Ralbitz-​Rosenthal: Wasserburg & Rittergut Schmerlitz

Wasserburg & Rittergut Schmerlitz

Radlubinstraße 23
01920 Ralbitz-​Rosenthal OT Schmerlitz

Historisches

Schmerlitz wurde erst­mals 1374 unter Joriz de Smerdacz erwähnt, wel­cher bis 1382 mit dem Ort in Verbindung stand. Das 1667 urkund­lich erwähnte Rittergut gehörte in spä­te­rer Zeit dem Kloster St. Marienstern und geht auf eine vor­mals bestehende mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg zurück. Das Herrenhaus wurde 1920 abge­ris­sen und auf dem Grundstück ein Neubau errichtet.

Heutige Nutzung

Der Neubau wird heute durch das Sorbische Familien- und Bildungszentrum genutzt.

Bodendenkmalschutz

Die Wasserburg wurde ober­fläch­lich über­baut und ist als sol­che nicht mehr erkenn­bar. Sie stand etwa da, wo sich heute der Kinderspielplatz hin­ter dem Familien- und Bildungszentrum befin­det. Bodendenkmalschutz besteht für die Anlage seit 1938, erneu­ert wurde die­ser 1962.

Wittichenau: Vorwerk Keula

Vorwerk Keula

02997 Wittichenau OT Keula

Historisches

Das Vorwerk Keula wurde 1825 und 1885 genannt. Es ging aus einem 1646 erwähn­ten Hammergut her­vor. Die Grundherrschaft über Keula oblag bis ins späte 18. Jahrhundert hin­ein dem Kloster St. Marienstern.

Hinweis:
Die tat­säch­li­che Existenz des Vorwerks Keula bei Wittichenau erscheint frag­lich. Die ein­zige hier­für auf­find­bare Quelle nennt exakt die glei­chen Jahreszahlen für Hammergut und Vorwerk auch für Keula bei Krauschwitz im Landkreis Görlitz.
(Januar 2023)

Wilthen: Herrenhaus Wilthen

Herrenhaus Wilthen

St.-Barbara-Platz 3
02681 Wilthen

Historisches

Die erste Erwähnung als Herrensitz erfolgte um 1276 unter Gunzelinus de Willentin. 1412 erfolgte die Nennung als Rittersitz, aus wel­chem sich ein Rittergut ent­wi­ckelte, wel­ches erst­mals 1562 als sol­ches genannt wurde.

Das Herrenhaus wurde um 1741 erbaut für Christiane Sophie von Below, die das Rittergut bereits zehn Jahre zuvor für ihre Söhne erwor­ben hatte. Schon 1746 ver­äu­ßerte sie den Grundsitz jedoch an Adam Friedrich von Braun, des­sen Familie das Rittergut bis 1783 in Familienbesitz behielt. Johann Friedrich Richter erstei­gerte das Rittergut Wilthen 1815. Seit 1837 befand sich das Herrenhaus Wilthen mit sei­nem zuge­hö­ri­gen Wirtschaftshof im Besitz des Domkapitels St. Petri in Bautzen. 1842 wurde die Rittergutsbrauerei an Christian Traugott Hünlich ver­pach­tet. Für die Brauerei wurde 1910 ein eige­nes Verwaltungsgebäude errich­tet. 1927 wurde in der ehe­ma­li­gen Brauerei des Ritterguts eine kleine katho­li­sche Kapelle eingerichtet.

Nach 1945

Aufgrund der kirch­li­chen Besitzverhältnisse erfolgte keine Enteignung. Das Rittergut Wilthen ver­blieb wei­ter­hin im Besitz des Domkapitels. Aus der  Branntweinbrennerei Hünlich ging in der DDR der VEB Weinbrand Wilthen hervor.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus ist auf­wen­dig saniert. Es wird zu Wohnzwecken und durch die Caritas genutzt. Die Wirtschaftsgebäude wer­den durch die Forstverwaltung des Domkapitel genutzt.

Weißenberg: Wallburg Strohmberg

Wallburg Strohmberg

Strohmberg
02627 Weißenberg OT Särka

Historisches

Reste des Ringwalls befin­den sich süd­öst­lich vom Ort auf dem Strohmberg. Durch den Abbau von Gestein ist aller­dings nicht mehr viel von der Wallburg aus dem 11. Jahrhundert erhal­ten. Der Strohmberg ist über Wanderwege und Stufen zu errei­chen und liegt öst­lich der Staatsstraße S112.

Bodendenkmalschutz

Schutz als Bodendenkmal besteht für die Wehranlage seit 1935. Der Schutz wurde Anfang 1959 erneuert.

Bautzen: Wasserburg & Rittergut Bolbritz

Wasserburg & Rittergut Bolbritz

Nr. 1
02625 Bautzen OT Bolbritz

Historisches

Bereits 1283 war Bolbritz Herrensitz unter den Brüdern Gerhardus und Johannes de Bolberitz und mit einer Burg ver­se­hen. Der Burgbau selbst könnte bereits im 11. Jahrhundert erfolgt sein. Als Rittergut fand Bolbritz 1562 Erwähnung. 1813 erbte Wilhelm Carl Graf von Wartensleben das Rittergut von sei­ner Schwester. Unter ihm wur­den die vor­han­de­nen Wirtschaftsgebäude um- und aus­ge­baut. Schon zwei Jahre spä­ter aller­dings ver­kaufte er das Rittergut wie­der. Neuer Eigentümer ab 1820 wurde der bis­he­rige Pächter Gottlieb Rudolph König. Dessen Antrag auf Erhebung in den Adelsstand wurde vom säch­si­schen König statt­ge­ge­ben, aller­dings starb die Familie bereits 1838 in männ­li­cher Linie aus.

Nach 1945

Das Rittergut wurde 1945 im Rahmen des Vollzugs der Bodenreform ent­eig­net und der Grundbesitz an Neubauern aufgeteilt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient Wohnzwecken. Die Wirtschaftsgebäude wer­den eben­falls bewohnt.

Bodendenkmalschutz

Die alte Wasserburg wurde über­baut. Reste des Grabens und ein Teich sind noch vor­han­den. Ein Nebengebäude, wel­ches als Schuppen genutzt wurde, soll als Rest der uralten Burg iden­ti­fi­ziert wor­den sein. Bodendenkmalschutz besteht für die Anlage seit 1935. Der Schutz wurde Ende 1958 aufgefrischt.

Großröhrsdorf: Rittergut Bretnig

Rittergut Bretnig

Am Klinkenplatz 9
01900 Großröhrsdorf OT Bretnig

Historisches

Aus einer Lehnurkunde geht her­vor, dass in Bretnig ein Vorwerk vor­han­den war. Im 16. Jahrhundert, kon­kret 1580, wurde es als Rittergut bezeichnet.

Nach 1945

In jenem Jahr brannte das Herrenhaus nie­der, seine Reste wur­den abgetragen.

Heutige Nutzung

An der Stelle des frü­he­ren Herrenhauses befin­det sich der Neubau des Gemeindeamtes.

Radibor: Rittergut Quoos

Rittergut Quoos

Nr. 1/​1a
02627 Radibor OT Quoos

Historisches

1242 wurde ein Herrensitz unter Zachmannus de Chozow erwähnt. Als ers­ter Besitzer ist Siegismund Behr nach­weis­bar. 1489 erwarb die Familie von Planitz den Herrensitz und ver­kaufte ihn exakt 100 Jahre spä­ter an Christoph von Haugwitz. 1605 erwarb die Familie von Minkwitz den Besitz. Ab 1685 gab es meh­rere Besitzerwechsel.

Nachdem das Gut 1803 von Johanna Nepomucena Gräfin von Gondrecourt an Martin Miethe ver­kauft wurde, ent­stand unter ihm ein eigen­stän­di­ges Rittergut. Als sol­ches wurde es 1858 schrifft­lich erwähnt. Miethe ließ ein Jahr nach dem Erwerb das heu­tige Herrenhaus mit sei­nen Nebengebäuden erbauen. 1835 kaufte der Freiherr von Schönberg-​Bibran das Rittergut. Es befand bis 1916 in Familienbesitz, zuletzt in Händen der Freifrau Hedwig von Zedlitz und Neukirch. Der zuletzt erwähnte Besitzer war 1930 Herr Dr. Lauterbach.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Rittergut wurde an Neubauern auf­ge­teilt, das Herrenhaus als Mehrfamilienhaus genutzt.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus Quoos wurde von pri­vat erwor­ben und umfas­send, wenn auch nicht nach his­to­ri­schem Vorbild, saniert.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus dient Wohnzwecken.
(Foto: Februar 2025)

Ralbitz-​Rosenthal: Rittergut Zerna

Rittergut Zerna

Am Sägewerk 9
01920 Ralbitz-​Rosenthal OT Zerna

Historisches

Das 1570 urkund­lich erwähnte Rittergut geht auf eine vor­ma­lig vor­han­dene Wasserburg zurück. Es fand sich im Besitz der Familien von Baudissin, von Schreibersdorf, von Luttitz, von Nostitz, von Ponickau, von Rutt, von Gersdorf, von Wobeser, von Stollberg und von Rex und wurde 1835 in bür­ger­li­che Hand an Johann Friedrich Richter ver­kauft. 1852 kam es an das Kloster St. Marienstern.

Nach 1945

Zu Beginn der 1980er Jahren wur­den das Herrenhaus sowie einige Wirtschaftsgebäude abgerissen.

Heutige Nutzung

Auf dem Grundstück befin­det sich heute ein Sägewerk, nur noch wenige Wirtschaftsgebäude sind erhalten.

Bautzen: Herrensitz Bloaschütz

Herrensitz Bloaschütz

02625 Bautzen OT Bloaschütz

Historisches

Bloaschütz konnte 1296 als Herrensitz unter Heinemannus de Bloschwicz nach­ge­wie­sen wer­den. Die Grundherrschaft wurde um 1580 vom  Rittergut Neukirch und antei­ligt von den Rittergütern Bolbritz und Döberkitz aus­ge­übt. Der Herrensitz wurde offen­bar nach recht kur­zer Zeit wie­der auf­ge­ge­ben. Weitere Informationen lie­gen nicht vor.

Wittichenau: Versunkenes Schloss

Versunkenes Schloss | Fluchtburg Dubring

Dubringer Moor
02997 Wittichenau OT Dubring

Historisches

Das Versunkene Schloss ist eine fast qua­dra­ti­sche Viereckschanze im Naturschutzgebiet Dubringer Moor. Aufgrund ihrer Lage mit­ten im Moor wird die Wallburg in ihrer einst­ma­li­gen Nutzung als Fluchtburg gedeu­tet. Vom Wittichenauer Ortsteil Dubring führt ein Abzweig des Froschradweges zum Versunkenen Schloss. Der Weg ist teil­weise als Naturlehrpfad ausgewiesen.

Die Burganlage ist von einem unge­fähr einen Meter hohen Wall umge­ben und annä­hernd 140 mal 140 m groß. 1985 wur­den erste Keramikscherben frei­ge­legt, wel­che der Billendorfer Kultur zuge­ord­net wer­den konn­ten und archäo­lo­gi­sche Grabungen zur Folge hat­ten.  Damit konnte die Entstehungszeit der Wallburganlage auf die Zeit zwi­schen das 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. datiert wer­den. Typisches Merkmal für Burgwälle aus der Zeit der Billinger Kultur ist die Errichtung an Gewässern.

Der Name “Versunkenes Schloss” geht auf eine Sage zurück, nach wel­cher im 12. und 13. Jahrhundert auf dem Areal der Wallburganlage ein ver­sun­ke­nes Raubritterschloss gestan­den haben soll. Der als hart­her­zig beschrie­bene Ritter soll nach sei­nem Tod keine Ruhe gefun­den haben. Noch heute soll sein Heulen und Klagen vom Grund des Moores zu hören sein.

Bodendenkmalschutz

Das Versunkene Schloss wird auch als Fluchtburg Dubring bezeich­net und steht als Bodendenkmal unter beson­de­rem Schutz. Vor Ort infor­mie­ren zwei Informationstafeln sowohl über die Hintergründe der Burganlage als auch der Sage.
(Fotos: Januar 2023)