Oelsnitz/​Erzgebirge: Rittergut Oelsnitz

Rittergut Oelsnitz

Untere Hauptstraße 2
09376 Oelsnitz/​Erzgebirge

Historisches

Die genaue Erbauung des Ritterguts Oelsnitz ist urkund­lich nicht nach­weis­bar. Einst gab es in Oelsnitz drei Vorwerke, von denen sich aus einem das Rittergut Oelsnitz her­aus ent­wi­ckelt hatte. Oelsnitz selbst war bereits seit 1219 ein Herrensitz unter Rembertus de Olsnitz. Für 1447 ist ein Vorwerk nach­weis­bar, wel­ches offen­bar 1548 zum Rittergut erho­ben wor­den war. Für 1554 sind drei Vorwerke belegt, zwei davon wur­den wie­der auf­ge­ge­ben. Spätestens seit 1858 bestand nur noch ein Rittergut.

Das Rittergut wurde 1640 im Dreißigjährigen Krieg durch schwe­di­sche Truppen zer­stört und anschlie­ßend durch Fronstdienstleistende wie­der auf­ge­baut. Nach meh­re­ren Besitzerwechseln gelangte das Rittergut Oelsnitz an den Fürsten Otto Victor von Schönburg-​Waldenburg, der das Rittergut Oelsnitz bis 1859 bewirt­schaf­ten ließ.

Nachwendezeit

Zwischen 1992 und 1994 wurde das Herrenhaus umfas­send saniert. Zeitweise war es Sitz einer Bank.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus des Ritterguts Oelsnitz ist vor­bild­lich saniert. Es wird heute über­wie­gend durch stil­les Gewerbe genutzt.
(Foto: Oktober 2022)

Olbernhau: Rittergut Olbernhau

Rittergut Olbernhau

Markt 5 & 7
09526 Olbernhau

Historisches

Unter Kurfürst August von Sachsen wurde im spä­ten 16. Jahrhundert ein Lehngut in Olbernhau gegrün­det. Dieses wurde von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen 1612 an Abraham Oehmichen ver­lehnt. Magnus Oehmichen erwarb spä­ter wei­tere wüst­lie­gende Bauerngüter dazu, wor­auf­hin das Lehngut 1656 zum Rittergut erho­ben wurde. Carl Gottlob von Leubnitz kaufte das Rittergut Olbernhau 1698.

Adolf Graf vom Loß erwarb es 1766, aller­dings brannte das Gut im fol­gen­den Jahr voll­stän­dig ab. Das Rittergut wurde anschlie­ßend neu auf­ge­baut. Die Wirtschaftsgebäude waren ver­mut­lich gegen Ende des 18. Jahrhunderts errich­tet wor­den. Carl Alexander von Schönberg erwarb das Rittergut Olbernhau 1873. Die land­wirt­schaft­li­chen Flächen ver­kaufte er 1881 an Albert Lange.  1933 gelangte das Rittergut an die Stadt Olbernhau. Der Landwirtschaftsbetrieb wurde dar­auf­hin ein­ge­stellt und die Gebäude verfielen.

Nach 1945

Eine Scheune wurde in den 1960er Jahren abgerissen.

Nachwendezeit

1994 wurde eine wei­tere Scheune abge­bro­chen. In das Rittergut zog nach und nach wie­der Leben ein, zudem wurde es umfas­send saniert.

Heutige Nutzung

Im Herrenhaus befin­den sich eine Bücherei und eine Beratungsstelle. Der Wirtschaftstrakt wird als Museum und durch ein Theater genutzt.

Olbernhau: Burgruine Liebenstein

Burgruine Liebenstein | Raubschloss Liebenstein

09526 Olbernhau

Historisches

Die Burg Liebenstein, heute auch als Raubschloss Liebenstein bekannt, wurde ver­mut­lich im 12. Jahrhundert zur Sicherung der Straßenwege errich­tet und exis­tierte noch bis ins 14. Jahrhundert hin­ein. Die Burganlage war mit einer Gesamtlänge von etwa 90 Metern und einer Breite von etwa 25 Metern ver­hält­nis­mä­ßig groß. Noch im 18. Jahrhundert waren Teile eines Turmes sowie Gräben und Mauern zu sehen.

Heute sind nur noch einige Mauerreste für das geschulte Auge an einem Rastplatz erhal­ten. Das Raubschloss Liebenstein befin­det sich öst­lich von Pobershau und süd­lich von Zöblitz in einer Schleife der Schwarzen Pockau. Es ist über einen Wanderweg, der vom Rabenbergweg abzweigt, erreichbar.

Bodendenkmalschutz

Die Anlage wurde Ende 1959 unter Bodendenkmalschutz gestellt.

Pockau-​Lengefeld: Rittergut Wünschendorf

Rittergut Wünschendorf

Feldstraße 101
09514 Pockau-​Lengefeld OT Wünschendorf

Historisches

Das Rittergut Wünschendorf fun­gierte einst als Vorwerk des Ritterguts Rauenstein. Wünschendorf befand sich in der ers­ten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Besitz der Herren von Schellenberg und gelangte 1369 an die Herren von Waldenburg. Ab 1480 besa­ßen die Herren von Günterode das Vorwerk, wel­ches 1560 zum eigen­stän­di­gen Rittergut erho­ben wurde. Sieben Jahre spä­ter wurde das Rittergut Wünschendorf an den säch­si­schen Kurfürsten verkauft.

1606 ver­kaufte Christian II. Kurfürst von Sachsen das Rittergut an Reichard von Böhlau. Es ver­blieb zunächst in Familienbesitz und wurde schließ­lich von den Erben der Familie von Böhlau 1728 an Otto Friedrich Zanthier ver­äu­ßert. Weitere Besitzer waren ab 1754 Johann Georg Kirchhahn, ab 1771 Johann Christian Gottlieb Kirchner, gefolgt von des­sen Sohn Johann Georg Kirchner, ab 1829 Ernst August Seckendorf und bis 1845 des­sen Erben.

1845 gelangte Friedrich Wilhelm Pfefferkorn in den Besitz des Ritterguts Wünschendorf, das bis 1880 in Familienbesitz ver­blieb. In jenem Jahr wech­selte das Rittergut gleich zwei­mal den Besitzer, von denen Alexander Gottfried von Herder der letz­tere war. Das Rittergut ver­blieb in Familienbesitz und ging 1926 an Mira Gräfin von Holtzendorff, gebo­ren von Herder, über. Ihr Sohn Hans war der letzte Besitzer des Ritterguts Wünschendorf.

Nach 1945

Hans Graf von Holtzendorff jun. wurde nac Kriegsende im Rahmen der Bodenreform ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde nach 1945 zur Baumaterialgewinnung abgerissen.

Heutige Nutzung

Erhalten sind noch Wirtschaftsgebäude.

Pockau-​Lengefeld: Rittergut Lippersdorf

Rittergut Lippersdorf

Hauptstraße 50
09514 Pockau-​Lengefeld OT Lippersdorf

Historisches

1350 wurde erst­ma­lig ein Herrensitz unter Nicolaus Lupoldisdorf und 1383 unter Nyckil von Luppoldisdorf erwähnt, der sich meh­rere Jahrhunderte im Besitz der Familie von Berbisdorf befand.

Diese wurde erst­mals 1434 mit dem Herrensitz Lippersdorf in Verbindung gebracht. Unter ihr erfolgte einer­seits die Aufwertung zum Rittergut, so 1696 urkund­lich nach­weis­bar, ande­rer­seits 1761 der Bau des Herrenhauses. Durch die erneute Heirat der Witwe Charlotte Wilhelmiene von Berbisdorf gelangte das Rittergut in die Hände der Familie von Globig und ver­blieb da bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Das Rittergut wurde nach einem Brand Mitte 1869 neu auf­ge­baut. 1881 über­nahm es die Familie von Herder von einem Herrn Braun. Unter der Familie von Herder erfolgte 1904 /​ 1905 ein Umbau des Herrenhauses. 1924 erwarb die Stadt Chemnitz das Gebäude, in dem vier Jahre spä­ter ein Kindererholungsheim ein­ge­rich­tet wurde. Die Landwirtschaftsflächen des Rittergutes benö­tigte die Stadt für den Bau der Saidenbachtalsperre. Später erfolgte die Umnutzung in ein Kinderheim.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient heute als Kinder- und Jugendheim und ist von einem groß­zü­gi­gen Park umgeben.

Pockau-​Lengefeld: Burg Rauenstein

Burg Rauenstein

Rauenstein 6
09514 Pockau-​Lengefeld OT Rauenstein

Historisches

Die ehe­ma­lige Festung wurde ver­mut­lich bereits um 1200 errich­tet und taucht erst­mals 1323 in schrift­li­chen Nachweisen auf. Als erste Besitzer sind die Herren von Schellenberg bekannt. Nach mehr­ma­li­gem Besitzerwechsel kam die Burg Rauenstein 1478 an Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen. Zwei Jahre spä­ter wurde die Burg Rauenstein an Hans von Günderode ver­lehnt und 1567 von Kurfürst August von der Familie von Günderode zurückerworben.

Der mit­tel­al­ter­li­che Turm wurde als ältes­ter bau­li­cher Bestandteil bei den Umbauarbeiten erhal­ten. Erneute Bauarbeiten fan­den 1629 /​ 1630 in grö­ße­rem Umfang statt. Die Burg wurde von adli­gen Pächtern ver­wal­tet und schließ­lich 1651 vom Pächter Jobst Christian von Römer erwor­ben. Um 1720 wurde das Kavaliershaus erbaut. Bis 1743 ver­blieb Burg Rauenstein im Besitz der Familie von Römer. Danach wech­sel­ten die Besitzer oft, bis 1816 Christian August Hänel die Burg erwarb und 1843 sei­nem Neffen Eugen Wolfgang Freiherr von Herder ver­kaufte. Unter Gottfried von Herder erfolg­ten um 1907 letzte grö­ßere Umbauten an der Burg. Sein gleich­na­mi­ger Enkel war der letzte Burgherr.

Nach 1945

Gottfried von Herder wurde 1945 ent­eig­net und ver­trie­ben. Die Burg Rauenstein wurde seit 1949 als Kindererholungsheim genutzt.

Nachwendezeit

In den 1990er Jahren wurde das Erholungsheim geschlos­sen. Der Sohn des letz­ten Besitzers und Urururenkel von Johann Gottfried von Herder, dem Dichter, kaufte Burg Rauenstein 1999 vom Landkreis zurück. Möbel und Gemälde, die nach Kriegsende in Museen gelangt waren, wur­den herausgegeben.

Heutige Nutzung

Eine Nutzung für Burg Rauenstein zeich­net sich nicht ab. Sie soll in Familienbesitz blei­ben. Der Eigentümer wohnt bei Aufenthalten auf der Burg im Kavaliershaus.

Bodendenkmalschutz

Der ursprüng­li­che Burgbau wurde Ende 1968 unter Bodendenkmalschutz gestellt.

Olbernhau: Rittergut Schönfeld

Rittergut Schönfeld

Alte Saydaer Straße 2 (?)
09526 Olbernhau OT Schönfeld

Historisches

Das Rittergut wurde 1551 erst­mals schrift­lich erwähnt und in den Jahren 1632 und 1806 durch Brände beschädigt.

Heutige Nutzung

Heute wird es teil­weise für Wohnzwecke genutzt.

Olbernhau: Schloss Dörnthal

Schloss Dörnthal

Am Feierabendheim 2
09526 Olbernhau OT Dörnthal

Historisches

Der Ort Dörnthal wurde etwa um 1200 gegrün­det, ein Herrensitz soll bereits damals bestan­den haben. Das Rittergut exis­tierte im 17. Jahrhundert und befand sich im Besitz der Familie von Schönberg, auch wenn es 1651 zwi­schen zwei Zweigen der Familie wech­selte. Auf 1696 datiert die urkund­lich erste Erwähnung des Ritterguts Dörnthal. Das Schloss wurde 1798 /​ 1799 für Curt und Heinrich von Schönberg erbaut. Es diente vor­nehm­lich Wirtschaftszwecken, da die Besitzer auf Schloss Pfaffroda wohn­ten. Unter Carl Alexander von Schönberg wurd die Bewirtschaftung des Ritterguts Dörnthal 1888 ein­ge­stellt. Bis 1945 war die Familie von Schönberg Besitzer von Dörnthal.

Nach 1945

Die Familie von Schönberg wurde 1945 ent­eig­net. Im Schloss wurde ein TBC-​Heim ein­ge­rich­tet, wel­ches 1964 in ein Altersheim umge­wan­delt wurde.

Nachwendezeit

Die Nutzung als Altenheim dau­erte fort. Das Schloss wurde saniert.

Heutige Nutzung

Im sanier­ten Schloss Dörnthal wird ein Pflegeheim betrieben.

Olbernhau: Rittergut Niederhaselbach

Rittergut Niederhaselbach

Dorfstraße 49
09526 Olbernhau OT Haselbach

Historisches

Das Rittergut ent­stand als eines der ers­ten Gebäude und war ein Vierseitenhof, des­sen Herrenhaus als Gefängnis genutzt wurde. Zu Ende des 16. Jahrhunderts gehör­ten noch eine Brauerei sowie ein Gasthof zum Rittergut dazu. 1843 kam Wilhelm Klingsohr in den Besitz des Rittergutes und ließ 1852 das Herrenhaus errich­ten. 1906 erwarb Erhard Kunze das Rittergut und stat­tete das Herrenhaus mit deko­ra­ti­ver Innenmalerei aus. Die Stadt Chemnitz erwarb das Rittergut Niederhaselbach 1925. Die Ländereien wur­den größ­ten­teils für den Bau der Saidentalsperre verwendet.

Nach 1945

Das Rittergut fiel nicht unter die Bodenreform und wurde ver­pach­tet. Die LPG über­nahm den Hof 1954.

Nachwendezeit

Nach der polit­schen Wende wurde der Betrieb durch die LPG ein­ge­stellt. Das Rittergut gelangte zurück an die Stadt Chemnitz. 2000 begann ein Verein schritt­weise mit der Beräumung und Sanierung des Rittergutes. Das Herrenhaus wurde im Jahre 2006 durch Brand schwer beschä­digt. Es stand viele Jahre stark sanie­rungs­be­dürf­tig leer.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Niederhaselbach wurde bis 2017 umfas­send saniert. Das Herrenhaus wurde um eine Etage ver­jüngt und unter­schei­det sich vom Ursprungsbau erheb­lich. Die Hoffassade erstrahlt in einem fri­schen gelb.