals 1552 erwähnt. Zu die­ser Zeit befand es sich bereits ein Jahr im Besitz von Ferdinand I., dem König von Böhmen. Die Herrschaft übten vor­her seit Mitte des 14. Jahrhunderts die Herren von Penzig aus. Ihnen folg­ten in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Herren von Gersdorff sowie von Biberstein. 1558 über­trug der König das Vorwerk den Herren von Schönaich, die es 1589 an den nächs­ten König von Böhmen, Rudolf II., zurückgaben.

Zwischen 1597 und 1644 befand sich das Vorwerk Skerbersdorf im Besitz der Burggrafen von Dohna. Durch Einheirat gelangte es 1644 an die spä­te­ren Freiherren von Callenberg und 1798 an den Reichsgrafen von Pückler.  Der Graf von Nostitz und Hatzfeld kam 1845 in den Besitz von Skerbersdorf und ver­kaufte das Vorwerk ein Jahr spä­ter an den Prinzen der Niederlande. Dieser ver­machte es 1881 sei­ner Familienangehörigen Marie Fürstin zu Wied. Seit 1883 befand sich das Vorwerk im Besitz der Grafen von Arnim-Muskau.

Nach 1945

Die Grafen von Arnim-​Muskau wur­den 1945 enteignet.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient heute Wohnzwecken.