Reichenbach/O.L.: Rittergut Mittelsohland

Rittergut Mittelsohland

Mittelhof 182
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

Das Schloss, auch Schloss Mittelhof und Gut Martini nach ehe­ma­li­gen Besitzern genannt, wurde zwi­schen 1802 und 1803 erbaut, nach­dem der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer gefal­len war. Zu jenem Zeitpunkt, genauer seit 1800, befand sich das Rittergut Mittelsohland im Besitz von Adolph Gottlob von Uechtritz, der das Rittergut von sei­ner Mutter geerbt hatte. Die Familie von Uechtritz hatte das Rittergut Mittelsohland bereits seit 1638 in ihrem Besitz. 1837 kam es zu einer Versteigerung des Grundbesitzes, der 1863 an Edgar Martini ver­kauft wurde. Um 1900 fan­den Erneuerungsarbeiten unter der Familie Martini statt.

Nach 1945

Theodor Martini wurde 1945 ent­eig­net. Das Schloss Mittelsohland diente fortan als Wohnraum, Kindergarten und Schule.

Nachwendezeit

1992 wurde die Schule geschlos­sen. Die Gemeinde ver­an­lasste in den Folgejahren eine gründ­li­che Sanierung, die 1997 abge­schlos­sen wer­den konnte.

Heutige Nutzung

Im Schloss Mittelsohland befin­den sich heute Wohnungen, eine Arztpraxis und die Gemeindeverwaltung.

Schöpstal: Altes & Neues Schloss Kunnersdorf

Altes & Neues Schloss Kunnersdorf

Gartenweg 7 (Altes Schloss)
Liebsteiner Straße ? (Neues Schloss)
02829 Schöpstal OT Kunnersdorf

Historisches

Das Rittergut ent­stand ver­mut­lich im 15. Jahrhundert und kam 1505 an die Familie Frenzel. Ihr folgte Paul von Liedlau, der in die Familie Frenzel ein­hei­ra­tete. Joachim von Schachmann über­nahm das 1594 beur­kun­dete Rittergut 1640, er hatte eben­falls in die Familie Frenzel ein­ge­hei­ra­tet. In sei­nem Familienbesitz ver­blieb das Rittergut bis 1772. Es kam 1740 in den Besitz von Joachim Philipp von Gustedt und sei­ner Ehefrau Johanna Eleonore, gebo­rene von Schachmann. Das Familienwappen wurde mög­li­cher­weise zu die­sem Zeitpunkt am Neuen Schloss ange­bracht. Ab 1773 wech­sel­ten die Besitzer oft, unter ande­rem sind der Herr von Broizem sowie der Herr von Nothom zu benen­nen. 1878 kaufte die Familie von Stockhausen das Rittergut mit den Schlössern.

Nach 1945

Die Töchter der Familie von Stockhausen, die Freifrauen von Eckartstein bzw. von Wrangel, wur­den 1945 enteignet.

Altes Schloss & Heutige Nutzung

Das Alte Schloss wurde ver­mut­lich in der ers­ten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut unter Einbeziehung eines um 1600 errich­te­ten Vorgängerbaus. Es diente seit dem 19. Jahrhundert als Gärtnerhaus. Das Alte Schloss wurde äußer­lich saniert. Es befin­det sich in Privatbesitz.

Neues Schloss & Heutige Nutzung

Das Neue Schloss wurde um 1716 erbaut. Nach der Enteignung wur­den darin Wohnungen für Flüchtlinge ein­ge­rich­tet, spä­ter erfolgte auch eine Nutzung als Schule und ab 1984 als Sitz der Gemeindeverwaltung. Es wurde ab 2003 in drei­jäh­ri­ger Sanierungszeit restau­riert und wird heute von einer Recyclingfirma als Firmensitz genutzt. Der Saal steht für Veranstaltungen zur Verfügung.

Görlitz: Rittergut Kleinneundorf

Rittergut Kleinneundorf

Am Schafberg 4
02827 Görlitz OT Kleinneundorf

Historisches

Das 1569 erwähnte Rittergut Kleinneundorf kam 1640 in den Besitz des Görlitzer Bürgermeisters Bartholomäus Gehler. Unter ihm wurde das dama­lige Vorwerk zum Rittergut erho­ben. Das Herrenhaus des Rittergutes wurde im 18. Jahrhundert erbaut und 1880 umge­baut. 1925 wurde das Rittergut von der Familie Humbsch gekauft.

Nach 1945

Ernst Humbsch wurde 1945 ent­eig­net. Die Landflächen wur­den dabei an Neubauern ver­teilt, im Herrenhaus wur­den Wohnungen ein­ge­rich­tet. 1958 wurde das Dach des Herrenhauses stark verändert.

Nachwendezeit

Ein seit 1965 ansäs­si­ger Mieter kaufte nach der Wiedervereinigung für sei­nen eige­nen Landwirtschaftsbetrieb zunächst die Wirtschaftsgebäude, im Jahre 2007 schließ­lich auch das Herrenhaus.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus wird bewohnt. Der Wirtschaftshof wird durch den Eigentümer zur Kuhhaltung genutzt.

Reichenbach/O.L.: Vorwerk Obersohland

Vorwerk Obersohland

Zum Vorwerk/​Dorfstraße 267
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

Für das Jahr 1875 sind in Obersohland 3 Rittergüter und ein Vorwerk benannt. Das Vorwerk gehörte einst zum Rittergut Obersohland II. Es befand sich seit Ende 1789 im Besitz von Wolf Christian Ludwig von Gersdorff, kam 1793 an Jakob von Salza und Lichtenau und 1799 an Günther Reichsgraf von Bünau. In der ers­ten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es meh­rere Besitzerwechsel. 1856 erwarb die Familie von Seydewitz das Rittergut, ihr folgte 1863 Karl Gotthard Edgar Martini, unter dem ver­mut­lich 1900 das Herrenhaus erbaut wurde. Der Freistaat Sachsen kaufte das Vorwerk 1905. 1937 wurde es durch die Wehrmacht übernommen.

Nach 1945

Das Vorwerk wurde 1945 an Neubauern aufgeteilt.

Heutige Nutzung

Es ist sanie­rungs­be­dürf­tig und wird teil­weise noch bewohnt.

Schönau-​Berzdorf a. d. Eigen: Burg Schönau

Burg Schönau

Hutberg
02899 Schönau-​Berzdorf a. d. Eigen

Historisches

Die Höhenburg wurde im 10./11. Jahrhundert erbaut und zu Anfang des 13. Jahrhunderts ver­mut­lich zer­stört. Es han­delt sich um eine Doppelanlage, die aus einer sla­wi­schen Wallburg und einer mit­tel­al­ter­li­chen Ritterburg bestand. Es sind noch Mauerreste sowie ein Abschnittswall vor­han­den. Zu errei­chen ist die Wallanlage über die Straße Am Hutberg und wei­ter über einen Wanderweg.

Bodendenkmalschutz

Bodendenkmalschutz wurde 1935 erst­mals und wie­der­holt 1958 erteilt.

Görlitz: Herrenhaus Schlauroth

Herrenhaus Schlauroth

Dorfstraße 63, 65, 69
02829 Görlitz OT Schlauroth

Historisches

Das 1533 nach­ge­wie­sene Rittergut bestand bereits im 15. Jahrhundert. Es befand sich im Besitz wohl­ha­ben­der Bürger, von denen Jakob Rösler bekannt ist. Dieser wurde 1546 geadelt und nannte sich fortan Jakob von der Rosen. Das Herrenhaus wurde im 17. Jahrhundert erbaut und wurde 1818 von Carl Friedrich von Ludewig erworben.

Letzte Baumaßnahmen erfolg­ten 1908, als sich das Rittergut im Besitz der Raiffeisen-​Genossenschaft befand. Sie hatte es dem vor­he­ri­gen hoch­ver­schul­de­ten Besitzer abge­kauft. Als wei­te­rer Besitzer trat seit 1913 Alfred Brandenstein auf. Ihm folgte offen­bar ein Herr Schoppe. Nach des­sen Tod bewirt­schaf­tete seine Witwe Marie-​Luise Schoppe das Rittergut Schlauroth wei­ter­hin mit ihrem zwei­ten Ehemann Hellmuth Müller und baute die auf dem Herrenhaus las­ten­den Schulden ab.

Nach 1945

Das Herrenhaus wurde nach der Enteignung von Hellmuth Müller zunächst als Flüchtlingsunterkunft und spä­ter als Wohnhaus genutzt. Die Wirtschaftsgebäude und Landflächen wur­den im Rahmen der Bodenreform Neubauern zuge­teilt. Die Ställe und Scheunen waren schnell her­un­ter gewirt­schaf­tet und wur­den in den 1960er Jahren abgerissen.

Nachwendezeit

Das Herrenhaus war bis 2005 bewohnt. Seit 2013 hat es einen neuen Eigentümer.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht heute leer. Es besteht umfas­sen­der Sanierungsbedarf. Es sollte 2023 von der Stadt Görlitz ver­kauft wer­den. Allerdings konnte kei­ner der Interessenten die Stadt überzeugen.

Reichenbach/O.L.: Rittergut Niedersohland II

Rittergut Niedersohland II

Teichweg
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

Das Rittergut ent­stand aus einem 1659 erwähn­ten Vorwerk her­aus, das spä­ter, urkund­lich 1682 erwähnt, in zwei Rittergüter Niedersohland geteilt. Die Herren von Arnim, auf die der Beiname “Gut Arnim” zurück­geht, kauf­ten das Rittergut 1893. Um 1900 wurde das vor­mals baro­cke Herrenhaus im Jugendstil umgebaut.

Nach 1945

Hans Carl von Arnim wurde 1945 ent­eig­net. Im glei­chen Jahr wur­den wegen eines Brandes Dach und Turm des Herrenhauses zer­stört und not­dürf­tig, um Notwohnraum zu gewin­nen, instand gesetzt. Die Wohnungen wur­den jedoch nach und nach leer­ge­zo­gen, da sich die Bausubstanz in Ermangelung von Erhaltungsmaßnahmen immer wei­ter verschlechterte.

Heutige Nutzung

Das Herrenhaus steht heute leer und befin­det sich in rui­nö­sem Zustand. Die Wirtschaftsgebäude sind über­wie­gend zu Wohnraum umgebaut.

Schönbach: Schloss Niederschönbach

Schloss Niederschönbach

Niederdorfstraße 46
02708 Schönbach

Historisches

Das Rittergut Schönbach befin­det sich abseits des Orts in Einzellage. Ursprünglich bestan­den ein Obergut und ein Untergut, wel­che 1700 von Ludwig Gebhard Freiherr von Hoym erwor­ben und somit ver­eint wur­den. Peter August von Schönberg kaufte die Besitzungen 1768. Den Oberhof löste er auf und ver­teilte die Flächen an Bauern. Der Niederhof gelangte als Rittergut 1787 an Friedrich August  Degner. Unter Wilhelm Friedrich Degner begann 1821 der Bau des Schlosses, wel­cher im Folgejahr abge­schlos­sen wurde. Ebenfalls um 1820 wurde der eng­li­sche Landschaftspark angelegt.

Nach 1945

Mit dem Vollzug der Bodenreform wurde das Rittergut 1946 ent­eig­net. Der Hof wurde durch die LPG zur Rinderzucht genutzt. Das Schloss diente als Mehrfamilienhaus.

Heutige Nutzung

Das umfas­send sanie­rungs­be­dürf­tige Schloss Schönbach steht leer. Ein Teil der Wirtschaftsgebäude wird nach wie vor land­schaft­lich genutzt.

Görlitz: Rittergut Niederludwigsdorf

Rittergut Niederludwigsdorf

Neißetalstraße 104
02828 Görlitz OT Ludwigsdorf

Historisches

Die erste Erwähnung erfolgte 1399 als Rittersitz, der auf­ge­wer­tet und 1573 als Rittergut bezeich­net wurde. Das Rittergut ent­stand durch die Zusammenlegung von drei Bauerngütern. Ludwigsdorf befand sich im Besitz der Stadt Görlitz und wurde 1655 in Nieder und Ober Ludwigsdorf geteilt. 1668 erwarb der Bürgermeister Bartholomäus Gehler das Rittergut. Ihm folg­ten vor­wie­gend bür­ger­li­che Besitzer.

Das Gutshaus wurde in der zwei­ten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut und 1773 im Barockstil erneu­ert. Der Besitzer August Demisch betrieb auf dem Rittergut land­wirt­schaft­li­che und indus­tri­elle Nutzung. 1880 erfolg­ten letzt­ma­lig bau­li­che Veränderungen unter Max Demisch. Auf die Familie Demisch geht auch der Beiname Demisch-​Gut zurück. 1930 erfolgte der Verkauf des Ritterguts an Fritz Schneider.

Nach 1945

Der letzte Besitzer Fritz Schneider wurde 1945 ent­eig­net. Im Herrenhaus wurde zuerst die Gemeindeverwaltung unter­ge­bracht. Danach zog ein Kindergarten ein.

Heutige Nutzung

Als Kindertagesstätte wird das Herrenhaus noch heute genutzt.

Reichenbach/O.L.: Rittergut Obersohland I

Rittergut Obersohland I

Dorfstraße 366
02894 Reichenbach/O.L. OT Sohland am Rotstein

Historisches

1672 wurde erst­mals ein Rittergut urkund­lich erwähnt. 1724 wurde das Rittergut von den Brüdern von Uechteritz in Obersohland I und II geteilt. Obersohland I ver­blieb bis 1810 im Besitz der Familie von Uechteritz. 1876 wurde es von Carl Heinrich Clemens von Diepow gekauft. Bei dem Umbau, der um 1900 statt­fand, wurde unter ande­rem auf dem Giebel eine heute nicht mehr vor­han­dene Gutsglocke angebracht.

Nach 1900 wech­sel­ten die Besitzer häu­fig. So sind ab 1901 die Familie Glade, ab 1910 die Familie Kleeberg, ab 1914 die Familie von Carlowitz-​Hartitzsch, ab 1916 die Familie Richter und seit 1931 Erich Göbel nach­weis­bar. Auf letz­te­ren geht der Beiname “Gut Göbel” zurück.

Nach 1945

Erich Göbel wurde auf­grund der Größe des Ritterguts Obersohland I nicht ent­eig­net. Sein Schwiegersohn, der mit dem auf dem Gutshof lebte, trat in die LPG ein und brachte dadurch auch die Ländereien des Ritterguts in diese ein.

Heutige Nutzung

Das Rittergut Obersohland I wird heute bewohnt und gehört einem Enkel des letz­ten Besitzers. Die Besitzer leben im Herrenhaus, der Wirtschaftshof ist saniert, aber leer­ste­hend. Ein bau­fäl­li­ges Gebäude wurde abgetragen.