Hähnichen: Rittergut Quolsdorf

Rittergut Quolsdorf

Am Gutshof 3
02923 Hähnichen OT Quolsdorf

Historisches

Erstmals erwähnt wurde das Rittergut 1588. Bis 1695 befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Nostitz, die es an Rudolph Freiherr von Gersdorff ver­kaufte. Dessen gleich­na­mi­ger Sohn erbte das Rittergut und ver­kaufte es 1702 es an Hans Haubold von Schönberg. 1711 wech­selte der Grundbesitz an Johann Friedrich II. von der Sahla. Bereits vier jahre spä­ter über­nahm Ludolf Albrecht hein­rich von Ingenhaeff das Rittergut Quolsdorf. Das Baujahr des Herrenhauses nach heu­ti­gem Aussehen wird auf den Zeitraum um 1780 datiert.

Nach 1945

Der letzte Besitzer, Erich von Milkau, wurde 1945 ent­eig­net. Er starb kurz dar­auf. Im Herrenhaus wur­den Flüchtlinge ein­quar­tiert, außer­dem wur­den Kindergarten und Poststelle ein­ge­rich­tet. Zwischen 1950 und 1970 fan­den Umbauten statt.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus wurde nach und nach leer­ge­zo­gen. Sanierungsarbeiten blie­ben aus.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus Quolsdorf fand 2020 einen neuen Eigentümer.

Bertsdorf-​Hörnitz: Schloss Neuhörnitz

Schloss Neuhörnitz

Zittauer Straße 21
02763 Bertsdorf-Hörnitz

Historisches

Das ursprüng­li­che Gut Neuhörnitz ent­stand 1540 unter den Brüdern von Debschitz, wo der Anteil von Christoph von Debschitz ein Vorwerk war, wel­ches in ein Freigut umge­wan­delt wurde. 1543 ver­kaufte Hans von Uechtritz das Freigut an den Rat von Zittau. In der Folgezeit wech­sel­ten die Besitzer mehr­fach und das Gut ver­blieb etwa 160 Jahre im Besitz der Familie von Lankisch.

Gottfried Heinrich von Lankisch ver­kaufte aus finan­zi­el­ler Not das Gut 1745 an den Zittauer Kaufmann Gottfried Hering. Er bewohnte das Wallhaus, wel­ches auf den Überresten der alten Wasserburg Althörnitz errich­tet wor­den war. Diesen Wohnsitz gab er zuguns­ten des neuen Schlosses Neuhörnitz auf, wel­ches er 1751 erbauen ließ. Er starb bereits im fol­gen­den Jahr und das Erbe trat zunächst sein Sohn Christian August Hering, danach des­sen Witwe Johanne Eleonore Hering bis zu ihrem Tode 1819 an.

1793 wurde dem Schloss ein Anbau hin­zu­ge­fügt. 1820 über­nahm die Stadt Zittau das Schloss Neuhörnitz, das bis dahin bewohnt wurde. 1867 wurde im Schloss eine Brauerei ein­ge­rich­tet. Die Brauerei befand sich 1897 als Schlossbrauerei im Besitz von F. A. Halang. Ab 1907 wurde die Familie Boethig als Besitzer genannt.

Nach 1945

In den 1960er Jahren wurde der frü­here Anbau des Schlosses abge­ris­sen und durch einen damals moder­nen Anbau ver­se­hen. Die Brauerei war zu DDR-​Zeiten wei­ter­hin in Betrieb.

Heutige Nutzung

Das Schloss befin­det sich in Privatbesitz und in drin­gend sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand. Es steht leer.
(Fotos: September 2024)

Hähnichen: Rittergut Trebus

Rittergut Trebus

Alter Nieskyer Weg 3–5
02923 Hähnichen OT Trebus

Historisches

1377 wurde Albrecht von Trebis als Herr vo Trebus genannt. Zu die­ser Zeit könnte dem­nach bereits ein Herrensitz bestan­den haben. 1577 erfolgte die erste urkund­li­che Erwähnung des Rittergutes unter Franz und Nickel von Bischofswerda, wobei bereits im 15. Jahrundert Ullrich von Trebus erwähnt wurde. Ab 1731 gehörte das Rittergut Siegmund August von Gersdorff. Es wurde 1742 von der Evangelischen Brüderunität zu Berthelsdorf und Herrenhut über­nom­men und 1897 an die Freiherren von Gregory verkauft.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges abgerissen.

Heutige Nutzung

Wirtschaftsgebäude sind noch vor­han­den. Sie die­nen Wohnzwecken.

Bertsdorf-​Hörnitz: Wasserburg & Schloss Althörnitz

Wasserburg & Schloss Althörnitz

Zittauer Straße 9
02763 Bertsdorf-Hörnitz

Historisches

Das Schloss geht auf eine frü­here Wasserburg zurück, von der keine Reste mehr erhal­ten sind. Die erste urkund­li­che Nennung erfolgte im Jahr 1366 als Vorwerk. 1419 wurde die Burg als Rittersitz genannt. 1512 brannte die alte Wasserburg ab und über ihren Resten wurde das alte Wallhaus errichtet.

Ein Rittergut bestand in Althörnitz seit 1562. Zwischen 1651 und 1654 wurde das Schloss für den Zittauer Bürgermeister von Hartig erbaut. Hier fan­den Gespräche mit Walter von Tschirnhaus über die Entwicklung des Meißner Porzellans sowie alchi­mis­ti­sche Versuche statt, wel­che einen Brand zur Folge hatten.

Bis 1771 war die Familie von Hartig Besitzer des Schlosses, ihr folgte für die nächs­ten zehn Jahre die Familie von Kyaw, der wei­tere Besitzer folg­ten. 1853 wurde der klei­nere Treppenturm ange­fügt, 1892 die Vorhalle. 1881 kam das Schloss in den Besitz des säch­si­schen Kammerherrn Hans Rudolf von Sandersleben, in des­sen Familienbesitz sich das Grundstück bis zur Enteignung 1945 befand. 1912 wur­den Schloss Althörnitz und Rittergut Neuhörnitz vereinigt.

Nach 1945

Nach der Enteignung der letz­ten Schlossbesitzer im Rahmen des Vollzugs der Bodenreform wurde das Schloss als Unterkunft für Umsiedler und bis 1991 als Ferienheim des DDR-​Gewerkschaftsbundes genutzt.

Nachwendezeit

Ein Nachfahre des letz­ten Besitzers erwarb Schloss Althörnitz 1993 von der TLG und begann im Herbst des dar­auf fol­gen­den Jahres mit den Sanierungsarbeiten.

Heutige Nutzung

Seit Anfang 1996 dient Schloss Althörnitz als Hotel.

Bodendenkmalschutz

Der einst was­ser­füh­rende Graben der Wasserburg ist fast kom­plett ver­eb­net. Bodendenkmalschutz besteht seit Ende 1935, er wurde 1958 erneuert.
(Fotos: September 2024)

Reichenbach/O.L.: Rittergut Niedersohland II

Rittergut Niedersohland II

Teichweg
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

Das Rittergut ent­stand aus einem 1659 erwähn­ten Vorwerk her­aus, das spä­ter, urkund­lich 1682 erwähnt, in zwei Rittergüter Niedersohland geteilt. Die Herren von Arnim, auf die der Beiname “Gut Arnim” zurück­geht, kauf­ten das Rittergut 1893. Um 1900 wurde das vor­mals baro­cke Herrenhaus im Jugendstil umgebaut.

Nach 1945

Hans Carl von Arnim wurde 1945 ent­eig­net. Im glei­chen Jahr wur­den wegen eines Brandes Dach und Turm des Herrenhauses zer­stört und not­dürf­tig, um Notwohnraum zu gewin­nen, instand gesetzt. Die Wohnungen wur­den jedoch nach und nach leer­ge­zo­gen, da sich die Bausubstanz in Ermangelung von Erhaltungsmaßnahmen immer wei­ter verschlechterte.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht heute leer und befin­det sich in rui­nö­sem Zustand. Die Wirtschaftsgebäude sind über­wie­gend zu Wohnraum umgebaut.

Schönbach: Schloss Niederschönbach

Schloss Niederschönbach

Niederdorfstraße 46
02708 Schönbach

Historisches

Das Rittergut Schönbach befin­det sich abseits des Orts in Einzellage. Ursprünglich bestan­den ein Obergut und ein Untergut, wel­che 1700 von Ludwig Gebhard Freiherr von Hoym erwor­ben und somit ver­eint wur­den. Peter August von Schönberg kaufte die Besitzungen 1768. Den Oberhof löste er auf und ver­teilte die Flächen an Bauern. Der Niederhof gelangte als Rittergut 1787 an Friedrich August  Degner. Unter Wilhelm Friedrich Degner begann 1821 der Bau des Schlosses, wel­cher im Folgejahr abge­schlos­sen wurde. Ebenfalls um 1820 wurde der eng­li­sche Landschaftspark angelegt.

Nach 1945

Mit dem Vollzug der Bodenreform wurde das Rittergut 1946 ent­eig­net. Der Hof wurde durch die LPG zur Rinderzucht genutzt. Das Schloss diente als Mehrfamilienhaus.

Heutige Nutzung

Das umfas­send sanie­rungs­be­dürf­tige Schloss Schönbach steht leer. Ein Teil der Wirtschaftsgebäude wird nach wie vor land­schaft­lich genutzt.

Görlitz: Rittergut Niederludwigsdorf

Rittergut Niederludwigsdorf

Neißetalstraße 104
02828 Görlitz OT Ludwigsdorf

Historisches

Die erste Erwähnung erfolgte 1399 als Rittersitz, der auf­ge­wer­tet und 1573 als Rittergut bezeich­net wurde. Das Rittergut ent­stand durch die Zusammenlegung von drei Bauerngütern. Ludwigsdorf befand sich im Besitz der Stadt Görlitz und wurde 1655 in Nieder und Ober Ludwigsdorf geteilt. 1668 erwarb der Bürgermeister Bartholomäus Gehler das Rittergut. Ihm folg­ten vor­wie­gend bür­ger­li­che Besitzer.

Das Gutshaus wurde in der zwei­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut und 1773 im Barockstil erneu­ert. Der Besitzer August Demisch betrieb auf dem Rittergut land­wirt­schaft­li­che und indus­tri­elle Nutzung. 1880 erfolg­ten letzt­ma­lig bau­li­che Veränderungen unter Max Demisch. Auf die Familie Demisch geht auch der Beiname Demisch-​Gut zurück. 1930 erfolgte der Verkauf des Ritterguts an Fritz Schneider.

Nach 1945

Der letzte Besitzer Fritz Schneider wurde 1945 ent­eig­net. Im Herrenhaus wurde zuerst die Gemeindeverwaltung unter­ge­bracht. Danach zog ein Kindergarten ein.

Heutige Nutzung

Als Kindertagesstätte wird das Herrenhaus noch heute genutzt.

Reichenbach/O.L.: Rittergut Obersohland I

Rittergut Obersohland I

Dorfstraße 366
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

1672 wurde erst­mals ein Rittergut urkund­lich erwähnt. 1724 wurde das Rittergut von den Brüdern von Uechteritz in Obersohland I und II geteilt. Obersohland I ver­blieb bis 1810 im Besitz der Familie von Uechteritz. 1876 wurde es von Carl Heinrich Clemens von Diepow gekauft. Bei dem Umbau, der um 1900 statt­fand, wurde unter ande­rem auf dem Giebel eine heute nicht mehr vor­han­dene Gutsglocke angebracht.

Nach 1900 wech­sel­ten die Besitzer häu­fig. So sind ab 1901 die Familie Glade, ab 1910 die Familie Kleeberg, ab 1914 die Familie von Carlowitz-​Hartitzsch, ab 1916 die Familie Richter und seit 1931 Erich Göbel nach­weis­bar. Auf letz­te­ren geht der Beiname “Gut Göbel” zurück.

Nach 1945

Erich Göbel wurde auf­grund der Größe des Ritterguts Obersohland I nicht ent­eig­net. Sein Schwiegersohn, der mit dem auf dem Gutshof lebte, trat in die LPG ein und brachte dadurch auch die Ländereien des Ritterguts in diese ein.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Obersohland I wird heute bewohnt und gehört einem Enkel des letz­ten Besitzers. Die Besitzer leben im Herrenhaus, der Wirtschaftshof ist saniert, aber leer­ste­hend. Ein bau­fäl­li­ges Gebäude wurde abgetragen.

Schönau-​Berzdorf a. d. Eigen: Rittergut Kiesdorf

Rittergut Kiesdorf

Dorfstraße 35 (Herrenhaus)
Dorfstraße 27, 28, 28a, 29, 30, 31, 33, 33a, 34 (Rittergut)
02899 Schönau-​Berzdorf a. d. Eigen OT Kiesdorf

Historisches

Das Herrenhaus stammt aus der zwei­ten Hälfte des 18. Jahrhundert, der Wirtschaftshof wurde eben­falls über­wie­gend im 18. Jahrhundert erbaut.

Heutige Nutzung

Im Herrenhaus befin­det sich eine Kindertagesstätte. Die Wirtschaftsgebäude des Ritterguts Kiesdorf die­nen über­wie­gend Wohnzwecken.

Görlitz: Rittergut Kunnerwitz

Rittergut Kunnerwitz

An der Landeskrone 9
02827 Görlitz OT Kunnerwitz

Historisches

Bereits 1228 wur­den die Herren von Landskron als Besitzer eines Vorwerks genannt. Nach der 1444 erwähn­ten Nennung als zer­stör­tes “slosz” gab es meh­rere Besitzerwechsel. Noch 1481 erfolgte die Erwähnung als Vorwerk, wel­ches sich im Besitz der Stadt Görlitz befun­den hat. Es folgte eine Aufwertung zum Rittergut, als wel­ches es 1575 bezeich­net wurde. 1581 gelangte Hans von Warnsdorf in den Besitz des Ritterguts und ver­kaufte es 1636 an Jakob Schöne. Nach einem Brand im Jahre 1808 wurde das Herrenhaus in sei­ner heu­ti­gen Gestalt neu auf­ge­baut. 1880 gelangte das Rittergut wie­der an die Stadt Görlitz, die es als Stadtgut an Walter Fünfstück verpachtete.

Nach 1945

Mit der Bodenreform wurde das Rittergut Kunnerwitz in Volkseigentum umge­wan­delt und wei­ter­hin land­wirt­schaft­lich genutzt.

Nachwendezeit

1991 wurde die Stadt Görlitz erneut Eigentümer und grün­dete die Stadtgut Görlitz GmbH. Diese wurde 2002 pri­va­ti­siert. Der Name wurde beibehalten.

Heutige Nutzung

Das Rittergut wird wei­ter­hin von der Stadtgut Görlitz GmbH bewirt­schaf­tet. Es wird öko­lo­gi­sche Landwirtschaft betrieben.