Brand-​Erbisdorf: Rittergut Oberlangenau

Rittergut Oberlangenau

Hofstraße 9
09618 Brand-​Erbisdorf OT Langenau

Historisches

In Langenau war erst­mals 1445 ein Herrensitz erwähnt. Um 1429 besaß Jost von Güntherode und ab 1524 Hans von Rylke Langenau. Das Rittergut ist ab 1696 nach­weis­bar. Im Jahr 1748 waren erst­ma­lig zwei Rittergüter Niederlangenau und Oberlangenau genannt. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Ort in Nieder- und Oberlangenau geteilt und wurde 1905 wie­der vereinigt.

Im 19. Jahrhundert befand sich das Rittergut Oberlangenau im Besitz der Familie von Oehlschlägel, die es 1849 erwarb. Unter Emil Richard von Oehlschlägel ent­stand 1860 das Herrenhaus. Er war im Jahr zuvor ins Eigentum des Rittergutes gelangt. Die Familie von Hopfgarten erwarb das Rittergut 1915, die zwei Jahre spä­ter das Herrenhaus und das Wirtschaftsgebäude durch einen Turmbau mit­ein­an­der verband.

Nach 1945

Die Familie von Hopfgarten wurde 1945 ent­eig­net und ihr Turmbau abge­tra­gen. Das Herrenhaus wurde als Mehrfamilienhaus genutzt, in das Wirtschaftsgebäude zog ein Kindergarten ein.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht leer und befin­det sich in drin­gend sanie­rungs­be­dürf­ti­gem Zustand.

Striegistal: Rittersitz Etzdorf

Rittersitz Etzdorf

09661 Striegistal OT Etzdorf

Historisches

1445 war ein Rittersitz urkund­lich erfasst. Um 1552 übte das Kloster Altzelle die Grundherrschaft über Etzdorf aus. Weitere his­to­ri­sche Informationen lie­gen zum jet­zi­gen Zeitpunkt nicht vor. Es muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Rittersitz nicht von lan­ger Dauer war.

Striegistal: Rittergut Böhrigen

Rittergut Böhrigen

Hainichener Straße 1
09661 Striegistal OT Böhrigen

Historisches

Das Rittergut Böhrigen wurde 1696 erwähnt und ging aus einem 1539 nach­ge­wie­se­nen Vorwerk her­vor. Dieses wie­derum war aus einem Klostergut des 12. Jahrhunderts ent­stan­den. In Böhrigen war ursprüng­lich die Errichtung des Klosters Altzella (bei Nossen) geplant. Nach Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert gelangte das Rittergut Böhrigen an Damian von Sebottendorf.
Das Herrenhaus ent­stand um 1890 unter dem dama­li­gen Eigentümer Clemens Hartwig.  Er hatte auch das Rittergut zu einem sehr ein­träg­li­chen Landwirtschaftsbetrieb ausgebaut.

Nach 1945

1945 wur­den sowhl das Rittergut als auch der Landwirtschaftsbetrieb ent­eig­net. Nach Kriegsende wurde das Herrenhaus Böhrigen zu Wohnzwecken genutzt. Auch die Gemeindeverwaltung hatte hier ihren Sitz.

Nachwendezeit

Die Volkssolidarität hatte das Herrenhaus bis 2011 genutzt. Seit 2012 herrscht Leerstand vor.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht leer, die Wirtschaftsgebäude wer­den zum Teil durch die Gemeinde genutzt.

Wechselburg: Schloss Wechselburg

Schloss Wechselburg

09306 Wechselburg

Historisches

Das Kloster, ursprüng­lich Kloster Zschillen genannt, wurde um 1168 von Dedo von Rochlitz-​Groitzsch für die Augustiner-​Chorherren gegrün­det. Die Bauarbeiten wur­den ver­mut­lich um 1200 abge­schlos­sen, wobei die Konventgebäude offen­bar erst nach­träg­lich hin­zu­ge­fügt wor­den waren. 1278 über­gab Markgraf Heinrich der Erlauchte das Kloster dem Deutschen Ritterorden. 1543 fiel das Kloster an Herzog Moritz von Sachsen. Er ließ es säku­la­ri­sie­ren und ver­tauschte es mit den Herren von Schönburg gegen Hohnstein, Lohmen und Wehlen. Dadurch ent­stand für den Ort und die Klosteranlage der Name Wechselburg und der bis­he­rige Name Zschillen wurde abge­löst. Der Deutsche Orden ver­suchte bis 1570 das Kloster zurück­zu­be­kom­men, schei­terte jedoch.

Nach der Auflösung des Klosters über­trug Herzog Moritz von Sachsen das Klostergelände als Lehen an die Familie von Schönburg. Die Klausurgebäude, wel­che auch als das alte Schloss bezeich­net wer­den, wur­den als Schloss umge­nutzt. Wolf III. von Schönburg nutzte die Wechselburg zwi­schen 1582 und 1583 als vor­über­ge­hen­den Wohnsitz, nach­dem sein eigent­li­cher Sitz auf der Rochsburg abge­brannt war. Seit 1620 diente die Wechselburg Christian von Schönburg-​Penig als dau­er­hafte Wohnresidenz. Ein ers­ter Umbau des ehe­ma­li­gen Klosters wurde 1674 abge­schlos­sen. Diese Gebäude wur­den 1721 durch einen Brand zer­stört. Der Wiederaufbau wurde zwi­schen 1753 und 1756 aus­ge­führt, wobei die Fundamente der roma­ni­schen Klosterklausur mit ein­be­zo­gen wur­den. Der baro­cke Neubau wird als neues Schloss bezeichnet.

Mit dem Tod von Graf Wilhelm von Schönburg-​Forderglauchau 1815 erbte der noch min­der­jäh­rige Sohn Alban Schloss Wechselburg. Die Verwaltung des Erbes über­nahm ein Verwandter als Vormund. Alban von Schönburg-​Forderglauchau trat 1823 sein Erbe end­gül­tig an. Er und seine Frau bezo­gen das Schloss im Folgejahr, nach­dem die Gebäude saniert wor­den waren. Von 1829 bis 1860 wurde die Schlosskirche etap­pen­weise reno­viert. Alban von Schönburg-​Forderglauchau war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Erforschung vater­län­di­scher Sprache und Alterthümer zu Leipzig, Ritter des Johanniter-​Ordens und Träger des Großkreuzes des Albrecht-​Ordens. 1869 kon­ver­tierte die Grafenfamilie zum Katholizismus, ließ die Kirche erneut reno­vie­ren und im katho­li­schen Sinne umgestalten.

Die Familie Schönburg-​Forderglauchau nannte sich nach dem Erlöschen der Linie Hinterglauchau seit 1900 wie­der Schönburg-​Glauchau. Sie ver­blieb bis 1945 im Besitz von Schloss Wechselburg und nutzte es als Wohnsitz.

Nach 1945

Die Grafen von Schönburg-​Glauchau flüch­te­ten 1945 vor der ein­rü­cken­den Roten Armee. Ihrer Enteignung konn­ten sie nicht ent­ge­hen. Zu DDR-​Zeiten diente das neue Schloss als Kinder-​Tuberkuloseheilstätte. Später erfolgte eine Nutzung als neurologisch-​psychiatrisches Kinderkrankenhaus. Die Stiftskirche wurde durch Kriegseinwirkungen beschä­digt. Sie erhielt 1946 ein Notdach und wurde zwi­schen 1953 und 1965 restauriert.

Nachwendezeit

Noch um 1991 wurde das neue Schloss als Krankenhaus genutzt. 1993 grün­de­ten Benediktinermönche der Abtei Ettal das Kloster Wechselburg als klös­ter­li­che Niederlassung erneut. Die Mönche betrei­ben ein Jugend- und Familienhaus und sind in der Wallfahrts- und Pfarrseelsorge enga­giert. Ab 2010 wurde das Kloster dazu aus­ge­baut. Nach bekannt gewor­de­nen Missbrauchsfällen wur­den drei Mönche des Konvents von Kloster Wechselburg suspendiert.

Heutige Nutzung

2018 wurde die Klosterkirche von Papst Franziskus zur Basilica minor erho­ben. Sie ist eine von zwei Wallfahrtskirchen auf säch­si­schem Gebiet. Die Gebäudeteile des alten Schlosses die­nen heute teil­weise Wohnzwecken. Das neue Schloss steht heute leer und ist vom Verfall bedroht.

Brand-​Erbisdorf: Rittergut Niederlangenau

Rittergut Niederlangenau

Am Parkteich 8
09618 Brand-​Erbisdorf OT Langenau

Historisches

In Langenau war erst­mals 1445 ein Herrensitz erwähnt. Um 1429 besaß Jost von Güntherode und ab 1524 Hans von Rylke Langenau. Das Rittergut ist ab 1696 nach­weis­bar. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Ort in Nieder- und Oberlangenau geteilt und wurde 1905 wie­der ver­ei­nigt. Im Jahr 1748 waren erst­ma­lig zwei Rittergüter Nieder- und Oberlangenau genannt. Um 1860 war ein Herr Brand Besitzer von Langenau. Ab 1539 bis Mitte des 18. Jahrhunderts besaß Familie Griebe das Rittergut Niederlangenau. Nachfolgend kaufte es Carl Alexander Rudolph. Der bekann­teste Besitzer war Arnold von Westfalen, der Baumeister und Erbauer der Albrechtsburg Meißen.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde nach 1945 abge­bro­chen und an sei­ner Stelle ein Wohnhaus errich­tet. Eine Freitreppe und der Landschaftspark erin­nern noch an das Rittergut.

Heutige Nutzung

Erhalten sind außer­dem noch Wirtschaftsgebäude und das Inspektorhaus.

Waldheim: Beigut Knobelsdorf

Beigut Knobelsdorf

Am Beigut 12 (?)
04720 Waldheim OT Knobelsdorf

Historisches

Urkundlich erwähnt wur­den 1203 ein Herrensitz unter Isenhardus de Clouelokesdorp sowie 1520 ein Vorwerk. Aus die­sem her­aus ent­wi­ckelte sich ein Beigut.

Heutige Nutzung

Bei dem Beigut han­delt es sich ver­mut­lich um die größte Hofstelle auf der gleich­na­mi­gen Straße Am Beigut.

Striegistal: Herrensitz Dittersdorf

Herrensitz Dittersdorf

09661 Striegistal OT Dittersdorf

Historisches

1325 konnte Dittersbach als Herrensitz der Brüder Ulmannus, Reynhardus et (und) Thyzo de Dyterrichzdorf nach­ge­wie­sen wer­den. 1552 übte das Kloster Altzelle die Grundherrschaft über Dittersdorf aus. Der Herrensitz wurde aufgelöst.

Waldheim: Vorwerk Massanei

Vorwerk Massanei

04736 Waldheim OT Massanei

Historisches

Das Vorwerk wurde 1791 erwähnt.

Heutige Nutzung

Die Gebäude sol­len sich in einem sanie­rungs­be­dürf­ti­gen Zustand befinden.

Döbeln: Schloss Stockhausen

Schloss Stockhausen

Bergstraße 31a
04720 Döbeln OT Stockhausen

Historisches

Ein Herrensitz ist für Stockhausen erst­mals 1213 belegt. Um 1445 bestan­den sogar zwei Rittersitze par­al­lel und die erste Nennung als Vorwerk datiert auf das Jahr 1473. Die Erhebung zum Rittergut erfolgte 1551. Dennoch ist nicht viel über das Rittergut Stockhausen aus den frü­he­ren Jahrhunderten bekannt.

Besitzer des Guts seit dem 17. Jahrhundert waren die Familien von Kitzscher, von Böhlau und von Crux sowie die Familie Oehmichen. 1870 wurde das Rittergut von Johann Gotthelf Kühne erwor­ben. Unter die­sem wurde 1879 das vil­len­ähn­li­che Schloss erbaut. Gotthelf Gerhard Kühne ver­kauft Schloss samt Rittergut 1910 an Erich und Walter Rudolf.

Nach 1945

Das Rittergut wurde noch 1945 in ein volks­ei­ge­nes Gut umgewandelt.

Nachwendezeit

1993 wurde das Schloss in Privathand verkauft.

Heutige Nutzung

Die Eigentümerin hält sich nur gele­gent­lich im Schloss Stockhausen auf. Die Landwirtschaftsflächen wer­den nach wie vor als sol­che genutzt.