Weißwasser: Jagdschloss Mühlrose

Jagdschloss Mühlrose
(Jagdschloss Weißwasser)

Muskauer Heide
02943 Weißwasser

Historisches

Das Jagdschloss Mühlrose war ein klei­nes Schloss etwa 5 km west­lich von Weißwasser in der Muskauer Heide. Verbindliche Informationen über die ursprüng­li­che Entstehung der Schlossanlage sind nicht vor­han­den. Eine Quelle berich­tet von einem Vorwerk im 1597, eine wei­tere Quelle nennt ein Vorwerk erst­mals 1630. Es wird ande­rer­seits ver­mu­tet, dass Kurt Reinicke von Callenberg um 1650 ein Jagdhaus mit­ten im Wald in Holzbauweise errich­ten ließ. Seine Nachfolger bau­ten die­ses Gebäude wohl aus. Der letzte Besitzer aus der Familie Callenberg, Graf Hermann von Callenberg, hat ver­mut­lich zu Beginn des letz­ten Drittels des 18. Jahrhunderts den Holzbau durch ein mas­si­ves Gebäude erset­zen lassen.

Die Familie von Pückler besaß die Schlossanlage zwi­schen 1785 und 1823. Unter ihr wur­den ab 1820 Baumaßnahmenin Form von Nebengebäuden aus­ge­führt sowie Renovierungsarbeiten am Jagdschloss vor­ge­nom­men. 1840 soll sich das Jagdschloss in einem der­ar­tig schlech­ten bau­li­chen Zustand befun­den haben, dass sich offen­bar nur noch wenige Räume bewohn­bar zeigten.

Unter dem Prinzen der Niederlande wurde ab 1854 ein reprä­sen­ta­ti­ver Neubau des Jagdschlosses aus­ge­führt. Vorhandene Nebengebäude wur­den abge­tra­gen und die Försterei neu errich­tet. Diese wurde als Forstamt und zu Wohnzwecken genutzt. Letzte bau­li­che Veränderungen wur­den 1925 /​ 1926 vorgenommen.

Nach 1945

Im Frühjahr 1945 wurde das Jagdschloss Mühlrose durch Truppen der Roten Armee besetzt. Im Juli 1945 ging das Schloss in Volkseigentum über und wenige Monate spä­ter wur­den im Rahmen der Nutzung durch die Kreisverwaltung Rothenburg Umsiedler im Jagdschloss einquartiert.

Nach Gründung der DDR wurde das Jagdschloss dem Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Weißwasser über­tra­gen. Um 1955 war eine Nutzung als Kinderferienlager geplant, die jedoch nicht umge­setzt wurde. Ab 1957 wurde ein Teil des Schlosses durch den VEB Geologische Forschung und Erkundung Freiberg genutzt.

Ab 1961 erfolg­ten Rekonstruktionsarbeiten am Schloss, die nur schlep­pend vor­an­ka­men und schieß­lich 1964 ein­ge­stellt wur­den. 1963 wur­den das nach 1945 beschä­digte Normannische Tor und die Schlossmauer wegen Einsturzgefahr abge­tra­gen. Das Jagdschloss ver­fiel und wurde 1972 gesprengt. In den 1980er Jahren zogen die letz­ten Bewohner der ehe­ma­li­gen Försterei aus. Die Gebäude verfielen.

Nachwendezeit

Die Försterei wurde 1998 abge­ris­sen, ebenso das Torhaus des Normannischen Tores. Das Grundstück ging 1998 in den Besitz der Lausitzer Braunkohle AG über, 2002 an die Vattenfall Europe Mining AG und 2016 an die LEAG.

Heutige Nutzung

Lange erin­nerte ein Gedenkstein an das frü­here Jagdschloss. Das Jagdschlossgelände wurde bis Mitte der 2020er Jahre vom Tagebau Nochten überbaggert.

Boxberg: Rittergut Mönau

Rittergut Mönau

Eichenallee 28
02943 Boxberg OT Mönau

Historisches

Das Rittergut war 1609 erst­mals schrift­lich nach­weis­bar. Im Jahre 1677 ist der Verkauf von Hans von Metzradt an Heinrich Wenzel von Hundt und Alten-​Grottkau belegt. Fast ein Jahrhundert, bis 1773, ver­blieb das Rittergut in Familienbesitz. Das Herrenhaus bestand einst aus zwei Flügeln, wovon der erste im zei­ti­gen 18. Jahrhundert und der zweite in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wor­den war. Weitere Besitzer waren die Familie von Rabenau sowie ab 1899 bis 1937 die Herren Kluge. Ab 1937 wurde das Rittergut als Reichsarbeitslager genutzt.

Nach 1945

Nach der Enteignung wurde 1946 der Hauptflügel des Herrenhauses zur Baumaterialgewinnung abgetragen.

Heutige Nutzung

Der ver­blie­bene Flügel wird als Wohngebäude genutzt.

Reichenbach: Rittergut Niederreichenbach

Rittergut Niederreichenbach

Niederhof 3
02894 Reichenbach

Historisches

Das Rittergut wurde 1608 erwähnt. Nieder- und Oberreichenbach wur­den 1734 unter Georg Ernst II von Gersdorff zusam­men­ge­legt, wobei Niederreichenbach als eigent­li­cher Wohnsitz diente. Fünf Jahre spä­ter kam das Rittergut Niederreichenbach an die Familie von Kiesewetter und durch Heirat 1870 an die Familie von Seydewitz. Tochter Rita hei­ra­tete in die Grafenfamilie von Roon ein und über­nahm Niederreichenbach 1899. Sie behielt es bis 1937 in Besitz.

Nach 1945

Die Familie von Roon wur­den 1945 ent­eig­net und das Herrenhaus in den 1950er Jahren abge­ris­sen. Die Wirtschaftsgebäude wur­den zu Wohnhäusern umgebaut.

Heutige Nutzung

Das Restgut dient als Wohnraum.

Rietschen: Altes & Neues Herrenhaus Rietschen

Altes & Neues Herrenhaus Rietschen

Forsthausweg 4
02956 Rietschen

Historisches

Die Familie von Rabenau besaß Rietschen über 200 Jahre lange und ver­kaufte das Rittergut 1609. Sie lie­ßen 1540 das Alte Herrenhaus errich­ten. Nach meh­re­ren Besitzerwechseln erwarb die Familie von Wiedebach das Rittergut 1653, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Neue Herrenhaus in unmit­tel­ba­rer Nachbarschaft zum Alten Herrenhaus erbauen ließ. Das Gut blieb bis 1812 in Familienbesitz. Im zwei­ten Drittel des 18. Jahrhunderts wurde das Neue Herrenhaus umge­baut. Nach der Familie von Wiedebach kaufte die Familie von Nostitz das Rittergut.

1830 wurde das Rittergut Rietschen in eine könig­li­che Forstdomäne umge­wan­delt. Im Alten Herrenhaus wur­den die Oberförsterei und die Forstkassenverwaltung unter­ger­bacht. Ein zusätz­li­ches Gebäude wurde errich­tet. Das Görlitzer Zentralhospital erwarb das Anwesen 1864, hatte dafür jedoch keine wirk­li­che Verwenden. Das Alte Herrenhaus, ein Fachwerkbau, ver­fiel und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgerissen.

Nach 1945

Nach der Enteignung diente das Neue Herrenhaus als Mehrfamilienhaus.

Heutige Nutzung

Das Neue Herrenhaus wird teil­weise noch bewohnt und befin­det sich in sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand. Im ehe­ma­li­gen Forsthaus ist die Gemeindeverwaltung unter­ge­bracht. Das ehe­ma­lige Gesindehaus wird eben­falls bewohnt und war­tet auf seine Sanierung.

Löbau: Wasserburg & Rittergut Wendischpaulsdorf

Wasserburg & Rittergut Wendischpaulsdorf

Am Hof 15
02708 Löbau OT Wendischpaulsdorf

Historisches

Das Rittergut geht auf eine frü­here Wasserburg zurück und wurde erst­mals 1630 erwähnt. 1885 wurde das im 18. Jahrhundert errich­tete Herrenhaus umge­baut. Das Nebengebäude wurde 1885 erbaut. Das Herrenhaus erhielt 1906 einen Anbau, der unter Theodor Dürr aus­ge­führt wurde. Er hatte das Rittergut ein Jahr zuvor erworben.

Nach 1945

1945 wurde die Bodenreform voll­zo­gen, der letzte Besitzer ent­eig­net und die Flächen an Neubauern ver­teilt. Das Herrenhaus wurde zu Wohnzwecken und als Kindergarten genutzt.

Nachwendezeit

Der Kindergarten wurde geschlos­sen. 2009 und erneut 2018 gab es Eigentümerwechsel.

Heutige Nutzung

Der aktu­elle Eigentümer des Ritterguts nimmt schritt­weise die Sanierung des Herrenhauses vor. Die Arbeiten im Inneren schrei­ten voran, die Fassade und die Fenster wur­den bereits nach his­to­ri­schem Vorbild erneuert.

Die mit­tel­al­ter­li­che Wasserburg befand sich öst­lich des Ritterguts. Von ihr sind keine sicht­ba­ren Spuren mehr erhalten.

Waldhufen: Rittergut Ullersdorf

Rittergut Ullersdorf

Am Poetenteich 5
02906 Waldhufen OT Ullersdorf

Historisches

1389 bestand ein Herrensitz unter den Brüdern Niclas, Hans und Otto de Ulrichsdorf, wel­cher seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Nostitz war. 1608 wurde er zum Rittergut erho­ben. Unter Wolfgang Gotthelf von Nostitz erfolgte 1764 ein Umbau des Schlosses. Die drei 1777 neben­ein­an­der bestehen­den Vorwerke wur­den spä­tes­tens 1885 wie­der ver­ei­nigt und schrift­lich erwähnt wurde ein Rittergut. Dieses befand sich seit 1824 im Besitz der Familie von Gersdorff und von 1842 bis 1937 im Eigentum der Grafen von Fürstenstein. Unter die­sen erfolgte 1862 ein erneu­ter Umbau des Schlosses.

Nach 1945

Nachdem 1945 die Enteignung durch­ge­führt wurde, wur­den im Schloss Wohnungen für Vertriebene ein­ge­rich­tet. Einem 1948 durch­ge­führ­ten Teilabriss folgte Mitte 1984 die Sprengung des Schlosses. An sei­ner Stelle wurde ein Wohnblock errichtet.

Heutige Nutzung

Wirtschaftsgebäude sind noch erhalten.

Boxberg: Vorwerk Kaschel

Vorwerk Kaschel

Neubauernstraße 437
02906 Boxberg OT Kaschel

Historisches

Eine ein­zelne Quelle benennt einen Herrensitz für Kaschel im Jahre 1419. Möglicherweise geht die­ser auf Niczhe von der Koschele zurück, wel­cher 1404 als Herr auf Kaschel benannt wird.

Otto Räbiger ließ den Gutshof 1890 anle­gen. Ursprünglich befand sich das im 18. Jahrhundert erwähnte zu Jahmen gehö­rende Vorwerk an ande­rer Stelle im Ort. Unter Leutnant Döring wur­den ab 1898 die Wirtschaftsgebäude errich­tet. Die Besitzer wech­sel­ten oft und so kam das Vorwerk 1920 an die Braunkohlen- und Brikett-​Industrie AG. Die Braunkohlenwerk Niesky waren ab 1937 Eigentümer.

Nach 1945

Nach der Enteignung 1945 wurde das Gut auf­ge­teilt und vor­über­ge­hend fan­den Flüchtlinge ein Zuhause im Herrenhaus. Dieses wurde 1947 gesprengt. Gerhard Ulbricht, dem diese Neubauernstelle zuge­teilt wor­den war, baute das Herrenhaus in leicht ver­än­der­ter Form wie­der auf.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde in den 1990er Jahren saniert und befin­det sich noch heute in Familienbesitz.

Heutige Nutzung

Wohnhaus

Reichenbach: Rittergut Oberreichenbach

Rittergut Oberreichenbach

Oberreichenbach 1
02894 Reichenbach

Historisches

Das 1567 erwähnte Rittergut befand sich lange Zeit im Besitz der Familie von Gersdorff und wurde mit Niederreichenbach 1734 unter Georg Ernst II von Gersdorff ver­eint. Fünf Jahre spä­ter kamen beide Rittergüter an die Familie von Kiesewetter und durch Heirat 1870 an die Familie von Seydewitz. Tochter Rita hei­ra­tete in die Grafenfamilie von Roon ein und über­nahm Nieder- und Oberreichenbach 1899. Sie behielt es bis 1937 in Besitz.

Nach 1945

Die Familie von Roon wurde 1945 ent­eig­net. Das Rittergut wurde dar­auf­hin in ein Volksgut umgewandelt.

Heutige Nutzung

Heute steht das sanie­rungs­be­dürf­tige Herrenhaus leer, vor­mals diente es Wohnzwecken.

Rosenbach: Rittergut Niederherwigsdorf

Rittergut Niederherwigsdorf

Niederhofstraße 3
02708 Rosenbach OT Herwigsdorf

Historisches

1443 wurde ein Rittersitz urkund­lich erwähnt, der seit 1532 als Rittergut geführt wurde. Der bis­he­rige Besitzer des Ritterguts Herwigsdorf, Andreas von Gersdorff, starb 1621. Seine Söhne teil­ten den Grundbesitz in die Rittergüter Oberherwigsdorf, Mittelherwigsdorf und Niederherwigsdorf auf. Unter Gottlob von Schwanitz wur­den die Rittergüter 1669 wie­der ver­ei­nigt, doch mit sei­nem Tod 1673 muss­ten vier Söhne mit Erbanteilen aus­ge­stat­tet wer­den, was noch­mals eine Teilung des Ritterguts Mittelherwigsdorf zur Folge hatte.

Caspar George von Gersdorff erwarb das Rittergut Niederherwigsdorf 1702. Seit 1782 befand sich das Rittergut im Besitz von den Grafen von Bressler. Das ursprüng­li­che Herrenhaus brannte 1799 ab und wurde erst spä­ter wie­der neu auf­ge­baut. Nach der 1837 erfolg­ten Versteigerung des Grundbesitzes gelangte die­ser an Johanna Rahele Röthig. Unter ihr erfolgte ab 1840 der Bau des heu­ti­gen Herrenhauses. 1911 wurde der Niederhof an den säch­si­schen Staat ver­kauft. Das Kriegsministerium rich­tete in dem vor­her land­wirt­schaft­lich genutz­ten Gutshof ein Remontegut ein.

Nach 1945

Nach Kriegsende wurde das Rittergut an Neubauern auf­ge­teilt. Das Herrenhaus befin­det sich seit damals in Privatbesitz.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Niederherwigsdorf wird bewohnt.

Löbau: Schloss Glossen

Schloss Glossen

Kurheimring 24–25
02708 Löbau OT Glossen

Historisches

Glossen wurde 1381 unter Lucz von Glossin erwähnt. Ein Rittersitz wurde erst 1440 urkund­lich bestä­tigt. Die Aufwertung zum Rittergut erfolgte 1584.

Schloss Glossen befand sich meh­rere Jahrhunderte im Besitz der Familie von Gersdorff und wurde 1688 erbaut. Nach einem Brand erfolgte in der ers­ten Hälfte des 18. Jahrhundets ein Wiederaufbau des Schlosses. Stall, Scheune und Lagergebäude des Rittergutes wur­den noch vor 1900 errich­tet. 1827 erwarb Johann Friedrich Schmaltz das Rittergut. 1879 kam es an den Fabrikanten Reinhold Hoffmann, des­sen Tochter Martha den Freiherrn von Lüdinghausen hei­ra­tete. Sie lie­ßen von 1913 bis 1914 Umbauten am Schloss vornehmen.

Nach 1945

Im Rahmen der Bodenreform wurde die Familie von Lüdinghausen 1945 ent­eig­net. Nachfolgend befan­den sich Wohnungen für Umsiedler im Schloss. Weiterhin wurde es als Schulungsgebäude für die Gewerkschaft sowie ab Anfang der 1960er Jahre als Kinderkurheim genutzt.

Nachwendezeit

Das Schloss wurde in den 1990er Jahren saniert und erhielt einen moder­nen Anbau. Der Komplex mit Park wur­den viele Jahre durch eine Reha-​Klinik für Psychosomatik und ‑moto­rik genutzt.

Heutige Nutzung

Nach der Schließung der Klinik diente Schloss Glossen 2022 für einige Monate als Erstaufnahmestelle für ukrai­ni­sche Flüchtlinge. Aktuell steht das Schloss Glossen leer.
(Stand: Februar 2024)