Beiersdorf: Rittergut Beiersdorf

Rittergut Beiersdorf

Alte Schulstraße /​ Löbauer Straße
02736 Beiersdorf

Historisches

Das Rittergut wurde 1566 erst­mals urkund­lich nach­ge­wie­sen. Um 1696 haben zwei Rittergüter bestan­den, die in den fol­gen­den Jahren wie­der zu einem Rittergut Beiersdorf ver­ei­nigt wur­den. Die Gebäude des Rittergutes ent­stan­den im 18. Jahrhundert.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde in den 1970er Jahren abge­tra­gen. Das Rittergut befand sich im Bereich Hofepark/​Mittelteich. Die Teiche gehör­ten zum Rittergutspark.

Reichenbach: Herrenhaus Dittmannsdorf

Herrenhaus Dittmannsdorf

Nieskyer Straße 7
02894 Reichenbach OT Dittmannsdorf

Historisches

1591 wurde das Rittergut nach­ge­wie­sen. Unter den vie­len Besitzern befan­den sich nam­hafte Familien wie die Familie von Fürstenau, die Familie von Gersdorff, die Familie von Nostitz und die Familie von Taube. Ein Vorgängerbau des Herrenhauses wurde bereits im 16. Jahrhundert errich­tet. Nachdem es 1725 abbrannte, erfolgte ein Neuaufbau des Herrenhauses.

In der zwei­ten Hälfte des 18. sowie in der ers­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts wur­den Umbauten getä­tigt, wobei die Umbauten im Jahr 1826 auf Samuel Friedrich Meurer Als dama­li­gen Besitzer des Herrenhauses Dittmannsdorf zurück­ge­hen. 1872 wurde das Rittergut einer Familienstiftung über­tra­gen und kam 1921 an Ernst Schmidt. Die Witwe Emma Schmidt hei­ra­tete in zwei­ter Ehe den rus­si­schen Offizier Michail Wichniewicz. Die Familie blieb im Rittergut Dittmannsdorf wohnen.

Nach 1945

Emma und Michail Wichniewicz wur­den 1945 ent­eig­net. Sie durf­ten im Herrenhaus woh­nen blei­ben, ver­lie­ßen es den­noch wenige Jahre spä­ter. Im Herrenhaus wur­den Konsum und Wohnungen ein­ge­rich­tet und die land­wirt­schaft­li­chen Flächen durch die LPG genutzt.

Nachwendezeit

Im Jahre 2000 wurde das Rittergut pri­vat erwor­ben und umfang­rei­chen Sanierungsarbeiten unterzogen.

Heutige Nutzung

Herrenhaus und Stall die­nen Wohnzwecken.

Rietschen: Rittersitz Viereichen

Rittersitz Viereichen

02956 Rietschen OT Viereichen

Historisches

Die Informationen über den Rittersitz Viereichen sind spär­lich. 1426 wurde ein Rittersitz erwähnt. Nickel von Gersdorff ver­äu­ßerte die­sen 1447 an Wenzel von Biberstein. Die Familie von Biberstein übte noch einige Jahrzehnte die Grundherrschaft über Viereichen aus.

Nachwendezeit

Der Ort wurde zwi­schen 1993 und 1995 für den Tagebau Reichswalde devastiert.

Heutige Nutzung

Sollte jemals ein Gut oder Hof, der im Zusammenhang mit dem Rittersitz Viereichen stand, bestan­den haben, so ist heute nichts mehr vorhanden.

Rosenbach: Rittergut Niederbischdorf

Rittergut Niederbischdorf

Untere Dorfstraße 2
02708 Rosenbach OT Bischdorf

Historisches

Für Bischdorf sind 1227 ein Herrensitz unter Arnoldus Waltherus de Biscofisdorf sowie 1412 ein Rittersitz erwähnt. Dieser befand sich bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz des Meißner Bischofs und kam dann an die Familie von Gersdorff. Unter ihnen erfolgte 1566 die Aufwertung zum Rittergut. 1605 über­nahm die Familie von Klix das Rittergut Bischdorf. Ihnen folg­ten ab 1622 Heinrich von Bünau und ab 1636 die Herren von Schleinitz. Im Jahr 1648 gab es gleich drei Besitzerwechsel.

Nach Georg von Pflugk und der Familie von Sander kam Bischdorf an die Familie von Kämpfen. Im 18. und 19. Jahrhundert wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach. Verzeichnet sind ab 1701 die Familie von Koch und Ludwigsdorf, ab 1703 Johann Adolph von Haugwitz und im Jahre 1757 die Gräfin Bestuchef Rumin. Im glei­chen Jahr ging das Rittergut Bischdorf an Hans Adolph von Carlowitz über, der 1783 an Karl Christian von Bressler ver­kaufte. 1812 erwar­ben die Grafen von Solms-​Tecklenburg das Rittergut und ver­kauf­ten es 1836 an Christian Friedrich Simon.

Vier Jahr spä­ter ging der Besitz an die Familie von Wolffersdorff über, die das Rittergut auf­teilte. 1844 erwarb Adolph Emil Schmalz das Rittergut Niederbischdorf von der Familie von Wolfersdorff. Die nächs­ten Besitzer waren ab 1873 die Familie Richter, unter der um 1900 das Herrenhaus errich­tet wurde, und ab 1910 Reinhold Friese. 1912 erwarb der säch­si­sche Staat das Vorwerk, um Militärpferde zu züch­ten. Von 1937 bis 1945 wurde das Vorwerk von der Wehrmacht genutzt.

Nach 1945

1945 erfolgte die Enteignung. Das Rittergut Niederbischdorf wurde als Maschinen-​Ausleih-​Station genutzt.

Nachwendezeit

Der betrieb wurde bis 1991 aus­ge­löst. 1998 erfolgte der Verkauf an eine Gerüstbaufirma.

Heutige Nutzung

Der Wirtschaftshof wird heute teil­weise als Gewerbeobjekt genutzt. Eine Sanierung ist trotz bestehen­dem Bedarf nicht geplant.

Löbau: Rittergut Oppeln

Rittergut Oppeln

Gutshof Oppeln 3 (Herrenhaus)
Gutshof Oppeln 2, 5, 6 (Wirtschaftshof)
02708 Löbau OT Oppeln

Historisches

In Oppeln exis­tierte bereits 1261 ein Herrensitz unter Wernherus de Opal, der 1345 als Vorwerk und seit 1599 als Rittergut Erwähnung fand. Es kam 1736 an Carl Benjamin Kölbing. Das Herrenhaus wurde um 1780 unter Gottfried von Gersdorff errich­tet, der das Rittergut seit 1765 besaß. 1795 erwarb die Gräfin von Carnitz das Rittergut, 1858 kam das Rittergut Oppeln an das Großherzogstum Sachsen-​Weimar-​Eisenach. Die Familie von Lüdinghausen erwarb Oppeln 1912 und wech­selte inner­halb der Familie noch zwei­mal den Besitzer. 1931 wurde das Rittergut Oppeln aus finan­zi­el­len Gründen ver­kauft und von Walter Gottsche erworben.

Nach 1945

Walter Gottsche wurde 1945 ent­eig­net, das Herrenhaus diente seit­her als Mehrfamilienwohnhaus..

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird noch teil­weise als Wohnhaus genutzt. Es ist drin­gend sanie­rungs­be­dürf­tig. Die Stallungen verfallen.

Herrnhut: Schloss Berthelsdorf /​ Zinzendorfschloss

Schloss Berthelsdorf | Zinzendorfschloss

Herrnhuter Straße 19
02747 Herrnhut OT Berthelsdorf

Historisches

In Berthelsdorf bestand bereits 1390 ein Rittersitz, der 1609 zum Rittergut erho­ben wurde. In der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestan­den die Rittergüter Niederberthelsdorf und Oberberthelsdorf par­al­lel. Später wur­den sie wie­der vereinigt.

1687 exis­tierte ein zum Teil abge­brann­tes Herrenhaus, wel­ches 1722 von Henriette Katharina von Gersdorff an ihren sehr reli­giös gepräg­ten Enkel Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf ver­kauft wurde. Dieser ließ nach einem Komplettabriss den Neubau des Schlosses in Auftrag geben. Eine andere Quelle berich­tet ledig­lich von einem Umbau. Das Rittergut Berthelsdorf blieb noch einige Zeit in Familienbesitz.

Aufgrund der geist­li­chen Prägungen und Aktivitäten des Grafen von Zinzendorf musste die­ser Sachsen ver­las­sen. Das Rittergut hatte er 1732 sei­ner Ehefrau Erdmuthe Dorothee Gräfin von Reuß-​Ebersdorf ver­kauft. 1756 erbte Henriette Benigna Justina Freifrau von Wattewille Schloss und Rittergut Berthelsdorf. Über die Familie ihres Gatten gelangte Schloss Berthelsdorf an Charlotte Sophie Gräfin von Einsiedel, wel­che es 1844 der Brüderunität übereignete.

Die Brüderunität nutzte das Gut schon seit 1791 als Sitz der Kirchenleitung und ab ver­pach­tete es 1913 an den säch­si­schen Staatsfiskus. Dieser rich­tete im Rittergut Berthelsdorf ein Remontegut ein, um hier Militärpferde zu züch­ten. Ab 1937 diente das Rittergut als Remontegut der Nationalsozialisten zur Aufzucht von Kavalleriepferden.

Nach 1945

Das Schloss wurde bis 1945 als Wohnhaus genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt die Brüderunität das Rittergut als Entschädigung für die Übernahme durch die Nazionalsozialisten zurück. Sie ver­lor es 1949 erneut, als die Enteignung im Rahmen der Bodenreform vor­ge­nom­men wurde.

Nachwendezeit

Noch bis 1992 wurde das Rittergut als volks­eig­nes Gut genutzt. Die Gebäude dien­ten teil­weise als Wohn- und Büroraum. 2001 erwarb ein Verein das her­un­ter­ge­kom­mene Schloss, nach­dem ein Rückübertragungsantrag der Brüderunität abge­lehnt wor­den war.

Heutige Nutzung

Das mitt­ler­weile auf­wän­dig sanierte Schloss wird im Sinne Zinzendorfs genutzt und bie­tet unter ande­rem Führungen, geist­li­che Konzerte und eine Begegnungsstätte. Die Wirtschaftsgebäude bedür­fen noch der Sanierung.

Reichenbach: Rittergut Biesig

Rittergut Biesig

Dorfweg 21
02894 Reichenbach OT Biesig

Historisches

Das Rittergut Biesig wurde erst­mals 1469 erwähnt und erlebte zahl­rei­che Besitzerwechsel. Es gehörte in der ers­ten Hälfte des 17. Jahrhunderts der Familie von Fürstenau. Bis in die frü­hen Jahre des 19. Jahrhunderts sind als wei­tere Besitzer die Familie von Taube, die Familie von Nostitz, die Familie von Loeben, die Familie von Runckel, die Familie von Klotz und die Familie von Gersdorff verzeichnet.

Seit 1843 gehörte das Rittergut der Familie von Seydewitz, die 1945 ent­eig­net wurde. 1843 erwarb Otto Theodor von Seydewitz das Rittergut Biesig. Das Herrenhaus wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts umge­baut. Damm von Seydewitz über­nahm das Rittergut 1898 und ver­starb im Jahr dar­auf. Vorerst letzte Umbauten wur­den 1921 /​ 1922 getä­tigt, zusätz­lich wurde ein Anbau ange­fügt. Den Auftrag dazu erteilte die Witwe Carla von Seydewitz, die ihren Betriebsleiter adop­tierte, wel­cher fortan Dr. Hans Carl von Seydewitz hieß.

Nach 1945

Carla und Dr. Hans Carl von Seydewitz wur­den 1945 ent­eig­net. Das Herrenhaus erlebte eine Umnutzung als Wohnhaus.

Heutige Nutzung

Das sanie­rungs­be­dürf­tige Herrenhaus dient nach wie vor Wohnzwecken.

Rietschen: Vorwerk Publick

Vorwerk Publick

02956 Rietschen OT Publick

Historisches

1392 wurde Nycol Publich als Herr über den Ort erwähnt. 1602 bestand ein Lehngut. Es wurde 1603 sowie im 18. Jahrhundert als Vorwerk bezeich­net. Der Ortsteil wurde 1986 für den Kohleabbau abgetragen.

Rothenburg: Rittergut Steinbach

Rittergut Steinbach

Steinbacher Straße 5
02929 Rothenburg OT Steinbach

Historisches

Steinbach befand sich 1368 im Besitz von Nicze Steyngbach. 1388 wurde Nikel Stinkbach erwähnt, 1393 Jeckel de Stingbach. Das Rittergut wurde 1598 urkund­lich genannt. Ab der zwei­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts wech­sel­ten die Besitzer jeweils nach weni­gen Jahren. Das Inspektorhaus wurde 1912 unter Paul Wanzlick erbaut, der das Rittergut drei Jahre zuvor erwor­ben hatte. Als ver­mut­lich letz­ter Besitzer wurde 1937 die Familie Stelzmann erwähnt.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde 1945 zer­stört und anschlie­ßend abgetragen.

Nachwendezeit

Bis 1999 diente der Gutshof als Sitz der Gemeindeverwaltung.

Heutige Nutzung

Glockenturm mit Glocke und Uhrwerk sind neben eini­gen Grundmauerresten noch vorhanden.

Bernstadt a. d. Eigen: Rittergut Niederkemnitz

Rittergut Niederkemnitz

Am Niederhof 2
02748 Bernstadt a. d. Eigen OT Kemnitz

Historisches

Um 1276 wurde erst­mals ein Herrensitz unter Otto de Kemnitz erwähnt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam der Herrensitz an die Herren von Gersdorff und fand 1397 als Rittersitz Erwähnung. Dieser gelangte 1538 in den Besitz der Familie von Kyaw, in die eine von Gersdorff-​Tochter ein­ge­hei­ra­tet hatte. 1555 erfolgte die Erhebung zum Rittergut, das von 1575 bis 1589 und erneut ab 1849 in Oberkemnitz und Niederkemnitz geteilt war.

Niederkemnitz ver­blieb nach der ers­ten Teilung bei einem ande­ren Familienmitglied der von Kyaws und kam wie Oberkemnitz 1640 an die Familie von Kämpfen, die es 1665 wie­der an die Familie von Gersdorff ver­äu­ßerte. Die Familie von Damnitz erwarb das Rittergut 1755 und ver­kaufte es 1790 an die Grafen von Hrzan und Harras. Von die­sen erwarb 1837 Franz Paul Emil von Uechteritz das Rittergut Niederkemnitz. Ihm folg­ten 1843 Gustav Friedrich von Ziegler und Klipphausen, 1845 Karl Gustav Brunnemann und 1849 Stephan Schmidt. Die nach­fol­gen­den Eigentümer waren ab 1854 Christiana Schubert, ab 1872 Max Haberstrohm, ab 1896 Otto Conrad Sickel, ab 1910 Ernst Ronneburger und ab 1925 Bernhard Schubert.

Nach 1945

Der letzte Besitzer wurde 1945 ent­eig­net, seit 1948 befand sich das Herrenhaus in Gemeindeeigentum. Seither diente es als Mehrfamilienhaus. Die Landwirtschaftsflächen wur­den aufgeteilt.

Nachwendezeit

2004 wurde das Herrenhaus verkauft.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Niederkemnitz wird bewohnt.