Lunzenau: Rittergut Schlaisdorf

Rittergut Schlaisdorf

Feldstraße 6
09328 Lunzenau OT Schlaisdorf

Historisches

Schlaisdorf war in Groß- und Kleinschlaisdorf unter­teilt. Für Kleinschlaisdorf war 1791 ein Vorwerk und 1858 ein Rittergut erwähnt. Das Herrenhaus ist ver­mut­lich um 1800 erbaut wor­den. 1564 erwarb Wolf II. von Schönburg das Rittergut. Es ver­blieb zunächst lange Zeit in Familienbesitz und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts ver­kauft.  Als Besitzer im 20. Jahrhundert sind ab 1901 die Familie Weiße und ab 1925 Bernhard Kühn bekannt.

Nach 1945

Das Rittergut fiel auf­grund sei­ner Größe nicht unter die Bodenreform und wurde nicht ent­eig­net. Die Besitzer muss­ten die Landwirtschaftsflächen in den 1950er Jahren den­noch in die LPG ein­brin­gen. 1986 erfolg­ten letzte Sanierungsarbeiten am Herrenhaus, wel­ches zu Wohnzwecken genutzt wurde.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde bewohnt.

Heutige Nutzung

Sohl das Herrenhaus als auch die meis­ten Wirtschaftsgebäude ste­hen leer und ungenutzt.

Penig: Rittergut Penig

Rittergut Penig

Am Sonnenhang
09322 Penig

Historisches

Die Herren von Schönburg erhiel­ten die Herrschaft Penig 1543 im Tausch von Herzog Moritz von Sachsen. Im Laufe der Jahrhunderte besa­ßen ver­schie­dene Linien der von Schönburgs Penig, so ab 1763 von Schönburg-​Wechselburg, ab 1815 von Schönburg-​Forderglauchau und ab 1943 bis zur Enteignung 1945 die Grafen von Schönburg-Glauchau.

Heutige Nutzung

Heute ist vom Rittergut nur noch ein Wirtschaftsgebäude erhal­ten, wel­ches durch ein Unternehmen für Landschaftspflege genutzt wird.

Leisnig: Kloster Buch

Kloster Buch

Klosterbuch 1
04703 Leisnig OT Klosterbuch

Historisches

Das Zisterzienserkloster wurde bereits vor sei­ner ers­ten urkund­li­chen Nennung im Jahre 1192 gegrün­det. Im Laufe der Zeit ver­grö­ßerte sich der Besitz des Klosters, das unter der Verwaltung der Burggrafen von Leisnig stand, durch meh­rere Schenkungen. Im 14. Jahrhundert gelangte Kloster Buch an die Wettiner. In den letz­ten Tagen des Jahres 1525 wurde das Kloster auf­ge­löst, die Güter auf­ge­teilt und ver­pach­tet. 1555 erwarb Hans von Schleinitz das Klostergut, ihm folgte 1567 die Familie von Zeschau. Mehrfache Plünderungen erlitt das Klostergut wäh­rend des Dreißigjährigen Krieges. 1663 erwarb die Fürstenschule Grimma das Anwesen. Es ver­blieb bis 1945 in deren Besitz, wobei es durch Pächter genutzt wurde.

Vom Ursprungsbau des Klosters haben sich nur wenige Gebäudeteile erhal­ten. Die Gutskirche wurde im spä­ten 12. Jahrhundert erbaut und 1678 umge­stal­tet. Kapitelhaus, Brauhaus, Infirmerie und Abthaus ent­stan­den zwi­schen dem frü­hen und spä­ten 13. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wur­den ver­schie­dene Wirtschaftsgebäude errich­tet. Das Abthaus wurde mehr­fach umge­baut, auch um es als Herrenhaus nut­zen zu können.

Nach 1945

Nach 1945 erfolgte die Umwandlung in ein volks­ei­ge­nes Gut. Dazu wur­den an der Klostergutsanlage Anbauten getätigt.

Nachwendezeit

Das volks­ei­gene Gut wurde auf­ge­löst. An- und Einbauten wur­den von ABM-​Kräften abge­ris­sen. Neunutzungen als Stadtgut sowie Angliederung an die Landeskliniken Hochweitzschen konn­ten nicht umge­setzt wer­den. Stattdessen wur­den Sicherungs- und erste Sanierungsarbeiten vor­ge­nom­men. Der 1997 gegrün­dete Förderverein über­nahm die Klosteranlage drei Jahre spä­ter in sein Eigentum und unter­nahm wei­tere denk­mal­pfle­ge­ri­sche Arbeiten.

Heutige Nutzung

Ein Teil des Klostergeländes wird für kul­tu­relle Nutzungen vorgehalten.

Bodendenkmalschutz

Das Areal wurde 1940 und erneut 1959 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Es ist nicht gesi­chert, ob der Vorgängerbau des Klosters eine Wasserburg oder eine Hofanlage war.

Penig: Altes Schloss Penig

Altes Schloss Penig

Mühlgraben 18
09322 Penig

Historisches

Das heu­tige Alte Schloss geht auf eine frü­here Wasserburg zurück, die etwa um 1300 bis 1320 erbaut wurde. Seit 1329 bis 1538 waren die Burggrafen von Leisnig in Penig ansäs­sig. 1355 wurde ein castrum erwähnt, das 1459 abbrannte. Nach dem Wiederaufbau, der nun nicht mehr nur aus Holz, son­dern teil­weise auch aus Stein erfolgte, brannte das Schloss 1472 erneut ab. Das heute exis­tente Renaissanceschloss wurde 1612 erbaut, zu Beginn des 18. Jahrhunderts um zwei Flügelbauten ergänzt und im 19. Jahrhundert stark ver­än­dert. Nur der Nordflügel ist aus der Entstehungszeit noch erhal­ten. Die Brüder Flinsch kauf­ten 1889 das Alte Schloss zusam­men mit dem Neuen Schloss und rich­te­ten eine Papierfabrik darin ein. 1919 erfolgte der Um- und Ausbau zu Wohnraum.

Nach 1945

Die Nutzung als Wohnraum dau­erte bis 1980 an. Außerdem soll das Alte Schloss zur Lehrlingsausbildung genutzt wor­den sein. Nach dem Freizug des Schlosses began­nen in den 1980er Jahren  Umbauten und Entkernungsarbeiten, die bis 1990 wie­der ein­ge­stellt wurden.

Nachwendezeit

Mitte der 1990er Jahre hatte die Stadtverwaltung das Schloss von einem Unternehmen erwor­ben. Pläne für Wohnraumnutzung oder die Einrichtung eines Altenpflegeheimes schei­ter­ten zunächst. Teile des Schlosses wur­den noch von der Tafel sowie der Möbelbörse genutzt. Mit dem Verkauf, der an eine Investitionsklausel gebun­den ist, an Alfred Prinz zu Schönburg-​Hartenstein began­nen ab 2014 umfang­rei­che Sanierungsarbeiten.

Heutige Nutzung

Im mitt­ler­weile sanier­ten Alten Schloss Penig befin­det sich die Forstverwaltung des Schlossherrn sowie Wohn- und Ausstellungsräume. Das Foto zeigt das Schloss vor der Sanierung.

Leisnig: Vorwerk Paudritzsch

Vorwerk Paudritzsch

Paudritzsch 1
04703 Leisnig OT Paudritzsch

Historisches

Vermutlich exis­tierte das Vorwerk bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts, befand sich im Besitz des Klosters Buch und wurde von die­sem als Vorwerk genutzt. 1544 kam das Vorwerk Paudritzsch an den Kurfürsten, der es im fol­gen­den Jahr an die Stadt Leisnig ver­kaufte. Eine urkund­li­che Erwähnung als Vorwerk stammt aus dem Jahr 1552. Durch die im Dreißigjährigen Krieg erlit­te­nen finan­zi­el­len Schäden gab die Stadt Leisnig das Vorwerk Paudritzsch 1652 an den regie­ren­den Kurfürsten zurück. Ab 1771 erfolgte eine Verpachtung des Vorwerks. Das Herrenhaus Paudritzsch wurde in den Jahren 1899 und 1900 unter dem Besitzer Herrn Otto unter Einbeziehung frü­he­rer Bausubstanz errich­tet. 1930 erfolgte eine wei­tere urkund­li­che Nennung als Vorwerk.

Nach 1945

Das Vorwerk fiel auf­grund sei­ner Größe nicht unter die Bodenreform. Auf dem Hof wurde durch­ge­hend wei­ter­hin Landwirtschaft betrieben.

Nachwendezeit

Die Nutzung als Landwirtschaftshof wurde 1994 auf­ge­ge­ben. Im glei­chen Jahr erfolgte der Verkauf an einen Unternehmensberater und Landwirt.

Heutige Nutzung

Das Vorwerk Paudritzsch mit sei­nem Herrenhaus steht leer und ver­fällt zune­hemd. Einige Gebäudeteile sind bereits ein­ge­stürzt. Eine Sanierung erfolgte nicht, eine Nutzung ist eben­falls nicht gegeben.

Penig: Neues Schloss Penig

Neues Schloss Penig

Schlossstraße 5
09322 Penig

Historisches

Anstelle eines Wirtschaftshofes für das Alte Schloss Penig ent­stand zwi­schen 1556 und 1557 das Vordere Schloss unter den Herren von Schönburg. Es wurde zwi­schen 1787 und 1790 durch den Bau des Neuen Schlosses ersetzt, nach­dem das Vordere Schloss bereits 1711 abge­brannt war.

Für den Schlossumbau wur­den die Bauern zu Frondiensten her­an­ge­zo­gen, was zu Unruhen führte und in den säch­si­schen Bauernaufstand 1790 gip­felte. Bis 1852 diente das Neue Schloss als Amtshaus und wurde 1889 gemein­sam mit dem Alten Schloss von den Herren Flinsch gekauft, die eine Papierfabrik ein­rich­te­ten. Im Volksmund wurde das Schloss auch als “Lumpenschloss” bezeichnet.

Nach 1945

Nach Aufgabe der Papierfabrik diente das Schloss viel­fäl­ti­gen Zwecken.

Nachwendezeit

Die Stadt Penig ließ ab 1992 zunächst die Fassade des Schlosses erneu­ern. Kurz dar­auf  wurde es kom­plett saniert und es ent­stan­den alters­ge­rechte Wohnungen.

Heutige Nutzung

Das Schloss wird durch Bibliothek, Polizeistation und betreu­tes Wohnen genutzt.

Leisnig: Wallburg Fischendorf

Wallburg Fischendorf

Drei Hübel Berg
04703 Leisnig OT Fischendorf

Historisches

Von der Wallburg aus der Bronzezeit, die spä­ter auch noch von den Slawen genutzt wurde, sind nur noch geringe Wallreste erhal­ten. Die Form war drei­eckig gehal­ten. Erkennbar sind noch eine Außenböschung von etwa 40 m Länge sowie ein Hügel von 8 m Höhe und 25 m Durchmesser. Die Innenfläche der Wallburg maß einst etwa 100 x 80 m. Die Wallburg befin­det sich auf einer Geländezunge rechts der Grimmaer Straße zwi­schen den bei­den Ortslagen von Fischendorf.

Bodendenkmalschutz

Das Areal steht seit 1936 unter Schutz als Bodendenkmal. Der Schutz wurde Ende 1958 erneuert.

Penig: Rittergut Thierbach

Rittergut Thierbach

Peniger Straße 52
09322 Penig OT Thierbach

Historisches

Das Rittergut Thierbach geht auf einen 1277 erwähn­ten Herrensitz von Heinricus dic­tus de Thyrbach zurück. 1393 bestand ein Vorwerk, 1551 ein Rittergut. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Herren von Schönburg mit dem Rittergut Thierbach belehnt. Im 17. Jahrhundert wurde das Herrenhaus erbaut. Das Rittergut gehörte ab dem 18. Jahrhundert den Familien von Kötteritz, Müller und Gräser. Von 1869 bis 1908 befand sich das Riottergut im Besitz der Familie Pfefferkorn. Bruno Wunderlich erwarb das Rittergut Thierbach 1925.

Nach 1945

Mit Durchführung der Bodenreform wur­den die Rittergutsbesitzer ent­eig­net. Das Herrenhaus wurde dar­auf­hin in ein Wohnhaus umgewandelt.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird wei­ter­hin als Mietshaus genutzt. Durch den Rittergutsgarten ver­lau­fen heute Bahngleise.

Leubsdorf: Vorwerk Schellenberg

Vorwerk Schellenberg

09573 Leubsdorf OT Schellenberg

Historisches

Das Vorwerk Schellenberg wurde erst­mals 1445 unter dem Namen Dorfschellemberg beur­kun­det. Weitere Informationen sind spär­lich, was zu der Annahme ver­lei­tet, dass das Vorwerk nicht lange bestand.

Das Vorwerk Schellenberg ist nicht mit dem Vorgängerbau der nahe gele­ge­nen Augustusburg, der Burg Schellenberg, iden­tisch. Um Verwechslungen zu ver­mei­den, wurde der Leubsdorfer Ortsteil schon um 1378 Aldin-​Schelnberg bezie­hungs­weise Aldynschelnberg und ab Mitte des 15. Jahrhunderts Dorf Schellenberg, in unter­schied­li­cher Schreibweise, genannt. Erst 1919 erfolgte die Umbenennung in Schellenberg.

Leisnig: Burg Mildenstein

Burg Mildenstein

Burglehn 6
04703 Leisnig

Historisches

Eine erste Burg wurde 931 bis 933 durch König Heinrich I. erbaut und 1046 urkund­lich als bur­ch­war­dum erwähnt. 1081 erfolgte der Bau der ers­ten Steinburg. Zwei Jahre spä­ter kam die Burg an den Grafen Wiprecht von Groitzsch. Er hatte sie als Hochzeitsgeschenk für seine Gemahlin Ludmilla von Böhmen erwor­ben. Die erste Nennung als cas­tel­lum datiert auf das Jahr 1084. Diese Anlage wurde 1104 durch Markgraf Heinrich von Meißen zer­stört. Mit dem Wiederaufbau wurde im fol­gen­den Jahr begonnen.

1143 ist ein Herrensitz unter Heinricus de Liznik ver­zeich­net. 1147 über­nahm Friedrich III. von Schwaben, wel­cher spä­ter als Friedrich Barbarossa berühmt wurde, den Leisniger Burgbezirk mit­samt dem bestehen­dem castrum. Damit besaß er auch zeit­wei­lig die Burg Mildenstein. Nach mehr­ma­li­gem Besitzerwechsel wurde 1158 in Leisnig ein Burggraf benannt. Für 1172 ist ein Herrensitz unter Otto und Thiemo de Lisnik vermerkt.

Die Burggrafschaft endete 1365, als die Markgrafen Friedrich III., Balthasar und Wilhelm I. die Burg Mildenstein ein­nah­men, wor­auf­hin die damals ansäs­sige Burggrafenfamilie die Burg ver­las­sen musste. Leisnig ver­blieb im Besitz der Markgrafen von Meißen und der Kurfürsten von Sachsen.

Im 14. und 15. Jahrhundert diente die Burg Mildenstein als Aufenthaltsort und Witwensitz, ver­lor danach jedoch an Bedeutung. Die Burg wurde nun nur noch als Verwaltungssitz mit Gericht und Gefängnis genutzt.

Die Burg Mildenstein wurde zwi­schen 1550 und 1560 neu erbaut, wobei der Rundturm bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt und die Burgkapelle zwi­schen 1081 und 1084 erbaut wurde. Das Pagenhaus stammt aus der Zeit um 1390 und wurde auf den Überresten der vor­ma­li­gen Hinterburg errich­tet. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das soge­nannte Herrenhaus erbaut. 1708 bis 1723 erfolgte der Umbau zum Kurfürstlichen Amtsgericht mit Gefängnis. 1875 wurde der im 17. und 18. Jahrhundert zurück­ge­baute Bergfried als Aussichtsturm ein­ge­weiht. Bereits 1890 begann die museale Nutzung der Burg. Im Vorderschloss ent­stan­den 1910 meh­rere Ausstellungsräume.

Nach 1945

Mit Kriegsende über­nahm die Stadt Leisnig die Burg und rich­tete darin 1952 ein Kreismuseum sowie Wohnungen ein, womit die Nutzung als Gericht endete. 1964 wurde auf dem Burggelände ein Heimattiergarten ange­legt. Zwischen 1981 und 1984 fan­den Restaurierungsarbeiten statt.

Nachwendezeit

1990 wurde der Heimattierpark geschlos­sen. Die Burg Mildenstein wurde ab 1991 auf­wen­dig saniert. Anfang 2008 wur­den Szenen des Hollywood-​Films “The Countess” auf Burg Mildenstein gedreht.

Heutige Nutzung

Burg Mildenstein wird als Museum genutzt und ist für seine bei­den Riesenstiefel bekannt. Der erste Riesenstiefel war mit einer Höhe von 3,70 m der bis 1996 größte Stulpenstiefel der Welt. 1996 wurde ein zwei­tes Exemplar ange­fer­tigt, wel­ches statt­li­che 4,90 m misst.

Bodendenkmalschutz

Die Ursprungsburg wurde 1936 und erneut 1958 unter Bodendenkmalschutz gestellt.