Malschwitz: Rittergut Buchwalde

Rittergut Buchwalde

Kleinsaubernitzer Weg 5
02694 Malschwitz OT Buchwalde

Historisches

Buchwalde ist eines jener Rittergüter, deren wenige Besitzer jeweils über einen lan­gen Zeitraum Eigentümer waren. Schon 1280 wurde Buchwalde als Herrensitz unter N. de Buchinwalde nach­ge­wie­sen. Das Rittergut wurde erst­mals 1561 genannt. Bereits seit 1527, befand sich das Rittergut Buchwalde im Besitz der Herren und spä­te­ren Grafen von Gersdorff.

Diese behiel­ten es bis 1787 in Besitz, dann ging das Rittergut an Henriette Friedericke Gräfin von Hohenthal, eine gebo­rene Gräfin von Gersdorff, über. Deren Tochter ver­machte das Gut 1808 Ferdinand Graf zur Lippe-​Weißenfels. 1939 ver­starb Ferdinand Prinz zur Lippe-​Weißenfels und seine Frau Dorothea Prinzessin von Schönburg-​Waldenburg über­nahm das Rittergut bis zu ihrer Enteignung 1945. Das Rittergut Buchwalde diente als Wirtschaftshof des Schlosses Baruth und wurde von einem Gutsverwalter bewohnt.

Nach 1945

Im Rahmen der Bodenreform erfolgte die Enteignung von Dorothea Prinzessin von Schönburg-​Waldenburg. Das Rittergut wurde an Neubauern auf­ge­teilt. Am Herrenhaus erfolg­ten noch 1945 Umbauten.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt. Direkt ange­glie­dert befin­det sich ein frü­he­res Wirtschaftsgebäude.

Malschwitz: Neuer Hof Baruth

Neuer Hof Baruth

Cortnitzer Straße 9
02694 Malschwitz OT Baruth

Historisches

Im 18. Jahrhundert wurde der Wirtschaftshof des Rittergutes Baruth aus­ge­la­gert und mit dem Neuen Hof neu angelegt.

Heutige Nutzung

Die Wirtschaftsgebäude wer­den heute gewerblich-​landwirtschaftlich genutzt.

Malschwitz: Rittergut Pließkowitz

Rittergut Pließkowitz

Dorfstraße 13
02694 Malschwitz OT Pließkowitz

Historisches

Der 1375 vor­han­dene Herrensitz unter den Herren Petrus und Nycolaus de Pluskewicz wurde 1459 als Rittersitz und 1597 als Rittergut bezeich­net. Das Rittergut befand sich für eine lange Zeit im Besitz der Adelsfamilie von Zezschwitz, die schon 1423 in Pließkowitz ansäs­sig war. Zwischendurch gab es meh­rere Besitzerwechsel, ehe das Rittergut Pließkowitz 1661 erneut an die Familie von Zezschwitz kam. Ihr folg­ten die Familie von Gersdorff, die Familie von Ingenhaeff, die Familie von Metzradt sowie Wilhelm Carl Heinrich von Polenz. Letzterer ver­äu­ßerte das Rittergut 1840 an Carl Friedrich Scheffel. Er ließ noch im glei­chen Jahr Umbauten an dem Herrenhaus vor­neh­men, wel­ches im 18. Jahrhundert errich­tet wurde. Sein Sohn Friedrich August Scheffel über­nahm den Hof 1846.

Nach 1945

Die Bodenreform wurde 1945 voll­zo­gen. Hof und Ländereien wur­den an Neubauern auf­ge­teilt, das Herrenhaus als Wohnhaus für meh­rere Familien genutzt.

Heutige Nutzung

Das Rittergut ist unsa­niert, das Herrenhaus wird nach wie vor bewohnt.

Malschwitz: Wallburg Rackel

Wallburg Rackel

Rackeler Dorfstraße
02694 Malschwitz OT Rackel

Historisches

Südwestlich vom Ort auf dem öst­li­chen Hochzug des Löbauer Wassers sind Wallreste erhal­ten. Es han­delt sich um einen fast noch voll­stän­dig erhal­te­nen, geschlos­se­nen Wallzug. Die Entstehungszeit der Wallburganlage soll deut­lich vor dem 14. Jahrhundert gele­gen haben.

Offenbar auf­grund des Standorts der Wallburg näher bei Cannewitz als bei Rackel wird die auch als Schanze bezeich­nete Wallburg zum Teil auch als Cannewitzer Schanze bezeichnet.

Die Schanze ist auf einem Wanderweg, der von der Rackeler Straße etwa auf Höhe der Straße Zum Mühlteich abzweigt, erreichbar.

Bodendenkmalschutz

Die Wallburg Rackel wurde erst­mals 1935 unter Bodendenkmalschutz gestellt. Der Schutz wurde Anfang 1959 erneuert.

Malschwitz: Gutshaus & Schloss Preititz

Gutshaus & Schloss Preititz

Alte Dorfstraße 12
02694 Malschwitz OT Preititz

Historisches

Preititz war bereits seit 1303 als Herrensitz unter Lutoldus de Pribetiz bekannt. Das alte Gutshaus wurde im 17. Jahrhundert von den Herren von Nostitz erbaut. 1789 ent­stand ein baro­cker Neubau, wel­cher durch den Hauptmann Ferdinand Rudolph von Ziegler und Klipphausen in Auftrag gege­ben wurde. Dieser besaß das Rittergut bereits seit 1759. Das alte Gutshaus wurde 1853 abge­tra­gen. 1865 gelangte das Rittergut Preititz an das Weltadelige Fräuleinstift Joachimstein, wel­ches 1722 von Johann Sigismund von Ziegler und Klipphausen gegrün­det wor­den war und sich seit 1945 im heu­ti­gen Polen befand.

Nach 1945

Die Enteignung wurde 1945 voll­zo­gen und das Schloss erlebte eine Umnutzung als Mehrfamilienwohnhaus. Bauliche Veränderungen am Schloss wur­den 1958 vorgenommen.

Heutige Nutzung

Das Schloss dient als Wohnhaus.

Oßling: Schloss Weißig

Schloss Weißig

Schlossstraße 3
01920 Oßling OT Weißig

Historisches

Eine erste Erwähnung als Rittersitz erfuhr Weißig 1466. 1907 /​ 1908 wurde der Bau des heu­ti­gen Schlosses für Oskar von Zehmen been­det. Zuvor stand an glei­cher Stelle ein Herrenhaus, wel­ches seit 1723 der Stammsitz der Familie von Zehmen war. Oskar von Zehmen starb 1912, sein Sohn Georg 1941. Im Dezember 1942 wurde das Schloss aus finan­zi­el­len Gründen von den Erben an den Reichsbund für Deutsche Jugendherbergen Berlin e. V. ver­kauft. Kurze Zeit spä­ter wurde das Schloss als Wehrertüchtigungslager genutzt.

Nach 1945

1945 quar­tier­ten sich Umsiedler im Schloss ein, zudem wurde es seit Herbst als Schule genutzt. Durch diese Nutzung konnte der ursprüng­lich geplante Abriss des Schlosses ver­hin­dert wer­den. Zwischen 1947 und 1949 war im Schloss ein Altenpflegeheim unter­ge­bracht. Schloss Weißig diente ab 1949 als Kinderheim. In den 1950er und 1970er Jahren wur­den Anbauten getätigt.

Nachwendezeit

Das Kinderheim wurde 1993 geschlos­sen und stand danach lange leer. 2000 trat ein ursprüng­li­cher Investor vom Kauf des Schlosses zurück, das dar­auf­hin wie­der zum Verkauf aus­ge­schrie­ben wurde. Im Jahr 2005 wurde Schloss Weißig an einen nie­der­län­di­schen Besitzer ver­äu­ßert. Sanierungsarbeiten wur­den umge­hend aufgenommen.

Heutige Nutzung

Schloss Weißig wird zum Teil von der Eigentümerfamilie bewohnt. Im Park befin­det sich die Familiengruft der Familie von Zehmen, wel­che 1844 erbaut und 1938 erneu­ert wurde.

Ottendorf-​Okrilla: Rittergut Grünberg

Rittergut Grünberg

Lausaer Straße 6
01458 Ottendorf-​Okrilla OT Grünberg

Historisches

Bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts waren die Herren von Grunenberg bzw. Grunberk im Gebiet ansäs­sig, ohne dass ein Herrensitz benannt war. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts befand sich Grünberg im Besitz von Johann von Schönberg. Das Rittergut als sol­ches ist seit 1696 nach­weis­bar. 1741 befand es sich im Besitz von Adam Friedrich Graf von Flemming, der im dama­li­gen Schloss eine Industrieschule ein­rich­ten ließ.

Im Jahr 1819 was das Rittergut im Besitz der Familie von Heinitz. Mehrere Großbrände ver­nich­te­ten die Gutsanlage 1846. Das Rittergut wurde um 1866 neu erbaut und gehörte als Inspektorhaus zum Schloss Hermsdorf. Es befand sich 1874 im Besitz von Georg Prinz von Schönburg-​Waldenburg, der jedoch auf Schloss Hermsdorf lebte und im Herrenhaus Grünberg sei­nen Gutsverwalter woh­nen ließ. Das Herrenhaus brannte 1884 erneut ab und wurde in sei­ner jet­zi­gen Form wie­der aufgebaut.

Nach 1945

Nach der Enteignung wurde das Rittergut auf­ge­teilt und im Herrenhaus Notwohnungen für Flüchtlinge ein­ge­rich­tet. Ab 1950 erfolgte der Umbau des Gesindehauses zu Wohnungen. Das Herrenhaus wurde durch die Gemeindeverwaltung genutzt und spä­ter zu Wohnraum umfunktioniert.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht leer, die Nebengebäude sind größ­ten­teils bewohnt.

Ottendorf-​Okrilla: Schloss Hermsdorf

Schloss Hermsdorf

Schlossstraße 9
01458 Ottendorf-​Okrilla OT Hermsdorf

Historisches

Hermsdorf wurde 1350 erst­mals als Hermansdorf urkund­lich genannt und soll sich seit 1357 im Besitz der Burggrafen von Dohna befun­den haben. 1449 erfolgte die erste nen­nung als Vorwerk. Die Familie von Carlowitz wurde 1461 mit dem Vorwerk belehnt. Unter Otto von Carlowitz erfolgte die Gründung eines Rittergutes, wel­ches seit 1552 nach­weis­bar war. Das Schloss wurde unter Christoph von Carlowitz von 1553 bis 1575 im Renaissancestil errich­tet. Es erhielt drei vor­ge­setzte Türme und war an drei Seiten von einem Wassergraben umgeben.

Der Familie von Carlowitz folg­ten als Besitzer Hans Harrer, ab 1586 Hans von Zschieren und ab 1607 Graf Georg von Bindauf. Unter Kurfürst Johann Georg II. als dama­li­gem Besitzer fan­den 1630 Umbauten statt. Nachden ein Brand Schäden am Schloss ver­ur­sacht hatte, führte Baumeister Ezechiel Eckhardt ab 1654 über meh­rere Jahre andau­ernde Erneuerungsarbeiten durch. Während die­ser Umbauzeit wech­selte 1657 die Grundherrschaft über das Rittergut Hermsdorf von Kurfürst Johann Georg II. an Johann Georg Freiherr von Rechenberg. Unter ihm wur­den die Schlosskapelle und die Eingangshalle auf­wen­dig ausgestaltet.

1699 erwarb Heino Heinrich von Flemming das Rittergut mit­samt Schloss Hermsdorf. Nach einem erneu­ten Brand 1729 erfolg­ten unter sei­nem Sohn Graf Adam Friedrich von Flemming und unter Beteiligung von George Bähr wie­der­holt Wiederaufbauarbeiten, die nun im Barockstil aus­ge­führt wur­den und bis 1732 abge­schlos­sen wer­den konn­ten. Darüber hin­aus wurde 1730 der weit­läu­fige Schlossgarten im fran­zö­si­schen Stil ange­legt und spä­ter in einen eng­li­schen Landschaftsgarten umgestaltet.

Die Gräfin Charlotte Sophie von Hoym erwarb 1756 das Schloss Hermsdorf im Zuge einer Nachlassversteigerung. Nach ihrem Tod 1808 gin­gen Schloss und Rittergut an Heinrich Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna durch Erbgang über. Bei ihm han­delte es sich um den Ehegatten einer Enkelin von Charlotte Sophie von Hoym. Er hatte das Rittergut bereits seit sei­ner Heirat im Jahre 1800 als Generalbevollmächtigter bewirt­schaf­tet. 1823 musste er den Hermsdorfer Grundbesitz an Ernst Gottlob von Heynitz verkaufen.

Das frü­here Kavaliershaus wurde 1850 abge­ris­sen. 1865 gelangte das Schloss an Prinz Georg von Schönburg-​Waldenburg, wel­cher  um 1890 den Festsaal im Rokokostil umge­stal­ten ließ. Nachdem sein Sohn Hermann von Schönburg-​Waldburg 1943 kin­der­los starb, gin­gen die Eigentumsverhältnisse von Schloss Hermsdorf auf die Gemeinde über.

Nach 1945

1946 wurde im Schloss Hermsdorf ein Altersheim ein­ge­rich­tet. 1988 erfolgte die Restaurierung der Empfangshalle, des Festsaals und der Schlosskapelle.

Nachwendezeit

Ab 1991 folgte die stu­fen­weise Sanierung von Schloss und Park. 1998 wurde das Altersheim nach Ottendorf-​Okrilla ver­legt und das Schloss leergezogen.

Heutige Nutzung

Schloss Hermsdorf befin­det sich nach wie vor in Gemeindebesitz und wird für Veranstaltungen, Hochzeiten, Märkte und Feiern genutzt.
(Fotos: April 2025)

Ottendorf-​Okrilla: Schloss Medingen

Schloss Medingen

Dorfstraße 9
01458 Ottendorf-​Okrilla OT Medingen

Historisches

In Medingen bestand bereits 1289 unter Henricus miles dic­tus de Medegowe ein Herrensitz, der 1445 als Vorwerk und als 1696 Rittergut nach­weis­bar ist. Die Familie von Arras wurde im 16. Jahrhundert mit Medingen belie­hen, 1550 erhielt Christoph von Carlowitz das Gut als Lehen. Ihm folg­ten erst Rudolph von Bünau und spä­ter Christoph von Looß. In der Folgezeit wech­sel­ten die Besitzer des Ritterguts Medingen recht häu­fig. Viele bedeu­tende Namen tau­chen unter den Besitzern auf: von Spohr, von Bornsdorf, Vitzthum von Eckstädt, Edler zu Putlitz, von Hohenthal und von Bose.

Friedrich Gottlob Moritz Stoß ver­äu­ßerte das Rittergut an eine Aktiengesellschaft, die bay­ri­sches Bier braute. 1860 besaß H. C. Zürner das Rittergut. Das Herrenhaus brannte 1890 (andere Quelle: 1894) ab und wurde als Schloss im Stil des Neobarock auf­ge­baut. Das Rittergut gehörte von 1904 bis 1919 dem Kommerzienrat Karl Paul Mehnert und nach dem Ersten Weltkrieg dem Kammersängerehepaar Plaschke. 1929 erwarb eine Parzellierungsgesellschaft das Rittergut, die die Flächen auf­teilte, ver­kaufte und damit das Rittergut auflöste.

Nach 1945

Nach 1945 diente das Schloss der Gemeindeverwaltung als Sitz und zusätz­lich als Kulturhaus. Zu DDR-​Zeiten wurde es Ernst-​Thälmann-​Heim genannt und zu Wohnzwecken genutzt.

Nachwendezeit

Nach der Wiedervereinigung erhie­len die Nachkommen der letz­ten Besitzer das Grundstück zurück.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird pri­vat genutzt und ist nicht zugänglich.

Ohorn: Rittergut Ohorn

Rittergut Ohorn

Am Pflegeheim 2
01896 Ohorn

Historisches

Bereits 1373 bestand ein Herrensitz in Ohorn. 1537 wurde das Rittergut Ohorn erst­mals als Vorwerk erwähnt. Das Herrenhaus wurde im 18. Jahrhundert erbaut und erfuhr um 1890 umfang­rei­che Umgestaltungen nach heu­ti­gem Aussehen.

Nach 1945

1945 wurde die Bodenreform voll­zo­gen und der Besitzer ent­eig­net. Im Herrenhaus wurde 1949 eine Parteischule der SED ein­ge­rich­tet. Das Rittergut mit sei­nem reprä­sen­ta­ti­ven Herrenhaus wurde seit den 1950er Jahren als Alten- und Pflegeheim genutzt.

Nachwendezeit

In der Nachwendezeit wurde das Rittergut umfas­send saniert. Es war 1998 von einer GbR erwor­ben worden.

Heutige Nutzung

Im Rittergut wird heute nach wie vor eine Senioren-​Residenz betrie­ben. Der große, weit­läu­fige Park im eng­li­schen Stil mit vie­len Rhododendren und einem Teich ist nicht zugäng­lich. Erhalten sind außer­dem noch bewohnte Wirtschaftsgebäude.